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Elektroenzephalographie (EEG)

Ein EEG kann zur Klärung einer möglichen Entwicklungsstörung oder einer Epilepsie durchgeführt werden

Ein EEG kann zur Klärung einer möglichen Entwicklungsstörung oder einer Epilepsie durchgeführt werden
(Quelle: DAK/Wigger)

Die Elektroenzephalographie (EEG) ist ein Diagnostikverfahren zur Messung von Hirnströmen. Bei allen Hirntätigkeiten entsteht elektrische Spannung. Diese lässt sich mittels Elektroden am Kopf ableiten und aufzeichnen. Die so entstandene graphische Darstellung, das Elektroenzephalogramm, lässt Rückschlüsse auf die Hirnaktivität und eventuelle Störungen zu.


Wie bereitet man sich auf das EEG vor?

Eine spezielle Vorbereitung auf das EEG ist nicht nötig. Es ist jedoch ratsam, die Haare vorher zu waschen und keine Stylingprodukte zu verwenden. Außerdem empfiehlt es sich, wach und ausgeruht zur Untersuchung zu kommen. Lediglich die Durchführung eines Schlaf-EEG erfordert es, dass in der Nacht zuvor nicht geschlafen wird.


Wie ist der Ablauf des EEG?

Zunächst wird für das EEG eine mit Elektroden besetzte Kappe auf den Kopf gesetzt. Die Elektroden leiten die Potenzialschwankungen des Gehirns an einen Computer weiter. Als Potenzialschwankung wird die natürlich vorkommende Spannung zwischen zwei Impulsen bezeichnet. Sie wird vom Computer kontinuierlich aufgezeichnet und anschließend im Elektroenzephalogramm graphisch dargestellt. Eine entspannte und ruhige Körperhaltung ist wichtig, um möglichst unverfälschte Aufzeichnungen zu erhalten. Um bestimmte Veränderungen der Hirnströme hervorzurufen, können dabei verschiedene Reize eingesetzt werden:

  • Hyperventilation: Tiefes und kräftiges Einatmen während der Aufzeichnung verstärkt bestimmte Veränderungen.
  • Photostimulation: Rhythmische Lichtblitze werden für einige Minuten auf die geschlossenen Augen projiziert.
  • Schlaf-EEG: Diese Form des EEG wird nach einer durchwachten Nacht durchgeführt. Die Aufzeichnung beginnt in der Wachphase und wird anschließend während des Schlafs fortgesetzt.

Seltener kommt das Langzeit-EEG zum Einsatz. Dabei lassen sich die Hirnströme mit einem mobilen Computer über einen längeren Zeitraum (in der Regel 24 Stunden) aufzeichnen. Ansonsten dauert die Durchführung des EEGs etwa 30 Minuten.

Die aufgezeichneten Hirnströme werden in Kurven dargestellt. Zur Auswertung werden die Kurven je nach Größe und Frequenz in Alpha-, Beta-, Theta- und Deltawellen eingeteilt. Untypische Kurven im EEG deuten auf eine Störung hin.


Was sind die Anwendungsgebiete des EEG?

Das EEG ist das wichtigste Verfahren zur Diagnose der Epilepsie (Krampfanfälle). Auch bei der Verlaufskontrolle von Epilepsie spielt es eine entscheidende Rolle: So lassen sich durch die bei der Messung eingesetzten Provokationen Aussagen darüber treffen, welche Reize epileptische Anfälle auslösen können. Auch in der Schlafmedizin findet das EEG immer häufiger Anwendung.

Entwicklungsstörungen bei Kindern lassen sich durch Auffälligkeiten im EEG feststellen. Das Elektroenzephalogramm liefert außerdem Hinweise auf Entzündungen, Hirntumoren und die Ursache für Bewusstseinsstörungen. Zur Feststellung des Hirntods wird das EEG ebenfalls angewendet.


Welche Komplikationen und Risiken birgt das EEG?

Das EEG ist also absolut schmerzlos und ungefährlich. Es dringt kein Untersuchungsgerät in den Körper ein (nicht invasiv). Die Elektroden leiten zwar elektrische Spannung weiter, diese kommt aber natürlicherweise im Körper vor. Die Elektroden selbst leiten keine Spannung in den Körper.


Welche Alternativen zum EEG gibt es?

Aufgrund der einfachen und unkomplizierten Anwendung ist das EEG ein weit verbreitetes Diagnostikverfahren. Bei der Diagnostik der Epilepsie gehört es zum Standardverfahren. Andere bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) oder die Computertomographie (CT) geben ein genaueres Bild des Hirns ab, es lassen sich jedoch keine Aussagen über die Hirnaktivität treffen.

Quellen:
Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2002
Neundörfer, B.: EEG-Fibel. Urban & Fischer, München 2002
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 28.10.2008
 
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