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Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Bindehautentzündung

Eine Bindehautentzündung gehört zu den häufigsten Augenkrankheiten
(Quelle: Gleim/PIXELIO)

Die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) gehört zu den häufigsten Augenerkrankungen. Sie ist im Allgemeinen nicht schwerwiegend, muss aber in jedem Fall fachgerecht behandelt werden. Bemerkbar macht sie sich durch Jucken, Brennen oder ein anhaltendes Fremdkörpergefühl im Auge. Oft rötet sich das Weiße des Augapfels. Insbesondere in den Augenwinkeln sammelt sich gelblich-weißes Sekret.

Wodurch wird eine Bindehautentzündung verursacht?

Die möglichen Ursachen einer Bindehautentzündung sind vielfältig. Bakterien, Pilze und Viren können in Folge einer Erkältung beteiligt sein. Nicht selten spielen auch Staub, Rauch oder Zugluft eine Rolle sowie die übermäßige UV-Bestrahlung etwa in Solarien oder sonnenbeschienenen Schneelandschaften.

Sehr häufig sind Bindehautentzündungen als Folge einer allergischen Reaktion auf Pollen, Tierhaare und Schimmelpilze (allergische Rhinokonjunktivitis). Nicht zuletzt sind Chlamydien als Verursacher zu nennen, eine Bakterienart, die vornehmlich durch ungeschützte sexuelle Kontakte übertragen wird.

Wie äußert sich eine Bindehautentzündung?

Bei einer Bindehautentzündung rötet sich meist das Auge. In den Augenwinkeln sammelt sich klebriges Sekret, das im Fall einer allergisch bedingten Reaktion meist durchsichtig ist. Es können beide Augen oder nur ein einzelnes betroffen sein. Häufig schwellen die Augenlider an. Das spezifische Fremdkörpergefühl im Auge wird oft begleitet von Juckreiz.

Wie wird eine Bindehautentzündung diagnostiziert?

In den meisten Fällen erkennt der Arzt eine Bindehautentzündung an ihrem typischen Erscheinungsbild. Um einen möglichen Erreger genauer zu identifizieren, kann ein Abstrich der Bindehaut genommen werden. Eine Bindehautentzündung verschlechtert in der Regel nicht das Sehvermögen, wodurch sie sich von anderen, schwerwiegenderen Augenerkrankungen unterscheidet.

Die Behandlung der Bindehautentzündung

Bei der Behandlung einer Bindehautentzündung ist Hygiene außerordentlich wichtig. Handtücher, Waschlappen und Tücher sollten nur vom Erkrankten benutzt und nach jedem Gebrauch gewaschen werden.

Sind Bakterien die Verursacher, können Antibiotika zur Behandlung infrage kommen. Bei allergischen Reaktionen sind sie dagegen wirkungslos. Hier können Augentropfen mit den Wirkstoffen Cromoglicinsäure (DNCG) oder Nedocromil Abhilfe schaffen. Auch Antihistaminika und kortisonhaltige Medikamente werden häufig gegeben.

Zur Sicherheit und Vermeidung von weiteren Infektionen sollten Medikamente anderer Erkrankter nicht mitbenutzt werden. Augentropfen und Salben sollten zudem entsorgt werden, wenn sie vor mehr als einem Monat angebrochen wurden. Es ist ratsam, Augenbäder und andere Hausmittel nicht ohne ärztlichen Rat anzuwenden.

Verlauf der Bindehautentzündung

Wird eine Bindehautentzündung fachgerecht behandelt und die Reizquelle ausgeschaltet, bildet sie sich in den meisten Fällen innerhalb weniger Tage zurück. Geschieht dies nicht, spricht dies für eine Verschlimmerung der Erkrankung beziehungsweise für ein mögliches Übergreifen der Infektion auf weitere Bereiche des Auges, zum Beispiel auf die Hornhaut. In solchen Fällen ist die ärztliche Kontrolle des Krankheitsverlaufs unbedingt anzuraten.

Wie kann man einer Bindehautentzündung vorbeugen?

Die so genannte Reizkonjunktivitis wird durch Rauch, Staub und vor allem Zugluft ausgelöst. Bei Hitze sollten beispielsweise Autofahrer darauf achten, dass weder ihnen noch den Beifahrern Zugluft direkt ins Gesicht bläst. Das gilt auch für Situationen, in denen man für längere Zeit im Durchzug sitzt.

Neben der Vermeidung von Zugluft helfen Maßnahmen wie Schutzbrillen bei staubigen Arbeiten sowie gute Sonnenbrillen. Auch ist es ratsam, sich nicht mit schmutzigen Fingern die Augen reiben und beim Auftragen von Sonnencreme in der Augenregion vorsichtig sein. Kommen Bindehautentzündungen gehäuft vor, lohnt es sich unter Umständen, die Gesichtskosmetik nach allergieauslösenden Inhaltsstoffen zu überprüfen.


Falls Sie hierzu weitere Fragen haben, wenden Sie sich an die Fachärztin in der Augenarzt-Expertenrat.

Quellen:
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), in Abstimmung mit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG): Allergische Rhinokonjuktivitis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 061/014 (Stand August 2003)

 

Autor: Peter Gelhard 
Letzte Änderung am: 09.10.2008
 
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