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Re: Schwangerschaft und Bulimie


Von: Dai • 20.04.2005 [19:00]
Ich muss schon sagen, ich bin ein wenig geschockt. Ich finde, das ganze wird hier doch sehr verharmlost und so quasi: ich kann nichts dafür, ich werde durch die Krankheit fremdbestimmt und es liegt nicht in meiner Macht, dagegen etwas zu unternehmen. Wir alle haben einen freien Willen, und es obliegt uns, ob wir gewillt sind, bestimmte Verhaltensmuster, die wir mit unserem Willen beeinflussen können, zu ändern. Das hat mit Schuldgefühlen machen nichts zu tun, aber es ist eine bequeme Ausrede zu sagen: Ich kann nichts dafür, das ist halt die Sucht. Einem Krebskranken sind vielleicht die Hände gebunden, aber ein Suchtkranker hat immer noch seinen Willen, der ihn hindern kann seiner Sucht zu wiederstehen. Ich weiss wovon ich rede, arbeite seit Jahren in der Psychiatrie, kenne mich mit Sucht in jeglicher Art und Weise aus. Ich weiss, das es sehr hart und sehr schwer ist, den Teufelskreis der Sucht zu überwinden, aber es liegt nur an jedem selbst-erst recht wenn ein Kind da ist oder unterwegs ist- schließlich überträgt sich dieses Verhalten auch später auf das Kind. Ich selber habe sehr lange Zeit kettengeraucht, konnte noch nicht mal einen Versuch starten, aufzuhören weil die Sucht zu groß war, ja ich hatte sogar Angst, aufzuhören, was sollte ich denn tun ohne Zigaretten? Mit dem Tag an, an dem ich schwanger werden wollte, hörte ich auf zu rauchen, weil mir klar war, das ich jetzt Verantwortung für einen kleinen Menschen habe und auch später Vorbild sein sollte. Das hat mir die Kraft gegeben aufzuhören, hier spielte ich nicht mehr die Hauptrolle. Wenn ich lese, das es manche selbst schwanger und mit Kindern weiter bulemisch sind, muss ich ganz klar sagen, das sie egoistisch, bequem und nur mit sich selbst beschäftigt sind und sich selber mehr zu lieben scheinen als ihr Kind. Ihr solltet nicht vergessen: Auch wenn das Kind da ist gebt ihr ein sehr schlechtes Vorbild ab. Meine Mutter war zeitweise bulemisch und litt an verschiedenen Essstörungen, ich kann ein Lied davon singen, und mir kann keiner Erzählen, ihre Kinder seien psychisch vollkommen gesund trotz anhaltender Bulemie der Mutter, dann wollt ihr die Wahrheit nicht sehen.
Ich kann nur sagen: Jeder Mensch hat einen freien Willen, Magersucht und Bulemie ist mit Willenskraft und psychologischer Hilfe zu bewältigen, klar gibt es schlechte Psychologen, aber auch eine freie Arztwahl...alles andere wie ich kann damit nicht aufhören und das ist nunmal eine Sucht sind nur selbstberuhigende Ausreden.
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  Schwangerschaft und Bulimie dilara2002 • 05.04.2005 [08:37]

  Re: Schwangerschaft und Bulimie das moendchen • 07.04.2005 [07:34]

  Re: Schwangerschaft und Bulimie dilara2002 • 07.04.2005 [09:06]

  Re: Schwangerschaft und Bulimie das moendchen • 07.04.2005 [11:37]

  Re: Schwangerschaft und Bulimie mor • 07.04.2005 [22:57]

  Re: Schwangerschaft und Bulimie neuenina • 09.04.2005 [11:02]

  Re: Schwangerschaft und Bulimie puppe0402 • 10.04.2005 [04:10]

  Re: Schwangerschaft und Bulimie Prudentia • 11.04.2005 [23:09]

  Re: Schwangerschaft und Bulimie gelöschter Nutzer • 13.04.2005 [15:11]

  Re: Schwangerschaft und Bulimie Dai • 20.04.2005 [19:00]

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