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Babesiose

Die Babesiose ist eine weltweit verbreitete, aber sehr seltene Infektionskrankheit, die von Zecken übertragen wird. Die Babesiose wird von 4 mal 2 µm großen, doppelt-birnenförmigen Einzellern der Gattung Babesia hervorgerufen, welche die roten Blutkörperchen des Infizierten befallen. Die meisten Erkrankungen werden in den USA von Babesia microti, in Europa hingegeben von Babesia divergens verursacht. Beschwerden und Krankheitsverlauf der Babesiose ähneln denen der Malaria. Die Babesiose wird daher auch als "kleine Schwester" der Malaria bezeichnet.

Übertragungswege
Der Hauptüberträger der Babesiose für den Menschen sind Zecken der Gattung Ixodes, zu der auch der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), die in Mitteleuropa am meisten häufigsten vorkommende Zeckenart, gehört.
Es sind aber auch schon Fälle bekannt geworden, wo Patienten über eine Bluttransfusion mit Babesiose-Erregern infiziert worden sind. Hieraus ergibt sich die gesundheitliche Gefahr, dass Blutspender, die eine Babesiose durchgemacht haben, auch nach Ausheilung der Symptome der Akuterkrankung noch über Monate bis Jahre die Babesiose-Erreger in sich tragen und diese an über einen Blutspende-Empfänger weitergeben können.

Beschwerden und Krankheitsverlauf
Sowohl die Beschwerden als auch der Krankheitsverlauf ähneln denen der Malaria. Die Beschwerden bleiben über ein bestimmte Zeit bestehen, verschwinden allmählich und treten zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf. Die Erkrankung verläuft in den seltensten Fällen schwer oder sogar tödlich und betrifft in der Hauptsache ältere Menschen und Menschen mit einen geschwächten Immunsystem.

Gibt es Risikogruppen?
Früher wurde vermutet, dass nur Menschen, denen aufgrund eines Unfalls oder anderen Ereignisses die Milz entfernt werden musste, die einzige Risikogruppe für eine Babesiose-Infektion darstellen. Es wird angenommen, dass sie aufgrund der Milzentfernung anfälliger für Infektionen geworden sind. In den letzten Jahren sind aber vermehrt Erkrankungen mit schweren Verläufen bei Menschen aufgetreten, die noch ihre Milz haben. In der Regel sind Menschen mit Milz aber gegen diese Erreger resistent.

Diagnose
Durch eine Blutuntersuchung kann eine Babesiose eindeutig diagnostiziert werden. Die befallenen roten Blutkörperchen enthalten eine hohe Anzahl von Babesiose-Erregern, die durch Anfärbung des Blutausstrich sichtbar werden. Außerdem besteht die Möglichkeit eine Babesiose schon bei einer geringen Erregerzahl nachzuweisen, indem die Bakterien aus der Blutprobe des Patienten angezüchtet werden.

Therapie und Vorbeugung
Die Babesiose lässt sich Medikamenten, die auch in der Malariatherapie angewendet werden, behandeln. Die Empfehlung ist, Chinin und Clindamycin für 7 Tage unter sorgfältiger Überwachung des Arztes einzunehmen. Meistens bleiben Beschwerden, wie Unwohlsein, Ermüdung und leichtes Fieber noch über Wochen und Monate nach der Behandlung bestehen.

Einer Babesiose können sie durch Beachtung unserer Tipps, die sie in unserem Artikel "Schutz vor einem Zeckenbefall" nachlesen können, vorbeugen

Fachmännische Entfernung einer festsitzenden Zecke


Symptome

Die Symptome der Babesiose treten nach einer Inkubationszeit von 1 bis 4 Wochen ein. Zu den ersten Beschwerden zählen vor allem

  • Abgeschlagenheit

  • Appetitlosigkeit

  • Gewichtsverlust

  • Unwohlsein/Übelkeit

In den folgenden Tagen tritt Fieber auf, das kontinuierlich ansteigt und sehr hohe Werte erreicht, das begleitet wird von

  • Schüttelfrost

  • starkem Schwitzen

  • Muskelschmerzen

  • Gliederschmerzen

  • starkem Kopfschmerzen

Manchmal kommt es zusätzlich noch zu:

  • schwerer Blutarmut (Anämie)

  • Gelbsucht (Ikterus)

  • Nierenversagen

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 01.04.2008
 
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