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Atmungsformen

Atmungsformen werden hinsichtlich ihres Zustands unterschieden. Normale, ruhige Atmungsformen werden als Eupnoe bezeichnet.

Normale, ruhige Atmungsformen
Flankenatmung
Brustatmung
Bauchatmung

Pathologische Atmungstätigkeiten
Bei den krankhaften Atmungstätigkeiten wird unterschieden zwischen:

  • Dyspnoe (Atemnot)
    Als Dyspnoe wird eine subjektiv erschwerte Atmung bezeichnet. Eine Dyspnoe kann durch eine Verlegung der Atemwege, z.B. beim Schnarchen entstehen.

  • Hyperpnoe
    Hyperpnoe ist eine verstärkte und vertiefte Atmung, die z. B. bei Fieber auftritt.

  • Apnoe (Atemstillstand, Atemlähmung)
    Apnoe ist der medizinische Fachbegriff für Atemstillstand und ist z. B. ein Kennzeichen des Schlafapnoe-Syndroms.


Flankenatmung

Die Flankenatmung ist eine normale, ruhige Atmungsform, mit welcher der Mensch normalerweise atmet. Die Flankenatmung ist eine Mischform aus Bauchatmung und Brustatmung. Sie wird daher auch als gemischt kostoabdominale Atmung bezeichnet. Mit dieser Atemtechnik wird die ganze Lunge belüftet
Die Atemmechanik der Flankenatmung, das heißt, Einatmung und Ausatmung sind unterschiedliche Vorgänge. Die Einatmung erfolgt über eine aktive Anspannung des zwischen Brust- und Bauchraum gelegenen Zwerchfells, dem wichtigsten Atemmuskel, und der äußeren Zwischenrippenmuskeln. Durch die elastischen Rückstellkräfte der Lunge, die einem Gummizug vergleichbar sind, wird passiv ausgeatmet. Das wird durch die inneren Zwischenrippenmuskeln unterstützt.

Einatmung (Inspiration)
Atmet der Mensch ein, laufen bei der Flankenatmung folgende Vorgänge ab:

  • Die äußeren Zwischenrippenmuskeln
    ziehen sich zusammen (kontrahieren).

  • Die inneren Zwischenrippenmuskeln
    entspannen sich.

  • Die Rippen
    werden durch die Kontraktion der äußeren Zwischenrippenmuskeln angehoben.

  • Der Brustkorb
    hebt sich durch das Zusammenziehen der Treppenmuskeln, welche von der Halswirbelsäule zu den ersten beiden Rippen ziehen.

  • Die Zwerchfellmuskulatur
    kontrahiert sich nach der Anhebung des Thorax etwas, worauf sich

  • die Zwerchfellkuppel
    ein wenig senkt und

  • d er Brustkorb
    in Längsrichtung gestreckt wird. Dabei entsteht ein Unterdruck im Thorax.

  • Die Bauchdecke
    wird dabei vermehrt angespannt.

  • Die Lungen
    dehnen sich infolge der Thoraxerweiterung passiv aus und

  • sauerstoffreiche Atemluft
    wird durch den Unterdruck in die Lungen eingesogen.

Atempause
Nach dem Einatmen erfolgt eine kurze natürliche Atempause, in der passiv noch frische Luft in die Lungen nachströmt. Sobald das Gehirn den Befehl gibt, beginnt der Prozess der Ausatmung.

Ausatmung (Expiration)
Atmet der Mensch nach der Technik der Flankenatmung aus, laufen folgende Vorgänge ab:

  • Die äußeren Zwischenrippenmuskeln
    entspannen sich.

  • Die inneren Zwischenrippenmuskeln
    kontrahieren sich.

  • Die Rippen
    werden durch das Zusammenziehen der inneren Zwischenrippenmuskeln gesenkt.

  • Der Brustkorb
    senkt sich durch die Erschlaffung der Treppenmuskeln und nimmt seine Normalstellung ein. Dadurch nimmt der Druck im Thorax zu und es herrscht wieder Normaldruck.

  • Die Zwerchfellmuskulatur
    entspannt sich gleichzeitig mit den Zwischenrippenmuskeln.

  • Die Zwerchfellkuppel
    hebt sich aufgrund der Zwerchfellentspannung und der Rückkehr des Brustkorbs in die Normalstellung.

  • Die Bauchdecke
    entspannt sich bis zu einer Eigenspannung der Bauchmuskeln.

  • Die Lungen
    verringern infolge ihrer Elastizität und der Thoraxverkleinerung ihr Volumen.

  • Die mit Kohlendioxid angereicherte Luft
    wird aus der Lunge über die Atemwege in umgekehrter Richtung nach außen gepresst.

Atempause
Nach dem Ausatmen erfolgt ebenfalls eine kurze natürliche Atempause, in der passiv noch verbrauchte Luft aus den Lungen fließt. Sobald das Gehirn den Befehl gibt, beginnt mit einer weiteren Einatmungsphase ein erneuter Flankenatmungszyklus.


Brustatmung

Die Brustatmung (Thorakalatmung) wird auch Rippenatmung (Kostalatmung) bezeichnet. Die Brustatmung ist eine normale, ruhige Atmungsform, die bei körperlichen Belastungen wirkungsvoll ist. Mit dieser Atemtechnik werden das obere und mittlere Drittel der Lungen belüftet.
Einatmung und Ausatmung sind bei der Brustatmung unterschiedliche Vorgänge. Während die Einatmung bei der Brustatmung durch das Zusammenziehen (Kontraktion) der Zwischenrippenmuskeln gewährleistet wird, führt ihre Erschlaffung zur Ausatmung.

