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Bronchitis

Ursache einer akuten Bronchitis ist meist eine Virusinfektion

Eine Bronchitis wird meist durch eine Virusinfektion ausgelöst
(Quelle: LifeArt)

Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchialschleimhäute. Man unterscheidet die akute und die chronische Bronchitis. Die akute Bronchitis kommt meist in Verbindung mit Virusinfektionen vor und spricht auf eine Therapie gut an. Sie tritt bevorzugt in den feucht-kalten Wintermonaten auf. Vor allem Kinder und ältere Menschen sowie Menschen mit geschwächter Immunabwehr sind betroffen.

Im Gegensatz dazu tritt die chronische Bronchitis über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten in mindestens zwei aufeinander folgenden Jahren auf. Etwa ein Fünftel aller erwachsenen Männer in Deutschland leidet unter chronischer Bronchitis, bei den über 40-jährigen Rauchern ist es die Hälfte.


Welche Ursachen hat eine Bronchitis?

Die akute Bronchitis entsteht in über 90 Prozent aller Fälle aufgrund einer Virusinfektion. Häufig kommt sie in Verbindung mit anderen Erkrankungen der Atemwege vor. Dazu gehören Schnupfen (Rhinitis), Kehlkopfkopfentzündungen (Laryngitis) und Entzündungen der Luftröhre (Tracheitis). Die häufigsten Viren, die eine akute Bronchitis verursachen, sind Adenoviren, Rhinoviren und Parainfluenzaviren. Eher selten lösen Bakterien eine akute Bronchitis aus. Eine Sekundärinfektion mit Bakterien tritt dagegen häufiger auf. Bei einer Sekundärinfektion kommt es zusätzlich zur Virusinfektion noch zu einer Infektion mit Bakterien.

Häufigste Ursache einer chronischen Bronchitis ist das Rauchen. Mit zunehmendem, anhaltendem Zigarettenkonsum steigt auch das Risiko, an einer chronischen Bronchitis zu erkranken. Weil die Bronchialschleimhaut dauerhaft gereizt ist, kommt es zu chronischen Entzündungen.

Chemische Reizstoffe durch Luftverschmutzung oder Gase und Stoffe am Arbeitsplatz können ebenfalls zur Entwicklung einer chronischen Bronchitis führen. Aber auch eine nicht ausgeheilte, akute Bronchitis kann sich zu einer chronischen entwickeln. Dies ist häufig bei abwehrgeschwächten Menschen der Fall.


Welche Symptome treten bei einer Bronchitis auf?

Die Symptome von akuter und chronischer Bronchitis unterscheiden sich vor allem in Schwere und Dauer.

Symptome bei akuter Bronchitis

Nach einer Inkubationszeit von wenigen Stunden oder Tagen kommt es zunächst zu einem trockenen Husten. Begleitet wird der Husten meist von den typischen Symptomen einer Virus- oder bakteriellen Infektion: Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber. Der trockene Husten wird schwerer und nach einiger Zeit von Auswurf begleitet. Nach einigen Tagen kann der helle Auswurf auch Blutbeimengungen enthalten. Eine zusätzliche bakterielle Infektion äußert sich durch eitrigen Auswurf und schwere Hustenanfälle. Rasselgeräusche sowie ein Pfeifton bei der Atmung deuten auf einen schweren Verlauf hin.

Symptome bei chronischer Bronchitis

Husten ist auch das Hauptsymptom bei der chronischen Bronchitis. Er tritt zunächst vor allem morgens auf. Dabei kommt es zu Auswurf. Oftmals ist dies über Jahre hinweg das einzige Symptom.

Die Verschlimmerung der chronischen Bronchitis erfolgt schleichend und wird meist durch akute Atemwegsinfektionen verursacht. Wird sie nun nicht rechtzeitig behandelt, entwickelt sich eine chronisch-obstruktive Bronchitis. Die Atemwege sind dann zusätzlich dauerhaft verengt, deshalb kommt es zu Atemnot (Dyspnoe).

Wie wird eine Bronchitis diagnostiziert?

In einem Gespräch über die Krankheitsgeschichte mit dem Arzt (Anamnese) ergibt sich bereits aus den Symptomen der Hinweis auf Bronchitis.


Diagnose der akuten Bronchitis

Der akute Krankheitsbeginn und die grippeähnlichen Symptome sind hier entscheidend. Die typischen Geräusche beim Atmen (Rasseln, Pfeifen) werden durch das Abhören der Bronchien festgestellt. In der Regel reichen diese Maßnahmen für die Diagnose aus.

In unklaren Fällen wird zudem noch eine Blutuntersuchung durchgeführt. Im Blut können sich außerdem Hinweise auf eine bakterielle Sekundärinfektion finden. Vermindern sich trotz Behandlung die Beschwerden nach etwa zwei Woche nicht, wird zum Ausschluss anderer Ursachen eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs angefertigt.


