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Bandverletzungen des Sprunggelenks

Bandverletzungen des Sprunggelenks entstehen oft beim Sport


Bandverletzungen des Sprunggelenks entstehen oft beim Sport
(Quelle: DAK)

Das Sprunggelenk ermöglicht Fußbewegungen gegenüber dem Unterschenkel. Man unterteilt das obere und das untere Sprunggelenk. Die Verletzungen des oberen Sprunggelenks zählen mit denen des Kniegelenks zu den häufigsten Verletzungen des Körpers überhaupt. Häufig passieren solche Verletzungen beim Sport. Durch die großen Kräfte und Hebel, die auf das relativ kleine Gelenk wirken, bedarf es einiger Bänder zur Unterstützung und zur Stabilität, welche je nach Einwirkung dann auch verletzt werden können.


Ursachen einer Bandverletzung

Bandverletzungen im Sprunggelenk entstehen meist durch ein Trauma, das Umknicken ist hierbei die häufigste Ursache. Knickt der Fuß nach innen um, bezeichnet man dies als Supinationstrauma. Dabei sind die Außenbänder betroffen. Knickt der Fuß nach außen, spricht man von einem Pronationstrauma und die Gewalteinwirkung betrifft die Innenseite (Innenband). Geht solch ein Umknicken glimpflich aus, kommt man als Betroffener mit einer Bänderdehnung oder einem Bandanriss (Teilruptur) davon. Eine Bänderdehnung wird auch Verstauchung (Distorsion) bezeichnet und ist mit fast drei Viertel aller Sprunggelenksverletzungen die häufigste. Diese werden in der Regel nicht operiert. Reißen mehrere Bänder, wird die Verletzung gegebenenfalls operiert. Dies muss jedoch nicht unbedingt nötig sein. Mehrere Bänderdehnungen, wie sie manche Sportler in ihrer aktiven Zeit erleben, können langfristig zu einer Instabilität des Sprunggelenkes führen.

Wird bei massivem Umknicken die Sprunggelenksgabel, die aus Schien- und Wadenbein besteht, durch das Sprungbein (Talus) auseinandergedrückt, kann ein so genannter Syndesmoseriss entstehen. Die Syndesmose ist ein Band, welches Schien- und Wadenbein miteinander fixiert und schon bei einem Riss (Ruptur) von mehr als zwei Millimetern kann später eine Sprunggelenksarthrose entstehen. Ein Syndesmoseriss kommt meistens in Kombination mit einem Knochenbruch vor. Grundsätzlich ist bei Bandverletzungen die Knöchelaußenseite viel öfter betroffen als die Innenseite. Bänder können längs oder quer zu ihrem Verlauf reißen oder gar mitsamt der knöchernen Ansatzstelle aus dem Knochen ausreißen. Glatte Risse quer durch das Band kommen nur selten vor.


Welche Symptome zeigt eine Bandverletzung am Sprunggelenk?

Direkt nach der Bandverletzung kommt es zu einer Schwellung des betroffenen Bereichs, ebenso ist dieser Druck schmerzhaft im Bereich der Bandansätze. Tritt die Schwellung sehr schnell und punktartig auf, liegt es nahe, das auch die Sprunggelenkkapsel Schaden genommen hat. Unmittelbar nach dem Trauma ist die Gehfähigkeit deutlich reduziert oder gar aufgehoben.


Wie wird eine Bandverletzung diagnostiziert?

Mittels Röntgenaufnahme wird ein eventueller Bruch (Fraktur) ausgeschlossen. Ein Bluterguss (Hämatom) deutet auf eine Gewebsschädigung hin. Der Untersuchende überprüft mit den Händen eine Aufklappbarkeit zur Seite und nach vorne, so wird das Sprunggelenk als "gehaltene" Aufnahme geröntgt. Werden hierbei die Bänder ihrer bewegungshemmenden Funktion nicht gerecht, kann man das Gelenk ein wenig "aufklappen". Je nach Größe dieser Bewegung kann man Rückschlüsse auf die Anzahl der Bänderrisse gewinnen.


Wie verläuft die Therapie einer Bandverletzung?

Die medizinische Erstversorgung beinhaltet ein Hochlagern des betroffenen Fußes beziehungsweise Beins in Verbindung mit ständiger Kühlung des geschädigten Bereichs. Eine Bandage kann der Schwellung entgegenwirken. Häufig wird eine Bandverletzung konservativ behandelt, das heißt, ohne Operation. Studien belegen, dass nach Operation der Außenbänder langfristig die gleiche Stabilität entsteht wie bei konservativer Versorgung. Der Unterschied besteht in der längeren Rehabilitationszeit, die eine operativ versorgte Bandverletzung mit sich bringt und natürlich die grundsätzlichen Risiken eines operativen Eingriffs gegenüber einer konservativen Versorgung.

Bei einer Operation werden die gerissenen Bänder wieder vernäht. Konservativ wird das Sprunggelenk mit einer Schiene (Orthese) versorgt, die ein Umknicken während der Heilungsphase verhindert und die Bänder während dieser Zeit entlastet. Auch nach einer Operation wird für etwa sechs Wochen eine Schiene getragen. Nach konservativer Behandlung eines Bänderrisses ist Sport oft wieder bereits nach zwei Monaten möglich, nach Operation etwas später.

Selbst bei einem Riss aller drei Außenbänder muss nicht unbedingt operiert werden, bei Personen, die sehr sportlich sind wird manchmal operiert. Ein gerissenes Innenband muss nur dann operiert werden, wenn einer der Bandfetzen in den Gelenkspalt gelangt, ansonsten ist auch hier eine konservative Versorgung angezeigt. Nach zwölf Wochen sollte das betroffene Sprunggelenk wieder voll belastbar sein.


Kann man einer Bandverletzung am Sprunggelenk vorbeugen?

Aufgrund des traumatischen Ursprungs kann man einer Bandverletzung am Sprunggelenk nur bedingt vorbeugen. Schuhe, die über die Knöchel reichen, bieten dem Sprunggelenk mehr Schutz bei Aktivitäten, die ein erhöhtes Risiko mitbringen. Sportler, die schon durch frühere Verletzungen vorbelastet sind, können die Sprunggelenke mittels Tape-Verband unterstützen.


Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen an die Experten der Orthopädie-Expertenrat.

Quellen:
Niethard, F. , Pfeil, J.:Orthopädie. Thieme Verlag, Stuttgart 2005
Weineck, J.: Sportanatomie, PERIMED-spitta Verl.-Ges., Balingen 1995

 

Autor: Christian Fiala 
Letzte Änderung am: 12.03.2009
 
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