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Blutdruckmessung

Blutdruckmessung beim Arzt

Die Blutdruckmessung ist eine einfache Routineuntersuchung
(Quelle: BananaStock)

Die Blutdruckmessung ist eine einfache Routineuntersuchung ohne Risiko. Gemessen wird dabei erhält der höhere (systolische) und der niedrigere (diastolische) Wert des Blutdrucks. Benannt ist die Blutdruckmessung nach dem italienischen Arzt Riva-Rocci, der die klassische Messmethode entwickelt hat. Auch heute noch wird die Blutdruckmessung als RR bezeichnet. Der Blutdruck nach Riva-Rocci wird in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben, und nicht in der korrekten internationalen SI-Einheit Pascal für Druck.


Ablauf

Vor einer Blutdruckmessung sollte man mindestens fünf Minuten ruhig sitzen, um den Blutdruck in Ruhe messen zu können. Bei der klassischen Blutdruckmessung mit der Manschette am Arm wird der Blutdruck in der Arteria radialis gemessen. Der Arm, an dem gemessen werden soll, liegt entspannt auf Herzhöhe. Beim ersten Mal wird an beiden Armen gemessen, danach an dem Arm, an dem der höhere Druck besteht. Die Manschette wird am nackten Oberarm etwa zwei Finger breit über der Armbeuge angelegt. Dann wird sie aufgepumpt, bis kein Blut mehr durch den Arm fließt. Wird nun die Luft aus der Manschette langsam abgelassen, fließt für einen kurzen Moment stoßartig Blut durch die Gefäße. Dies kann über das Stethoskop, welches sich direkt unter der Armbeuge befindet, als Klopfen gehört werden. Dieser Moment zeigt den systolischen Druck an. Dann wird weiter Luft abgelassen, bis keine Strömungsgeräusche mehr zu hören sind. In dem Moment, wo diese enden, wird der diastolische Druck angezeigt. Anschließend wird der Manschettendruck komplett abgelassen.


Probleme bei der Blutdruckmessung

Eine Blutdruckmessung sollte in entspannter Atmosphäre stattfinden. Manche Menschen sind bei der Messung beim Arzt aufgeregt und haben dadurch einen höheren Blutdruck als normal (?Weißkittel-Hypertonie?). Außerdem schwankt der Blutdruck im Laufe des Tages, sodass es vereinzelt auch bei Menschen mit normalem Blutdruck zu hohen Werten kommen kann. In Zweifelsfällen wird der Arzt, um sicher zu gehen, eine 24-Stunden-Messung veranlassen. Dabei bekommt der Betroffene ein Messgerät umgebunden, welches in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel alle zehn Minuten, eine Messung durchführt und diese aufzeichnet. Nach der Auswertung kann der Arzt dann die Blutdruckwerte im Verlauf eines Tages sehen.


Selbstmessung

Besonders Menschen mit Bluthochdruck sollten ihren Blutdruck regelmäßig selbst messen und ein Blutdrucktagebuch führen. Dabei sollte, wenn möglich, immer zur selben Tageszeit gemessen werden, beispielsweise morgens nach dem Frühstück oder abends vor dem Schlafen. Da diese Selbstmessungen meistens mit elektrischen Messgeräten durchgeführt werden, sollten die Messungen gelegentlich vom Arzt auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden.


Anwendungsgebiete

Die Blutdruckmessung wird im Rahmen der ärztlichen Routineuntersuchungen durchgeführt, da ein hoher Blutdruck Indikator für diverse Erkrankungen sein kann. Bei Personen mit Bluthochdruck wird er öfter gemessen, um die Werte zu kontrollieren.


Alternativen

Neben dieser Methode gibt es auch noch elektrische Messgeräte. Bei den Blutdruckmessgeräten für das Handgelenk muss darauf geachtet werden, dass die Hand entspannt auf Herzhöhe abgelegt wird. Beispielsweise auf Intensivstationen kann der Blutdruck auch ?blutig?, d.h. direkt im Blut, gemessen werden. Dabei wird ein Katheter in die Arterie eingeführt, der entweder an seiner Spitze ein kleines Manometer oder an seinem äußeren Ende einen Druckabnehmer enthält. Die so gemessenen Drücke sind immer etwas höher. Um Verwechslungen zu vermeiden, werden diese nicht mit RR bezeichnet, sondern mit "BD" (Blutdruck) oder "BP" (blood pressure) abgekürzt.


Sie haben noch weitere Fragen zu dem Thema Blutdruckmessung? Dann wenden Sie sich an unsere Expertenrat.

Leiden Sie auch an einer Herzerkrankung? Auf www.patienten-erfahrungen.de - Ihrem Erfahrungsaustausch im Internet können Sie sich mit anderen Betroffenen und Angehörigen austauschen.

Quellen:
Gotzen, R.; Lohmann, F.W.: Hoher Blutdruck - Ein aktueller Ratgeber. Steinkopff, Darmstadt 2005
Online-Information des Berufsverbands Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de (Stand: Februar 2008)

 

Autor: Miriam Funk 
Letzte Änderung am: 07.05.2012
 
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