Einatmung (Inspiration)
Atmet der Mensch ein, laufen bei der Brustatmung folgende Vorgänge ab:

  • Die äußeren Zwischenrippenmuskeln
    ziehen sich zusammen (kontrahieren).

  • Die inneren Zwischenrippenmuskeln
    entspannen sich.

  • Die Rippen
    werden durch die Kontraktion der äußeren Zwischenrippenmuskeln angehoben und

  • der Brustkorb
    zu den Seiten und nach vorne und hinten erweitert. Dadurch entsteht ein Unterdruck im Thorax und

  • die Lungen
    dehnen sich infolge der Thoraxerweiterung passiv aus.

  • sauerstoffreiche Atemluft
    wird durch den Unterdruck in die Lungen eingesogen.

Atempause
Nach dem Einatmen erfolgt eine kurze natürliche Atempause, in der passiv noch frische Luft in die Lungen nachströmt. Sobald das Gehirn den Befehl gibt, beginnt der Prozess der Ausatmung.

Ausatmung (Expiration)
Atmet der Mensch nach der Technik der Brustatmung aus, laufen folgende Vorgänge ab:

  • Die äußeren Zwischenrippenmuskeln
    entspannen sich.

  • Die inneren Zwischenrippenmuskeln
    kontrahieren sich.

  • Die Rippen
    werden durch das Zusammenziehen der inneren Zwischenrippenmuskeln gesenkt und

  • der Brustkorb
    verengt sich auf Normalgröße.

  • Die Lungen
    folgen durch ihre Rückstellkräfte passiv dem sich verengenden Thorax. Das Lungenvolumen nimmt ab und

  • d ie mit Kohlendioxid angereicherte Luft
    wird aus der Lunge über die Atemwege in umgekehrter Richtung nach außen gepresst.

Atempause
Nach dem Ausatmen erfolgt ebenfalls eine kurze natürliche Atempause, in der passiv noch verbrauchte Luft aus den Lungen fließt. Sobald das Gehirn den Befehl gibt, beginnt mit einer weiteren Einatmungsphase ein erneuter Brustatmungszyklus.

Bauchatmung

Die Bauchatmung (Abdominalatmung) wird auch Zwerchfellatmung (Diaphragmalatmung) genannt. Die Bauchatmung ist eine normale, ruhige Atmungsform. Sie hat sehr viele positive Einflüsse auf den Körper hat.
Einatmung und Ausatmung sind bei der Bauchatmung aktive Vorgänge. Die Einatmung wird bei der Bauchatmung durch das Zusammenziehen (Kontraktion) der Zwerchfellmuskulatur gewährleistet. Die Ausatmung erfolgt bei dieser Atemtechnik durch die Anspannung der Bauchmuskeln.

Einatmung (Inspiration)
Atmet der Mensch nach der Technik der Bauchatmung ein, laufen folgende Vorgänge ab:

  • Die Zwerchfellmuskulatur
    kontrahiert sich.

  • Die Zwerchfellkuppel,
    die aufgrund der Zwerchfellkontraktion abflacht und sich dabei von der Thoraxinnenwand löst, führt zu einer Absenkung des Zwerchfells.

  • Der Brustkorb
    wird durch die Kontraktion des Zwerchfells gestreckt, dass heißt, in Längsrichtung vergrößert. Dadurch entsteht ein Unterdruck im Thorax.

  • Die Lungen
    dehnen sich infolge der Thoraxraumvergrößerung passiv aus und

  • sauerstoffreiche Atemluft
    wird durch den Unterdruck in die Lungen eingesogen.

  • Der Raum unterhalb des Zwerchfells
    wird infolge der Brustkorbvergrößerung verringert.

  • Die Bauchorgane,
    die nicht zusammengedrückt werden können, werden daraufhin aus diesem Raum gegen die Bauchwand "gedrückt".

  • Die Bauchdecke
    wird von den verlagerten Bauchorganen nach außen gewölbt.

Atempause
Nach dem Einatmen erfolgt eine kurze natürliche Atempause, in der passiv noch frische Luft in die Lungen nachströmt. Während dieser Zeit erschlafft die Zwerchfellmuskulatur. Ist sie völlig entspannt und das Gehirn den Befehl gegeben hat, beginnt der Prozess der Ausatmung.

Ausatmung (Expiration)
Atmet der Mensch nach der Technik der Bauchatmung aus, laufen folgende Vorgänge ab:

  • Die Bauchmuskeln
    ziehen sich zusammen und

  • d ie Bauchdecke,
    wird daraufhin abgeflacht.

  • Die verlagerten Bauchorgane,
    werden infolge der Anspannung der Bauchmuskeln in den Raum unterhalb des Zwerchfells zurückgedrängt.

  • Die erschlaffte Zwerchfellkuppel
    wird von den verschobenen Bauchorganen hochgeschoben und dabei an die Brustkorbinnenwand angelagert.

  • Der Brustkorb
    wird durch das Hochschieben des Zwerchfells verkleinert. Dadurch nimmt der Druck im Thorax zu und es herrscht wieder Normaldruck.

  • Die Lungen
    folgen durch ihre Rückstellkräfte passiv dem sich verkleinernden Thorax. Das Lungenvolumen nimmt ab und

  • d ie mit Kohlendioxid angereicherte Luft
    wird aus der Lunge über die Atemwege in umgekehrter Richtung nach außen gepresst.

Atempause
Nach dem Ausatmen erfolgt ebenfalls eine kurze natürliche Atempause, in der passiv noch verbrauchte Luft aus den Lungen fließt. Sobald das Gehirn den Befehl gibt, beginnt mit einer weiteren Einatmungsphase ein erneuter Bauchatmungszyklus.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 28.01.2008
 
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