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Schlaganfall

 Werden Symptome eines Schlaganfalls bemerkbar, sollte sofort ein Notarzt verständigt werden

Werden Symptome eines Schlaganfalls bemerkbar, sollte sofort ein Notarzt verständigt werden
(Quelle: AOK-Mediendienst)

Ein Schlaganfall (ischämischer Schlaganfall, Apoplexie) zählt zu den zerebrovaskulären Erkrankungen, bei denen das Hirn und die Blutgefäße beteiligt sind. Bei einem ischämischen Schlaganfall kommt es zu einer Durchblutungsstörung in den Arterien, die das Gehirn mit Sauerstoff versorgen. Das unterversorgte Hirngewebe stirbt daraufhin ab. Folgen eines Schlaganfalls reichen je nach Ausmaß von schweren körperlichen Beeinträchtigungen über Pflegebedürftigkeit bis hin zum Tod. Im Jahr 2006 starben insgesamt knapp 29.000 Männer und Frauen an den Folgen eines Schlaganfalls. Betroffen sind vornehmlich ältere Menschen. Das liegt daran, dass sich die Störungen im Körper, die zu einem Schlaganfall führen können, erst im Laufe eines Lebens entwickeln.


Ursachen für einen Schlaganfall

Ein ischämischer (auch unblutiger) Schlaganfall wird durch eine Blockade in einer der Arterien ausgelöst, die das Gehirn mit Sauerstoff versorgen. Meist handelt es sich um fetthaltige Ablagerungen einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung) oder aber Blutgerinnsel. Diese lösen sich von der Gefäßwand und wandern als Embolus mit dem Blutstrom, bis sie sich schließlich in der Hirnarterie festsetzen und diese blockieren. Blutgerinnsel entstehen meist in Zweigen der inneren Halsschlagader, wenn durch arteriosklerotische Veränderungen der Blutstrom an der Engstelle verlangsamt wird oder einreißt. Langsam fließendes Blut neigt leichter dazu, sich zu verklumpen. Daher bildet sich in einer verengten Arterie leichter ein Blutgerinnsel als in einer gesunden.

Hauptursachen für einen Schlaganfall sind vor allem:


Symptome: Sprachstörungen, halbseitige Lähmungen, Verwirrtheit

Ein Schlaganfall macht sich meist plötzlich bemerkbar und führt bereits innerhalb von Minuten oder Stunden zu Gehirnschäden. Er kündigt sich durch unterschiedliche Beschwerden an. Diese sind davon abhängig, welcher Bereich des Gehirns von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten ist. Häufig auftretende Symptome sind:

  • Lähmung von Gesicht, Arm und Bein auf nur einer Körperseite,
  • Sprachstörungen,
  • Bewusstseinsstörungen,
  • Schwindel,
  • Verwirrtheit und
  • einseitige Sehstörungen

Da ein Schlaganfall schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben kann, ist eine frühzeitige Behandlung sehr wichtig. Werden Symptome eines Schlaganfalls bemerkbar, sollte sofort der Notarzt verständigt werden (Notruf 112 oder die örtliche Notrufnummer des Rettungsdienstes).


Diagnose eines Schlaganfalls

Ersthelfer können den Verdacht auf einen Schlaganfall in vier einfachen Schritten feststellen, in dem sie die Person, bei der der Verdacht auf einen Schlaganfall besteht, zu folgenden Handlungen animieren:

  • zu lächeln
  • die Arme zu heben
  • einen einfachen Satz auszusprechen (beispielsweise: "Meine Frau heißt Silke")
  • die Zunge heraus zu strecken.

Wenn die betroffene Person Schwierigkeiten hat, eine oder mehrere dieser Handlungen auszuführen oder wenn sich die Zunge beim Herausstrecken krümmt und windet, gilt dies als Anzeichen für einen Schlaganfall. Es sollte sofort der Notarzt gerufen werden.

In den meisten Fällen kann ein Arzt einen Schlaganfall bereits im Rahmen einer körperlichen Untersuchung erkennen. Lähmungen in der rechten Körperhälfte weisen beispielsweise auf eine Schädigung des linken Gehirnbereichs hin, da dieser die rechte Körperhälfte steuert. Daneben kann der Arzt auch den Körper auf Geräusche abhorchen (Auskultation). Bestimmte Geräusche des Bluts in der inneren Halsschlagader können ihm Hinweise auf eine Gefäßverengung geben.

Besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall, kann diese Vermutung durch weitere Diagnoseverfahren abgesichert werden. Blockaden in den Gefäßen können mithilfe einer Computer-Tomographie (CT) oder Magnetresonaztomographie (MRT) des Kopfs sichtbar gemacht werden. Mit ihnen kann der behandelnde Arzt einen ischämischen Schlaganfall nachweisen und überprüfen, ob es sich tatsächlich um einen Schlaganfall handelt oder ob andere Erkrankungen für die auftretenden Symptome verantwortlich sind.


Therapie: Notfallmedizin, Medikamente, Rehabilitation

Erster Schritt der Therapie eines Schlaganfalls ist eine notfallmedizinische Versorgung im Krankenhaus. Das bedeutet, dass Atmung, Blutdruck, Herzschlag und Körpertemperatur normalisiert werden. Die Ärzte versorgen den Betroffenen über eine Maske oder Nasensonde mit Sauerstoff und legen einen Tropf an, um über den Blutkreislauf Flüssigkeit und Medikamente geben zu können. Die Gabe von Medikamenten wird beispielsweise dann notwendig, wenn die Ärzte versuchen, ein Blutgerinnsel aufzulösen, das eine Arterie verstopft.

Ist die Situation des Betroffenen stabilisiert, kann die Therapie entweder auf der Normalstation oder in einer speziellen Rehabilitationseinrichtung weiter geführt werden. Ziel der Therapie ist es, eine größtmögliche Selbstständigkeit des Erkrankten wieder herzustellen und einen weiteren Schlaganfall zu verhindern. Nach erfolgreicher Erstbehandlung schließt sich oft eine Langzeitbehandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten an. Diese können den Blutstrom günstig beeinflussen. Die Therapie mit einer Baclofenpumpe (ITB-Therapie) kann beispielsweise durch den Schlaganfall verursachte Spastiken lindern.

Es kommt vor, dass Betroffene nach einem Schlaganfall sehr stark unter den körperlichen Veränderungen leiden. Sie fühlen sich hilflos, neigen zu Antriebsstörungen, Stimmungsschwankungen und entwickeln häufig eine Depression. Meist sind hier eine vorübergehende Behandlung mit Antidepressiva und eine Psychotherapie erforderlich.


Verlauf der Erkrankung

Nach einem Schlaganfall sterben etwa ein Drittel der Betroffenen innerhalb des ersten halben Jahres. Von den Überlebenden sind ebenfalls knapp ein Drittel fortan pflegebedürftig.

Rehabilitationsmaßnahmen können den Betroffenen helfen, den körperlichen Zustand zu verbessern und alte Fähigkeiten wieder zu erlernen. Der Erfolg der Rehabilitation ist von vielen Faktoren abhängig und kann nicht garantiert werden. Eine entscheidende Rolle spielen jedoch die körperliche und geistige Situation des Betroffenen vor dem Schlaganfall sowie seine Lernfähigkeit, Geduld und Ausdauer. Neben dem medizinischen Personal können auch Angehörige den Betroffenen darin unterstützen, sich das Alltagsleben zu erleichtern und seine Umgebung sicher zu gestalten.


Vorbeugen: Risikofaktoren vermeiden

Einem Schlaganfall kann am besten vorgebeugt werden, wenn die Faktoren, die ihn auslösen, verhindert werden. Das bedeutet:

  • einen bestehenden Bluthochdruck verringern
  • einen Diabetes mellitus optimal einstellen
  • einen erhöhten Cholesterinspiegel senken
  • ein erhöhtes Körpergewicht reduzieren
  • Alkohol in Maßen konsumieren und
  • auf das Rauchen verzichten.


Sie haben noch weitere Fragen zum Thema Schlaganfall? Dann wenden Sie sich an unsere Expertenrat.

Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen in unserem Wartezimmer "Selbsthilfeforum Herz und Kreislauf" aus.



Haben Sie auch einen Schlaganfall erlebt? Auf www.patienten-erfahrungen.de - Ihrem Erfahrungsaustausch im Internet können Sie sich mit anderen Betroffenen und Angehörigen austauschen.

Quellen:
Beers, M.H. (Hrsg.).: MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Wilhelm Goldmann, München 2005
F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006
Hossmann V. et al.: Gesunde Gefäße. Prävention und Heilung von Gefäßerkrankungen. Honos , Köln 2005
Statistisches Bundesamt (Hrsg.).: Todesursachen in Deutschland 2006. Fachserie 12, Reihe 4. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2007

 

Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 11.12.2008
 
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