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Gutartige Prostatavergrößerung

Die gutartige Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse) bezeichnet man auch als benigne Prostatahyperplasie (BPH) oder Prostataadenom. Meist tritt sie etwa ab dem 60. Lebensjahr auf, manchmal aber auch schon früher. Die Benigne Prostatahyperplasie ist eine gutartige Wucherung des Binde- und Stützgewebes der Prostata. Sie ist eine der häufigsten Ursachen für eine Blasenentleerungsstörung beim Mann.

Welche Gründe kann es für die Prostatavergrößerung geben?
Die Ursachen (Ätiologie) sind noch weitgehend unbekannt. Man vermutet eine Anhäufung bestimmter Hormone in der Prostata und eine relative Vermehrung der Östrogene im Körper.

Wie schnell verläuft die Prostatavergrößerung?
Die benigne Prostatahyperplasie hat einen langsamen und schubweisen Verlauf, so dass sie zunächst meist gar nicht bemerkt wird. Tatsächlich können die ersten Beschwerden auch erst nach Jahren auftreten.

Was sind die häufigsten Symptome?
Treten dann Beschwerden auf, handelt es sich oft zuerst um eine allmähliche Abschwächung des Harnstrahls und einen verzögerten Beginn des Wasserlassens. Dadurch, dass die Prostata immer weiter wächst, wird mit der Zeit die Harnröhre immer enger, und der untere Teil der Harnblase (der so genannte Blasenhals) wird nach oben verdrängt. Es kommt zu Blasenentleerungsstörungen und nächtlichem Harndrang. Durch eine chronische Überbeanspruchung der Blasenmuskulatur kommt es zur so genannten "Balkenblase" (die Blasenmuskeln nehmen stark an Größe zu). Später büßen die Muskeln deswegen immer mehr ihre Funktion ein, das heißt, sie erschlaffen, so dass auch nach der Blasenentleerung Restharn in der Blase bleibt. Es besteht eine Gefahr von Infektionen oder im Extrem von einer Niereninsuffizienz (Nierenversagen).

Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Der Arzt wird zunächst eine rektale Untersuchung durchführen, bei der er die vergrößerte Prostata tasten kann. Hierbei ist eine gutartige Vergrößerung von einem Prostatakrebs zu unterscheiden. Das kann man zum Beispiel auch über Laborparameter (PSA) oder durch bildgebende Verfahren (TRUS=Trans-Rektaler UltraSchall). So wird die genaue Größe der Prostata sowie die Restharnmenge sonographisch (also durch Ultraschall) bestimmt. Eine Balkenblase kann man mit Hilfe einer Blasenspiegelung (Zystoskopie) erkennen. Eine wirklich sichere Unterscheidung vom Prostatakrebs lässt sich aber bei entsprechendem Verdacht (PSA-Erhöhung) nur durch eine Gewebeprobe (Biopsie) erreichen.

Wie sieht die Therapie aus?
In einem frühen Stadium der Prostatavergrößerung sind meist noch einfache Maßnahmen wie das Vermeiden von kalten alkoholischen Getränken sinnvoll. In diesem Stadium helfen oft auch pflanzliche Medikamente (z.B. auch Kürbiskerne). In späteren Stadien mit verstärkter Symptomatik hilft meist nur eine operative Therapie, wobei neben den konventionellen Methoden auch minimal invasive Verfahren mit sehr geringen Komplikationen zur Verfügung stehen. Es gibt dazu eine Übersicht über die Behandlungsmöglichkeiten.

Was bedeutet Vorsorgeuntersuchung?
Eine Früherkennung der gutartigen Prostatavergrößerung ist möglich. Jeder Mann sollte etwa ab dem 45. Lebensjahr einmal im Jahr die Prostata bei einem Urologen untersuchen lassen (PSA und TRUS).


Symptomschwere bei Benigner Prostatahyperplasie

Der am häufigsten von Ärzten verwendete Index zur Quantifizierung der subjektiven Symptome für die Benigne Prostatahypertrophie BPH ist der IPSS ("International Prostate Symptom Score Index"). Dabei werden einzelne Symptome bewertet und daraus ein Gesamtwert berechnet, der den Schweregrad aller Symptome zusammenfasst. Auf diesem Wert beruhen auch die Therapieentscheidungen. Für eine korrekte Diagnosestellung muss man unbedingt einen Arzt aufsuchen

Die Punktwerte des Internationalen Prostasta Symptomen-Score (IPSS) kommen so zustande:

Die Bewertung wird unterteilt in:
  • mild (0 bis 7)
  • mäßig (8 bis 19)
  • schwer (20 bis 35)

Im Allgemeinen sind mäßig starke bis schwere Symptome therapiebedürftig. Der Index wird direkt vom Arzt erhoben.


Sie haben weitere Fragen zum Thema Prostatavergrößerung? Wenden Sie sich an Prof. Dr. med. Ruediger Heicappell auf QualiMedicPlus.


weiter zu Nichtoperative Verfahren bei Benigner Prostatahypertrophie

Quelle: Medtronic

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 14.04.2008
 
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