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Blut

Blutkonserven werden in ihre Bestandteile aufgeteilt

Blutkonserven werden unmittelbar nach der Spende in ihre Bestandteile aufgeteilt
(Quelle: AOK-Mediendienst)

Das Blut ist eine lebenswichtige Körperflüssigkeit, die vom Herzen durch die Blutgefäße in den Körper und zu den Organen gepumpt wird und dabei verschiedene Funktionen erfüllt. Blut besteht aus festen (Blutzellen) und flüssigen (Blutplasma) Bestandteilen. Das Gewicht des Bluts beträgt beim Menschen etwa ein Zwölftel des Körpergewichts. Dies entspricht durchschnittlich 4,5 bis 6 Litern Blut.


Funktionen des Bluts

Das Blut sorgt durch seine Zirkulation für den ständigen Stoffaustausch aller Organe untereinander. Auf diese Weise führt es jedem Organ die Stoffe zu, die es für seine Funktion benötigt. Das Blut liefert und verteilt Wasser, Salze, Zucker, Proteine, Wärme, Gase und Hormone. So erfüllt das Blut viele wichtige Funktionen für den Körper:

  • Zellatmung Über das Blut wird eingeatmeter Sauerstoff aus der Lunge in die Zellen des Körpers transportiert. Als Nebenprodukt der Zellatmung entsteht dann Kohlendioxid, welches vom Blut aufgenommen, zur Lunge transportiert und über diese ausgeatmet wird.
  • Ernährung der Zellen Nährstoffe, die im Magen-Darm-Trakt vom Körper aufgenommen werden, gelangen über das Blut zu den anderen Organen. Überschüssige Nährstoffe werden mithilfe des Bluts in die Speichergewebe, wie beispielsweise die Fettsäuren ins Fettgewebe, gebracht. Abfallstoffe, die während der Stoffwechselprozesse der einzelnen Organe entstehen, werden wiederum vom Blut aufgenommen und zur Niere befördert, über die sie ausgeschieden werden.
  • Hormontransport Das Blut befördert Hormone, die in den Hormondrüsen (endokrine Drüsen), beispielsweise in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) oder Schilddrüse gebildet werden, zu ihren oft weit entfernten Wirkungsstätten im Körper.
  • Regulation der Körpertemperatur Das Blut transportiert die Wärme, die in den Organen bei Stoffwechselreaktionen im Überschuss gebildet wird, in die Haut. Über die Haut wird die Wärme dann abgegeben. Der Blutkreislauf gewährleistet aber auch, dass jedes Organ die Wärme erhält, die es für seine Aufgaben benötigt.
  • Abwehrfunktion Im Blut befinden sich weiße Blutkörperchen, die Leukozyten (Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten), die neben den Antikörpern Bestandteile des Immunsystems sind und den Körper unter anderem vor Krankheitserregern schützen.
  • Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts Über die Nahrung und mit Getränken aufgenommene Flüssigkeit und Elektrolyte (Mineralien wie Natrium und Kalium) werden bis zu den Kapillaren transportiert und dort in die Gewebe abgegeben, die Wasser und Mineralien benötigen. Gleichzeitig geben auch die Gewebe Flüssigkeit und Mineralien an die Kapillaren ab. Überschüssiges Wasser wird über die Nieren ausgeschieden.
  • Aufrechterhaltung des pH-Werts Im Körper können Stoffwechselvorgänge nur dann funktionieren, wenn der pH-Wert des Bluts sich innerhalb bestimmter Grenzen befindet. Ein optimaler pH-Wert liegt zwischen 7,36 und 7,44 und ist ständigen Schwankungen unterworfen. Der pH-Wert wird über das Puffersystem des Bluts reguliert, sodass der Körper weder einen Säureüberschuss noch einen zu hohen Anteil an Basen aufweist.

Blutbestandteile

Das Blut besteht aus verschiedenen Bestandteilen, die jeweils unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Es wird dabei unterschieden zwischen flüssigen Bestandteilen, Blutplasma und festen Bestandteilen (Blutzellen).

