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Beinschwellung (Beinödem)

Wechselduschen trainieren die Gefäße und können Beinschwellungen vorbeugen

Wechselduschen trainieren die Gefäße und können Beinschwellungen vorbeugen
(Foto: Photodisc)

Beinschwellung (Beinödem) bezeichnet eine übermäßige Flüssigkeitsansammlung im Gewebe. Zahlreiche Ursachen können zu Beinödemen führen. Natürlich sind Ödeme auch in anderen Körperregionen möglich. Das Lymphgefäßsystem ist im Körper für den Abtransport von Gewebsflüssigkeit zuständig. Es ist ähnlich weit verzweigt wie das Blutgefäßsystem, allerdings nicht als zirkulierender Kreislauf. Feinste Lymphbahnen reichen bis ins Gewebe hinein und transportieren die Flüssigkeit in immer größere Lymphgefäße, bis die letzte Lymphbahn die Flüssigkeit dem venösen Blutkreislauf zuführt und sie so über die Nieren ausgeschieden wird.


Ursachen für ein Beinödem

Die Beinschwellung, das so genannte Beinödem findet sich häufig bei älteren Menschen, hier tritt es meist beidseits auf und hat fast immer einen chronischen Verlauf. Das früher als Wassersucht bezeichnete Krankheitsbild kann zum einen Folge einer Herzschwäche (Insuffizienz) sein, beginnt zuerst an den Sprunggelenken und staut sich dann allmählich beinaufwärts. Zum anderen können auch bei verminderter Nierenleistung oder nach Operationen Beinödeme auftreten. Auch ein Venenverschluss (Thrombose) zieht ein Beinödem nach sich. Viele Erkrankungen von Arterien oder Venen können Wassereinlagerungen zur Folge haben. Dezente Wassereinlagerungen können sich bereits bei längerem Sitzen ohne ausreichende Bewegung einstellen. Dies bedeutet gleichzeitig eine erhöhte Thrombosegefahr für den Betroffenen. Ebenso kann eine Störung des Elektrolythaushaltes zu einer Vermehrung der Gewebsflüssigkeit und so zu einer Beinschwellung führen.


Beinschwellung nach traumatischem Ereignis

Ödeme können ebenso nach traumatischen Ereignissen entstehen. Diese treten jedoch meist nur vorübergehend auf. Sie betreffen in der Regel auch nicht das ganze Bein, sondern nur die verletzte Region. Beispielsweise nach einem Knochenbruch (Fraktur), einem Bänderriss (Ruptur) - praktisch nach allen Verletzungen, bei denen Gewebe beschädigt wird, entsteht häufig eine Beinschwellung. Diese wird vom Lymphgefäßsystem während des Heilungsprozesses wieder abgebaut und bildet sich zurück. Anders ist es nach Operationen, hier kann es je nach Diagnose zu chronischen Ödemen kommen. Müssen bei einer Krebsoperation Lymphknoten entfernt werden, was beispielsweise bei Brustkrebs häufig vorkommt, muss der Betroffene oft dauerhaft lymphsystemunterstützende Therapien in Anspruch nehmen, um Ödemen entgegenzuwirken.


Welche Symptome zeigt ein Beinödem?

Hat sich zu viel Flüssigkeit im Gewebe gesammelt, nimmt der Umfang des Beines meist beginnend am Knöchel zu. Mit dem Finger lässt sich eine Beule ins Gewebe drücken, die einige Sekunden nach dem Loslassen noch bestehen bleibt. Die Haut ist farblich verändert und gespannt durch den Druck, den die vermehrte Flüssigkeit auf sie ausübt. Je nach Ursache können weitere Entzündungszeichen (Fieber, Rötung) vorhanden sein.


Wie wird ein Beinödem diagnostiziert?

Da das Ödem selbst ein Symptom ist, beginnt die Diagnostik mit der Suche nach der Erkrankung, die zum Ödem geführt hat. Kann der Hausarzt zuordnen, dass eine Herzschwäche vorliegt, überweist er den Patienten beispielsweise zum Herzspezialisten (Kardiologe). Liegt eine Thrombose vor, muss der Betroffene umgehend ins Krankenhaus eingewiesen werden.


Wie sieht die Therapie bei Beinödemen aus?

Auch die Behandlung des Beinödems richtet sich nach der Ursache, das heißt nach der Grunderkrankung. Eine chronische Beinschwellung wird oftmals mit regelmäßiger Lymphdrainage und oder mit Kompressionsstrümpfen behandelt. Die Lymphdrainage ist eine spezielle Massagetechnik, mit der Flüssigkeit aus dem Gewebe transportiert werden kann, um das Lymphgefäßsystem kurzfristig oder bei regelmäßiger Anwendung nachhaltig zu unterstützen. Bei anderer Ursache, einer Thrombose beispielsweise, wird das Beinödem im akuten Stadium nur medikamentös behandelt. Je nach Grunderkrankung, die für die Beinschwellung verantwortlich ist, wird ein spezielles Therapieverfahren eingesetzt.


Wie kann man einer Beinschwellung vorbeugen?

Grundsätzlich vermindert man das Risiko eines Beinödems, indem man Risikofaktoren für Herzerkrankungen minimiert und so Herzschwäche und Durchblutungsstörungen vorbeugt. Mit regelmäßiger Bewegung beziehungsweise Sport fördert man die Durchblutung des Organismus und trainiert sein Herz-Kreislaufsystem. Kalt-warme Wechselbäder sind als Gefäßtraining bekannt, denn kaltes Wasser verengt die Gefäße und warmes Wasser weitet die Blutgefäße. Saunagänge stärken das Immunsystem, auf gesunde und ausgewogene Ernährung sollte man im Rahmen eines gesunden Lebensstils ohnehin achten.


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Quellen:
Hees, H. Sinowatz, S.: Allgemeine und Spezielle Pathologie, Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 1996
Földi, M. , Kubik, S. (Hrsg): Lehrbuch der Lymphologie, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, 1993
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, de Gruyter Verlag, Berlin, 2008

 

Autor: Christian Fiala 
Letzte Änderung am: 20.05.2009
 
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