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Blasensteine

Blasensteine lassen sich durch eine Flüssigkeitszufuhr von etwa drei Litern täglich vorbeugen

Blasensteine lassen sich durch eine Flüssigkeitszufuhr von etwa drei Litern täglich vorbeugen
(Quelle: DAK/Hanuschke und Schneider)

Blasensteine sind Ablagerungen in der Blase (Konkremente), die sich aus Bestandteilen des Urins zusammensetzen (z.B. Kalzium, Oxalat, Phosphat oder Harnsäure) und hühnereigroß werden können. Sie gehören zur Gruppe der Harnsteine, die man in Nierensteine, Harnleitersteine und Blasensteine unterscheidet. Man spricht deshalb auch von Harnblasensteinen.

Im Jahr 2000 litten etwa 1,2 Millionen Menschen an einer Harnsteinerkrankung. Harnblasenteine kommen besonders bei älteren Männern und übergewichtigen Personen vor.

Was sind die Ursachen von Blasensteinen?

Bei den Ursachen unterscheidet man zwischen primären und sekundären Harnblasensteinen. Von primären Blasensteinen spricht man, wenn sich die die Ablagerungen durch eine Auskristallisierung im Urin direkt in der Blase entwickeln. Für diese Auskristallisierung werden die folgenden Gründe verantwortlich gemacht:

  • Stoffwechselstörungen, z.B. Gicht
  • Abflussbehinderungen in den ableitenden Harnwegen, z.B. durch eine Prostatavergrößerung, einen Tumor, eine Engstelle in der Harnröhre oder bei nervlich bedingten Blasenentleerungsstörungen
  • Entzündungen der ableitenden Harnwege
  • falsches Trinkverhalten (zu geringe Flüssigkeitsaufnahme)
  • falsche Ernährung
  • stark eingeschränkte körperliche Bewegung (z.B. langes, krankheitsbedingtes Liegen)

Als sekundäre Harnblasensteine bezeichnet man Ablagerungen, die sich in einem anderen Organ (z.B. der Niere) gebildet haben und über die Harnleiter in die Blase gelangen. Sekundäre Harnblasensteine kommen weitaus seltener vor als primäre Harnblasensteine, weil die Steine, die in die Harnblase gelangt sind, oftmals einfach über die Harnröhre ausgespült werden.

Wie äußern sich Blasensteine?

Ob und in welcher Form Beschwerden auftreten, ist abhängig von der Größe, der Lage und der Beweglichkeit der Blasensteine. Verschließt ein Blasenstein den Harnblasenausgang, staut sich der Harn zeitweise auf. Dadurch ist durchgehendes Wasserlassen oft nicht möglich, obwohl der Betroffene weiterhin den Drang zum Wasserlassen verspürt. Hat sich bereits eine Entzündung entwickelt, können Schmerzen auftreten, je nach Art der Entzündung im Unterbauch, in den Geschlechtsorganen bis hin zum Rücken.

Ein Brennen beim Wasserlassen und Blut im Urin können ebenfalls auf Blasensteine hinweisen.

Wie werden Blasensteine diagnostiziert?

Erster Schritt der Diagnose von Blasensteinen ist eine ausführliche Befragung durch den Urologen nach den Symptomen, der Krankheitsvorgeschichte (Anamnese) und seinen Lebensgewohnheiten. Oft kann der Arzt anhand der Ernährungsgewohnheiten und Lebensumstände des Erkrankten bereits das Risiko, an Blasensteinen erkrankt zu sein, einschätzen. Um die Diagnose zu bestätigen, werden bildgebende Verfahren wie eine Ultraschall- (Sonographie) oder Röntgenuntersuchung eingesetzt. Fast immer wird bei Verdacht auf Blasensteine auch eine Blutuntersuchung durchgeführt, anhand derer die Anzahl der weißen Blutkörperchen bestimmt werden kann. Ein erhöhter Wert an weißen Blutkörperchen (Leukozyturie) kann ein weiterer Hinweis auf eine Blasenstein-Erkrankung sein.

Eine weitere Untersuchungsmethode ist das retrograde Ureteropyelogramm (UPG). Dabei wird mittels eines Instruments, das der Urologe durch die Harnröhre in die Blase einführt (Zystoskop), ein Kontrastmittel in den Harnleiter eingebracht. So können Harnblase und Harnleiter sowie mögliche Steine mit den bildgebenden Verfahren plastisch dargestellt werden.

Wie können Blasensteine behandelt werden?

Die Art der Therapie der Blasensteine richtet sich nach ihrer Zusammensetzung, ihrer Größe und Beschaffenheit sowie ihrer Lage. So können kleine Steine durch eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr (meistens in Verbindung mit krampflösenden und schmerzstillenden Medikamenten) regelrecht ausgeschwemmt werden. Auch können bestimmte körperliche Bewegungsabläufe (z.B. Hüpfen) dazu beitragen, dass die Steine die Harnleiter passieren.

Eine weitere Möglichkeit, die Blasensteine zu entfernen, besteht darin, sie durch die Gabe von Medikamenten aufzulösen (Litholyse). Größere Steine werden mittels einer Ultraschalluntersuchung lokalisiert und anschließend durch Stoßwellen zertrümmert. Diese Form der Behandlung nennt man Extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie (ESWL).

Bei der Perkutanen Nephrolitholapaxie (PCNL) wird von außen mithilfe einer Punktionsnadel ein dünner Kanal bis zur Niere gelegt, über den die Blasensteine zertrümmert und entfernt werden können.

Die Ureterorenoskopie (URS) bietet die Möglichkeit, Steine durch die Harnröhre zu entfernen. Dazu wird ein dünnes Rohr über die Harnröhre in die Blase und weiter in den Harnleiter eingeführt. Eine offene Operation, um Blasensteine zu entfernen, wird nur noch sehr selten und nur dann durchgeführt, wenn die genannten minimal-invasiven Verfahren nicht angewandt werden können.

Wie ist die Prognose einer Blasensteinbehandlung?

Wurden die Blasensteine erfolgreich entfernt, besteht zunächst Beschwerdefreiheit. Allerdings kommt es bei mehr als der Hälfte aller Betroffenen zu einer wiederholten Harnsteinbildung. Um das zu verhindern, sollte der Erkrankte in Absprache mit dem Arzt auf eine ausgewogene Ernährung achten und reichlich trinken. In Einzelfällen kann die Gabe von Medikamenten sinnvoll sein.

Wie kann man Blasensteinen vorbeugen?

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um der Bildung von Blasensteinen vorzubeugen. Mindestens 2,5 bis 3 Liter Wasser, Früchtetee oder verdünnter Fruchtsaft sollten über den Tag verteilt getrunken werden. Der Genuss von schwarzem Tee, Bohnenkaffee und Alkohol ist hingegen einzuschränken. Darüber hinaus kann nach einer Blasensteinentfernung eine Ernährungsumstellung sinnvoll sein. Dazu kann eine Einschränkung von Milch- und Milchprodukten, Spinat, Rhabarber und Tomaten gehören.


Ihre Fragen zum Thema Blasensteine können Sie in der Hausarzt-Expertenrat stellen.

Quellen:
Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. und Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., www.urologenportal.de (Stand: Mai 2008)

 

Autor: Alexandra Heil 
Letzte Änderung am: 06.11.2008
 
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