Tipp

Arteriosklerose

 Die Schaufensterkrankheit ist typisch für Arteriosklerose

Die "Schaufensterkrankheit" ist ein typisches Symptom bei Arteriosklerose
(Quelle: Patzal/PIXELIO)

Arteriosklerose, umgangssprachlich auch als Arterienverkalkung bezeichnet, ist Ursache für unterschiedliche Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Bei dieser Krankheit lagern sich an den Innenwänden der Arterien Substanzen (arteriosklerotische Plaques) ab, die den Blutfluss erschweren oder sogar ganz verhindern. Die Gefäße verlieren an Elastizität. Arteriosklerose kann die mittleren und großen Arterien in Gehirn, Herz, Nieren, in anderen lebenswichtigen Organen und in den Beinen betreffen. Daher zählen zu den Folgen unter anderem Herzinfarkt, Schlaganfall oder auch die "Schaufensterkrankheit" (Claudicatio intermittens).

Die Folgeerkrankungen der Arteriosklerose gehören in den westlichen Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen. Im Jahr 2006 starben in Deutschland knapp 360.000 Männer und Frauen an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Das waren mit 44 Prozent fast die Hälfte aller Todesfälle.


Ursachen der Arteriosklerose

Ursachen der Arteriosklerose sind neben weiteren Faktoren vor allem Bluthochdruck und lokaler Sauerstoffmangel in den Gefäßen. Zunächst kommt es zu einer Schädigung der inneren Gefäßwand. An der Oberfläche dieser Schädigungen lagern sich Blutplättchen an und verklumpen miteinander. Bereits in den Arterien von Kindern sind Ablagerungen zu finden. Diese vermehren sich im Laufe der Zeit. Unter dem Einfluss von Risikofaktoren wie

wachsen die Ablagerungen zu arteriosklerotischen Plaques (in der Frühform auch als Atherom, degenerative Veränderung an der Gefäßwand, bezeichnet) heran. Die Blutplättchen verengen die Gefäße und behindern zunehmend deren Durchblutung. Zu Problemen führen sie jedoch erst etwa ab dem zweiten Lebensjahrzehnt. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann die Oberfläche einer arteriosklerotisch veränderten Arterie aufplatzen. Es lagern sich Cholesterin und andere Blutfette sowie Blutplättchen an. Die Arterie verengt sich zunehmend, bis sie schließlich vollständig verschlossen wird.


Symptome der Arteriosklerose

Eine Arteriosklerose verursacht gewöhnlich erst dann Symptome, wenn das Innere einer Arterie um etwa 70 Prozent verengt ist. Die Symptome nehmen im gleichen Maße zu, wie die Atherome, die degenerativen Veränderungen an der Gefäßwand, eine Arterie verengen. Gelegentlich können sie jedoch auch urplötzlich auftreten; beispielsweise dann, wenn es durch den Verschluss einer Arterie zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt.

Die Symptome der Arteriosklerose sind davon abhängig, in welchem Körperteil es zu einer Blockade in den Gefäßen kommt. Sind die Herzkranzarterien betroffen, so kann es zu Brustenge (Angina Pectoris) und zu einem Herzinfarkt kommen. Auch Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche deuten unter anderem auf Arteriosklerose hin. Zu einem Schlaganfall kommt es dann, wenn die Schlagadern des Kopfs von arteriosklerotischen Veränderungen betroffen sind. Eine Verengung in den Beinarterien hingegen verursacht Beinschmerzen und damit die so genannte "Schaufensterkrankheit" (Claudicatio intermittens).


Diagnose der Arteriosklerose

Arteriosklerose ist Ursache vieler Krankheiten und Beschwerden. Daher wird nicht die Arteriosklerose, sondern die durch sie verursachte Krankheit diagnostiziert. In einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) klärt der Arzt gemeinsam mit dem Betroffenen dessen individuelle Risikofaktoren wie beispielsweise Rauchen, unzureichende Bewegung oder ungesunde Ernährung ab. Außerdem ist für die Diagnose wichtig, ob in der Familie Personen unter Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten oder Übergewicht leiden.

