Blutungen, Menstruation und Menstruationsstörungen
Häufigste Ursache für vaginale Blutungen ist die Menstruation - eine regelmäßig wiederkehrende Blutung während der geschlechtsreifen Zeit der Frau. Außerhalb der Menstruation ist die häufigste Ursache für vaginale Blutungen eine Menstruationsstörung aufgrund von Zyklusunregelmäßigkeiten.
Blutung und Schwanger?
 
Tritt die Blutung aber
während einer Schwangerschaft ein, so zeigt der Zeitpunkt und die
Stärke der Blutung, ob es sich möglicherweise um ein
gefährliches Anzeichen handelt. Ein Arztbesuch ist dann in
jedem Fall sinnvoll.
Eine leichte Schmierblutung zur Zeit der Einnistung ist
harmlos, während bei einer stärkeren Blutung sofort
geklärt werden sollte, ob es sich um eine harmlose oder um
eine behandlungsbedürftige Blutung handelt, die
möglicherweise ein Hinweis für eine Fehlgeburt ist.
Die normale Menstruation (Regel) - Eumenorrhoe
Die erste Menstruation
(Menstruationsblutung, Regel, Regelblutung, Periode, Monatsblutung)
signalisiert den Beginn der Geschlechtsreife bei der Frau und wird
als Menarche bezeichnet. Das Menarchealter liegt um das 12. (10.-14.) Lebensjahr.
Jede Frau erlebt während der Geschlechtsreife etwa 400
Menstruationen. Der Körper der Frau wird in diesen Monaten auf
eine mögliche Schwangerschaft
vorbereitet.
Anfangs erfolgt jedoch meist noch kein Eisprung, sondern
der stabile Menstruationszyklus pendelt sich erst langsam ein
(Zyklus =
Kreis = das gleiche Hormonmuster wiederholt sich etwa alle 28
Tage). Deshalb besteht anfangs relative Sterilität. Die letzte
regelrechte Menstruation (
Menopause
) zeigt sich um das 50.
Lebensjahr.
Zykluslänge und Beginn der
Menstruation
Die Zykluslänge ist die Zeitspanne
zwischen zwei Menstruationsblutungen und beginnt am ersten
Blutungstag und endet mit Beginn der nächsten Blutung -
unabhängig von der Länge der Blutung. Gerechnet wird der
1. Tag, an dem richtig rotes Blut zu sehen ist - Schmierblutungen werden hier nicht als
Blutungsbeginn gezählt.
Dauer der Menstruation
Die Dauer der
Menstruation liegt in der Regel zwischen vier und sechs Tagen; die
Stärke ist individuell verschieden. Durchschnittlich verliert
die Frau während der Menstruation zwischen etwa 60 und 80 ml
Blut. Das Blutungsmaximum liegt am zweiten Tag.
Warum gerinnt das Menstruationsblut
nicht?
Das Blut gerinnt nicht, weil es fibrinolytische Enzyme enthält. Die Wirkung
ist auf die Gebärmutter beschränkt. Der übrige
Blutkreislauf wird dadurch nicht beeinflusst.
Schwanger?
Die Menstruation tritt in
jedem Zyklus nur dann ein, wenn keine Schwangerschaft vorliegt. Das
Ausbleiben der Menstruation kann daher als
Hinweis
für das Vorliegen einer Schwangerschaft gelten.
Menstruation und
Hormone
Die hormonellen Vorgänge im
Organismus der Frau, die eine Menstruation auslösen, sind sehr
komplex. Beteiligt sind: Hirnrinde, Hypothalamus (Teil des
Zwischenhirns), Hirnanhangdrüse (Hypophyse), Eierstöcke,
Gebärmutter.
Hygiene während der Menstruation
Das
ausfließende Regelblut stört das physiologische
Scheidenmilieu. Keime, die Entzündungen hervorrufen,
können deshalb während der Menstruation leicht in die
Scheide einwandern. Daher ist besondere Sauberkeit und Vermeidung
des Geschlechtsverkehrs während dieser Tage ratsam. Zum
Auffangen des Blutes werden Binden oder Tampons benutzt. Die
Saugfähigkeit der Tampons ist begrenzt. Deshalb eignen sie
sich nicht bei starken Regelblutungen oder bei Frauen mit einer
Scheiden- oder Gebärmuttersenkung. Die
Regelstärke wird an der Zahl der verbrauchten Binden oder
Tampons pro Tag gemessen.Die Regel kann durch geeignete Hormongaben verschoben oder völlig ausgeschaltet werden (Menolyse).
Blutungsanomalien -
Menstruationsstörungen
Eine reguläre, ohne
Beschwerden verlaufende Menstruationsblutung wird als
Eumenorrhoe bezeichnet. Es gibt aber zahlreiche
Zyklusstörungen, die von diesen Regelmäßigkeiten
stark abweichen - wie z.B. die Menorrhagie, Brachymenorrhoe, Hypermenorrhoe, Hypomenorrhoe, Polymenorrhoe, Oligomenorrhoe, Amenorrhoe. Die Dysmenorrhoe ist keine Blutungs- sondern
eine Befindlichkeitsstörung.
Menstruation und Hormone
Die hormonellen Vorgänge im Organismus der Frau, die eine Menstruation auslösen, sind sehr komplex. Beteiligt sind: Hirnrinde, Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns), Hirnanhangdrüse (Hypophyse), Eierstöcke, Gebärmutter.
Die Hirnrinde spielt insofern eine Rolle, als das Ausbleiben der Regel (Amenorrhoe) oder Zyklusstörungen durch äußere Einflüsse wie Stress, gravierende seelische Ereignisse und Konfliktsituationen hervorgerufen werden können.
