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Re: Antibiotika bei Wurzelentzündung


Von: Dr. Dr. Stefan Berg • 19.08.2005 [17:32]
Dr. Dr. Stefan Berg
Hallo,

also, wie erfolgreich eine Wurzelkanalbehandlung werden kann hängt im wesentlichen von drei Faktoren ab:
1. Wie stark ist der Zahn vorgeschädigt
2. Wie definiere ich "erfolgreiche Behandlung".
3. Wurde die Therapie lege artis/nach allen Regeln der Kunst durchgeführt.
Um ein Beispiel zu nennen:
Es handelt sich um einen Zahn mit irreversibler Wurzelentzündung oder einen Zahn welcher bereits marktot ist, ohne bereits befallenen Wurzelspitzenbereich bei lege artis durchgeführter Therapie:
In diesem Fall ist mit einer 85-95%igen Erfolgsrate zu rechnen.
Jetzt ist die Frage: was bedeutet Erfolg?
Der Zahn kann durch die Therapie auf jeden Fall symptomfrei erhalten bleiben. Wie lange dagegen dies der Fall sein wird, ist ungewiss. So kann auch bei einer erfolgreichen Therapie nach Jahren doch wieder eine Entzündung zum Beispiel im Wurzelspitzenbereich auftauchen.

Generell sollte dennoch versucht werden, jeden Zahn so lange zu erhalten, wie möglich.

Antibiotika gibt man, wenn chronische Entzündungsformen in ein akutes Stadium übergegangen sind. Damit soll erreicht werden, dass die Beschwerden verschwinden. Dies ist auch oft der Fall und manch Patient denkt, dass nun wieder alles in Ordnung ist. Tatsächlich kann man die Entzündungsherde im Zahnbereich damit aber nicht eliminieren. Man hat nun nur wieder den Zustand einer chronischen Entzündung ohne gefühlte Komlikationen erreicht.
In einem solchen Zustand kann man auch operative Therapien wie eine WSR durchführen. Das darf man nicht in einem akuten Stadium, was auch ein Grund ist Antibiotika zu geben.

MfG
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