Von der vermuteten Gefäßkrankheit ist es abhängig, welche Untersuchungen der Arzt zur Diagnose durchführt. Bei der Diagnose der Koronaren Herzkrankheit sind dies beispielsweise ein Belastungs-EKG und eine Ultraschalluntersuchung des Herzmuskels. Hierbei werden elektrische Aktivitäten des Herzens während einer körperlichen Belastung aufgezeichnet und Narben oder Durchblutungsstörungen des Herzens sichtbar gemacht.

Besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall, kann diese Vermutung durch eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztherapie (MRT) abgesichert werden. Mithilfe dieser beiden Diagnoseverfahren werden Blockaden in den Gefäßen sichtbar.


Therapie der Arteriosklerose

Die Arteriosklerose kann eine Vielzahl unterschiedlicher Krankheiten wie

zur Folge haben. Diese müssen jeweils einzeln und krankheitsspezifisch behandelt werden.

Ziel der Therapie einer Arteriosklerose ist es, die verengten Blutgefäße zu erweitern. Hierdurch soll die Durchblutung und Versorgung des Gefäßes und des betroffenen Gewebes verbessert werden. Es besteht die Möglichkeit, die Verengung mit einer Ballondilation zu beheben. Hierbei wird die verengte Stelle im Gefäß mit einem Ballon aufgedehnt und anschließend ein röhrenförmiges Metallgitter (Stent) zur Stabilisierung des Gefäßes eingepflanzt. Daneben werden auch Medikamente verabreicht, beispielsweise um die Durchblutung zu verbessern und um Schmerzen zu lindern.


Verlauf der Arteriosklerose

Eine fortschreitende Arteriosklerose kann Komplikationen wie

  • Angina Pectoris,
  • Herzinfarkt,
  • Herzrhythmusstörungen,
  • Herzschwäche,
  • Nierenversagen,
  • Schlaganfall und
  • Durchblutungsstörungen in den Beinen verursachen.

Alle frühen Schäden durch Arteriosklerose gelten als rückbildungsfähig, wenn ihre Risikofaktoren konsequent vermieden werden. Auch durch die Einnahme von Medikamenten oder operative Eingriffe lässt sich die Situation der Betroffenen verbessern.


Vorbeugen vor Arteriosklerose: Risikofaktoren vermeiden

Einer Arteriosklerose kann vorgebeugt werden, indem die Risikofaktoren für die Erkrankung ausgeschaltet werden. Dazu gehört:

  • Verzicht auf das Rauchen
  • Senken des Cholesterinspiegels
  • Senken des Blutdrucks
  • Aufnahme einer sportlichen Betätigung
  • Gewichtsreduktion

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind ebenfalls dazu geeignet, bestehende Risiken frühzeitig zu erkennen und notwendige Schritte abzuleiten.


Benötigen Sie weitere Informationen zur Arteriosklerose? Dann stellen Sie Ihre Frage in unserer Expertenrat.

Leiden Sie auch an einer Arteriosklerose? Auf www.patienten-erfahrungen.de - Ihrem Erfahrungsaustausch im Internet können Sie sich mit anderen Betroffenen und Angehörigen austauschen.

Quellen:
Beers, M.H. (Hrsg.).: MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Goldmann, München 2005
Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF (Hrsg.).: Herz in Gefahr? Ursachen, Prävention, Therapie - Ergebnisse der Herzkreislaufforschung. BMBF, Bonn 2006
F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.) Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006
Hossmann et al.: Gesunde Gefäße. Prävention und Heilung von Gefäßerkrankungen. Honos, Köln 2005
Statistisches Bundesamt (Hrsg.).: Todesursachen in Deutschland 2006. Fachserie 12, Reihe 4. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2007

 

Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 11.12.2008
 
Tipp