Im Hypothalamus werden Releasing- (Freigabe- oder Freisetzungs-) Hormone (GnRH = Gonadotropin releasing hormone) gebildet, die für den normalen Menstruationszyklus von grundsätzlicher Bedeutung sind.
Im Hypophysenvorderlappen bewirken sie die Produktion (Synthese) von den Gonadotropinen: das follikelstimulierende Hormon (FSH), das Luteinisierungshormon (LH) und das Prolaktin (Hauptsächlich für die Milchbildung während der Schwangerschaft und die Unterhaltung des Milchflusses im Wochenbett verantwortlich) angeregt.
In den Eierstöcken erfolgt unter dem Einfluss des FSH die Ei-(Follikel-)reifung bis nahe dem Eisprung. Dazu werden besonders Östrogene gebildet. Sie steigen ständig an und bewirken die Reifung der Follikel (Änderung der Struktur und Wachstum), in denen sich die Eizellen befinden. Die Follikelphase dauert bei einem 28-Tage-Zyklus vom 1. bis 12. oder 14.Zyklustag. Das LH steigt unmittelbar vor dem Eisprung steil an und löst den Eisprung (Ovulation) aus (12. - 14. Zyklustag): Der reife Follikel platzt, die Eizelle wird herausgespült und vom Eileiter (Tube) aufgenommen. Manche Frauen spüren den Eisprung durch einen leichten Schmerz im Unterbauch (Mittelschmerz). Normalerweise wird immer nur eine Eizelle zur Befruchtung bereitgestellt. Nach dem Eisprung schließt sich der Follikel wieder. In diesen Hohlraum lagern sich gelbliche Pigmentzellen ein. Deshalb heißt dieses Gebilde Gelbkörper (Corpus luteum). Der Zeitraum bis zur nächsten Regel ist die Gelbkörperphase. Sie dauert vom Eisprung (12./14.Zyklustag) bis zum 28. Zyklustag. Im Gelbkörper wird nun vermehrt Progesteron gebildet. Die Körpertemperatur steigt dadurch um 0,3 - 0,6 Grad C (das wird bei der Basaltemperaturmessung ausgenutzt). Progesteron dient in erster Linie dem Erhalt einer möglichen Schwangerschaft. Tritt keine Schwangerschaft ein, geht der Gelbköper zugrunde und die Hormonbildung wird weitgehend eingestellt.
In der Gebärmutter führt das zu einer Abbruchblutung (= Regel). Die Schleimhaut wird abgestoßen (Dequamation). Dies ist die letzte Phase des Menstruationszyklus. Nach Regeneration der Gebärmutterwunde wird eine neue Schleimhaut aufgebaut (Proliferation = Proliferationsphase), nach dem Eisprung zur eventuellen Aufnahme einer befruchteten Eizelle umgebaut (Sekretion = Sekretionsphase), und, falls keine Schwangerschaft eintritt, wieder abgebaut = nächste Regelblutung.
Schmierblutung
Schmierblutung nennt man eine Blutung mit wenig braunem Blut, die kurz vor der Menstruation, in der Zyklusmitte oder nach dem Eisprung auftreten kann.
Ursache
Die Ursache der Schmierblutung kann vielfältig sein: Eine kleine Verletzung der Schleimhaut oder eine Hormonstörung wie zum Beispiel eine kurze Gelbkörperphase.
Diagnose
Abhängig von der Häufigkeit der Schmierblutungen und davon, ob z.B. ein Kinderwunsch besteht, wird die Ärztin zunächst die Krankengeschichte erheben. In einer gynäkologischen Untersuchung werden gegebenenfalls anatomische Veränderungen erfasst.Bei Verdacht auf Hormonstörungen werden über Blut und Urin Hormonanalysen vorgenommen.
Es ist sinnvoll, dass die Betroffenen einige Monate genau die Blutungshäufigkeit, Blutungsstärke, Schmerzen, Zwischenblutungen und Eisprung notieren.
Zwischenblutungen
Zwischenblutung nennt man jegliche Blutung aus der Scheide, die außerhalb der normalen Menstruationsblutung auftritt. Die Zwischenblutung unterscheidet sich von der Menstruationsblutung u.a. dadurch, dass sie eine bräunliche Schmierblutung ist. Die Zwischenblutung kann verschiedene Ursachen haben:
-
Zyklusstörungen
aufgrund von Hormonstörungen -
Ovulationsblutung
Diese Blutung ist leicht und harmlos und findet zur Zeit des Eisprungs statt. In einem normalen Zyklusablauf fällt das Hormon Östrogen kurz nach dem Eisprung deutlich ab. So ein Abfall der Hormonwerte kann eine kurze Blutung auslösen. -
Schmierblutungen unter Einnahme der Antibabypille
Solche Blutungen kommen häufiger dann vor, wenn die Pille einen niedrigen Östrogenanteil hat. -
Verletztes Gefäß
Die Blutung, die aufgrund eines verletzten Gefäßes (zum Beispiel der Vagina) stattfindet, ist meist eine hellrote Blutung. Sie kann zum Beispiel nach dem Geschlechtsverkehr auftreten. Falls solch eine Blutung auftritt, sollten Sie Ihren Arzt bitten, nachzuschauen, ob alles in Ordnung ist. -
Schmierblutung nach der Menopause
Frauen in den Wechseljahren sollten jede blutige Absonderung aus der Scheide ernst nehmen. Sie sollten in jedem Fall Ihren Arzt bitten, die Ursache zu klären. -
Einnistungsblutung
(Implantationsblutung)
Durch die Einnistung eines Embryos in der Gebärmutterschleimhaut eröffnen sich mütterliche Blutgefäße. Normalerweise geschieht dies unbemerkt. Diese Einnistung kann jedoch auch stärker bluten und dann nach außen sichtbar werden.
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 17.11.2010