Blutbestandteile
Blutplasma (58%) Blutzellen (42 %)
Wasser 90 % des Plasmas Rote Blutkörperchen etwa 5 bis 6 Millionen pro Mikroliter
Eiweiße 8 % des Plasmas Weiße Blutkörperchen ca. 5.000 pro Mikroliter
Mineralstoffe, Spurenelemente,
Traubenzucker, Abfallstoffe
2 % des Plasmas Blutplättchen etwa 200.000 pro Mikroliter


Das Blutplasma

Das Blutplasma besteht zu etwa 90% aus Wasser, zu zehn Prozent aus Eiweißen (Proteine) und aus einer geringen Menge Mineralstoffen, Salzen und anderen Bestandteilen. Es hat eine leicht gelbliche Färbung.

Das im Blutplasma am häufigsten vorkommende Eiweiß ist Albumin. Es verhindert unter anderem den Austritt von Wasser aus den Gefäßen in das Gewebe und hält somit den kolloidosmotischen Druck aufrecht. Weitere wichtige Proteine sind die Antikörper (Immunglobuline). Sie binden an schädliche Fremdkörper wie beispielsweise Bakterien und machen diese für den Körper unschädlich. Die Lipoproteine transportieren Fette und Cholesterin durch den Körper. Weiter sorgen Gerinnungsfaktoren zusammen mit den Blutplättchen für die Blutstillung und verhindern so größeren Blutverlust nach einer Verletzung des Körpers.


Die Blutzellen

Im Knochenmark werden jeden Tag viele Millionen rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) gebildet. Sie haben nur eine kurze Lebensdauer, bevor sie entweder in der Milz aus dem Blut herausgefiltert und abgebaut werden oder eingedrungene Bakterien beseitigen und danach absterben.

Rote Blutkörperchen versorgen die Organe mit Sauerstoff aus der Lunge und transportieren Kohlendioxid aus den Organen zurück zur Lunge. Dazu nutzen sie das Protein Hämoglobin. An dieses Eiweiß bindet sich über ein Eisenmolekül in der Lunge Sauerstoff und wird beispielsweise in den Muskeln, in denen Sauerstoff schnell verbraucht wird, wieder abgegeben.

Weiße Blutkörperchen werden auch Leukozyten genannt. Zu ihnen zählen die Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten. Ihre Funktion besteht darin, den Körper vor schädlichen Angriffen zu schützen. Sie unterscheiden körpereigene von körperfremden Substanzen, spüren Krankheitserreger auf und wehren diese ab. Weiße Blutkörperchen zirkulieren nur teilweise im Blut und können sich auch im Gewebe befinden. Die Lymphozyten befinden sich in den Organen des lymphatischen Systems.

Blutplättchen (Thrombozyten) heilen Verletzungen in den Gefäßen. Sobald sie mit dem Protein Kollagen in Kontakt kommen, leiten sie innerhalb von Sekunden die Blutgerinnung ein. Die Blutplättchen verkleben miteinander und bilden einen Zellpfropf, der die Verletzung abdichtet.


Erkrankungen des Bluts

Viele Erkrankungen lassen sich an Veränderungen der Blutzusammensetzung erkennen und nach ihrem Schweregrad einschätzen. Deshalb wird das Blut oft auf Auffälligkeiten hin untersucht. Neben den Krankheiten, die durch Veränderungen im Blutbild erkennbar werden, gibt es auch Erkrankungen, die das Blut selbst befallen.

Zu den wichtigsten Erkrankungen des blutbildenden Systems zählen:

  • Blutarmut (Anämie)
  • Bluterkrankheit (Hämophilie)
  • Blutkrebs (Leukämie)

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Quellen:
F.A. Brockhaus (Hrsg.): Der Gesundheits Brockhaus. F.A. Brockhaus, Mannheim 2001
F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006
Leonhardt, H.: Taschenatlas der Anatomie. Band 2. Innere Organe. Stuttgart, Thieme 1991
Meyers Lexikonverlag (Hrsg.): Wie funktioniert das? Der Mensch und seine Krankheiten. Meyers Lexikonverlag, Mannheim 2000

 

Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 11.12.2008
 
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