Diagnose der chronischen Bronchitis

Die Diagnose der chronischen Bronchitis ergibt sich ebenfalls meist aus der Besprechung der Krankheitsgeschichte mit dem Arzt (Anamnese). Vor allem die Rauchgewohnheiten sowie der mögliche Kontakt (beispielsweise beruflich) mit chemischen Stoffen stehen dabei im Mittelpunkt. Auch das Abhören der Bronchien gehört zur Untersuchung.

Um das Stadium der chronischen Bronchitis festzustellen oder um andere Erkrankungen auszuschließen, werden zudem weitere Untersuchungen durchgeführt. Die Röntgenaufnahme des Brustkorbs zeigt eventuell verdickte Bronchialwände, die bereits auf ein Lungenemphysem hinweisen können. Sauerstoffmangel und ein erhöhter Kohlendioxidanteil lassen sich durch eine Blutgasanalyse feststellen.


Wie lässt sich eine Bronchitis therapieren?

In der Regel verläuft die akute Bronchitis komplikationslos und lässt sich gut behandeln. Dafür empfiehlt sich Bettruhe und eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr. Um das Abhusten zu erleichtern, stehen so genannte Expektoranzien zur Verfügung. Sie verflüssigen den Schleim (Mukolytika) oder beschleunigen dessen Abtransport (Sekretolytika). Fiebersenkende Maßnahmen wie warme Wickel sowie Luftbefeuchtung wirken ebenfalls beschwerdelindernd. Zur Schmerzstillung eignen sich Analgetika wie Paracetamol.

Sind Bakterien die Ursache für die akute Bronchitis oder handelt es sich um eine Sekundärinfektion, können Antibiotika eingesetzt werden.

Chronische Bronchitis: Vor allem auf das Rauchen verzichten

In den meisten Fällen ist Rauchen die Ursache für die Entstehung einer chronischen Bronchitis. Deshalb ist es wichtig, das Rauchen aufzugeben. Nur so kann ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden. In einem frühen Stadium lässt sich die chronische Bronchitis dann sogar noch vollständig ausheilen. Sind andere Reizstoffe im Beruf oder der Umwelt der Auslöser, sollten diese gemieden werden.

Zur Beschwerdelinderung können je nach Schwere bronchienerweiternde und entzündungshemmende Maßnahmen ergriffen werden. Dafür eignen sich Kortison und Beta-2-Sympathomimetika. Eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr sowie die Einnahme von Mukolytika verflüssigen den Bronchialschleim und helfen so beim Abtransport des Bronchialschleims.

Leichtes körperliches Training, Atemübungen und eine gesunde Lebensweise unterstützen die Therapie der chronischen Bronchitis ebenfalls.

Antibiotika werden nur eingesetzt, wenn es zusätzlich zu einer bakteriellen Sekundärinfektion kommt.


Wie verläuft eine Bronchitis?

Akute Bronchitis: unkomplizierter Verlauf

Normalerweise verläuft die akute Bronchitis ohne Komplikationen. Lediglich bei abwehrgeschwächten und älteren Menschen können sich Probleme ergeben. Hier kann es ohne vollständige Ausheilung zu einer chronischen Bronchitis kommen. Auch die Lungenentzündung stellt eine Komplikation der akuten Bronchitis dar.

Chronische Bronchitis: abhängig vom Schweregrad

Die Prognose bei chronischer Bronchitis hängt ganz entscheidend von der eigenen Mithilfe ab. Wird das Rauchen eingestellt, sind die Heilungschancen in einem frühen Stadium gut. Später stellen sich nicht mehr therapierbare Schäden ein. Dies ist der Fall, wenn sich die Atemwege dauerhaft verengen und die chronische zur chronisch-obstruktiven Bronchitis geworden ist. Dann kann lediglich ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden.

Wie kann man einer Bronchitis vorbeugen?

Der akuten Bronchitis lässt sich vor allem durch eine gesunde Lebensführung vorbeugen. Dadurch wird das Immunsystem gestärkt - Infektionen können so seltener vorkommen oder weniger schwer verlaufen. Vor allem für Kinder und ältere Menschen empfiehlt sich die Grippeschutzimpfung, da eine akute Bronchitis häufig im Rahmen anderer Erkrankungen auftritt.

Nichtrauchen und das Vermeiden chemischer Reizstoffe sind die besten Vorbeugemaßnahmen gegen die chronische Bronchitis. Um Komplikationen bei einer bereits bestehenden chronischen Bronchitis zu vermeiden, ist es ratsam, sich gegen Grippe impfen zu lassen.


Wenn Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, können Sie sich gerne an unsere Experten der Hausarzt-Expertenrat wenden.

Quellen:
Classen, M., Diehl, V., Kochsiek, K.: Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2004
Leitlinien der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie: Akute Bronchitis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 026/007 (Stand: Juli 1998)
Online-Informationen der Deutschen Lungenstiftung e.V.: www.lungenstiftung.de (Stand: Oktober 2007)
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 06.08.2013
 
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