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Bronchoskopie

Im Rahmen einer Bronchoskopie können beispielsweise Fremdkörper in den Atemwegen erkannt werden

Im Rahmen einer Bronchoskopie können beispielsweise Fremdkörper in den Atemwegen erkannt werden
(Foto: DynamicGraphicsValue)

Bronchoskopie ist eine Untersuchung zur Betrachtung der Atemwege (Bronchien) sowie der Lunge mittels verschiedener Instrumente. Sie zählt zu den Spiegelungen (endoskopischen Untersuchungen). Die Bronchoskopie wird in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sehr häufig durchgeführt und sowohl zur Diagnose als auch zur Therapie von Erkrankungen eingesetzt. Besondere Bedeutung hat sie bei der Früherkennung und Behandlung von Tumoren der Lunge und der Atemwege.

Die Bronchoskopie wurde erstmals vor gut 100 Jahren in Freiburg angewendet, um Fremdkörper aus den Atemwegen zu entfernen. Durch technische Weiterentwicklungen konnten vor allem in den letzten Jahren die Anwendungsmöglichkeiten der Methode stark erweitert werden.


Vorbereitung auf eine Bronchoskopie

Einer Bronchoskopie gehen verschiedene Untersuchungen voraus. Sie sind notwendig, damit der behandelnde Arzt das Vorgehen und den Einsatz der Instrumente bei der Bronchoskopie genau planen und den Gesundheitszustand des Betroffenen sowie das Risiko des Eingriffs einschätzen kann. Mögliche Voruntersuchungen sind daher beispielsweise:



Eine Bronchoskopie wird entweder unter lokaler Betäubung oder unter Narkose durchgeführt. Bei der lokalen Betäubung erhalten Betroffene vor der Untersuchung eine Betäubung für den Mund- und Rachenraum. Der Husten- und Würgereflex werden abgestellt. Sehr ängstliche und nervöse Personen erhalten möglicherweise auch ein Beruhigungsmittel. Das Narkosemittel wird direkt in ein Blutgefäß gespritzt.


Durchführung einer Bronchoskopie

Der Arzt führt das Bronchoskop durch ein Nasenloch oder durch den Mund in die Luftröhre ein und schiebt den Schlauch so lange weiter, bis er die Atemwege erreicht hat. An seiner Spitze ist das Bronchoskop mit einer Lichtquelle versehen, die es ermöglicht, in die Atemwege (Bronchien) und die Lunge zu schauen.

Je nach Ziel der Untersuchung kann der Arzt verschiedene kleine Spezialgeräte wie Zangen, Nadeln, Bürsten, Laser oder Absaugkatheter benutzen, um Gewebeproben zu entnehmen (Biopsie), Tumoren abzutragen oder Sekrete abzusaugen.

Manche Bereiche der Atemwege können durch das Sichtgerät nicht erreicht und betrachtet werden. Um aus diesen Bereichen, wie beispielsweise den Lungenbläschen, Proben zu entnehmen, lässt man eine Salzlösung in die kleinen Atemwege laufen. Die Flüssigkeit reichert sich dort mit Zellen und Bakterien an. Anschließend wird sie wieder abgesaugt und später unter dem Mikroskop auf Krankheitserreger oder Anzeichen einer Krebserkrankung untersucht. Diese Vorgehensweise wird bronchoalveoläre Lavage genannt.

Eine Bronchoskopie dauert etwa 15 Minuten. Die Atmung und die Herzfunktion der Betroffenen werden während des Eingriffs überwacht. Im Anschluss an eine Bronchoskopie wird eventuell eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs durchgeführt, um einen Pneumothorax auszuschließen. Nach der Untersuchung sollen Betroffene noch etwa eine Stunde auf das Essen verzichten und sich außerdem für den restlichen Tag keine wichtigen Termine vornehmen: Die Narkose macht fahruntüchtig und geschäftsunfähig.


Wann wird eine Bronchoskopie durchgeführt?

Eine Bronchoskopie kann aus verschiedenen Gründen zur Diagnose und Behandlung durchgeführt werden. Sie dient beispielsweise dazu,


  • Fremdkörper, Eiter, Blut und Sekrete zu entfernen
  • Proben (Gewebe, Sekrete, Krankheitserreger) zu entnehmen
  • Medikamente in bestimmte Bereiche der Lunge zu transportieren
  • den Ursprung einer Blutung oder den Grad der Schädigung nach einer Rauchvergiftung zu ermitteln
  • Lungenkrebs zu diagnostizieren
  • einen Stent zur Erweiterung der Atemwege einzusetzen. (Das wird notwendig, wenn beispielsweise durch einen Tumor ein Bereich der Lunge von der Luftzufuhr abgeschnitten wird.)

Risiken und Komplikationen einer Bronchoskopie

Generell gilt eine Bronchoskopie als risikoarm. Durch das Einführen der Instrumente oder das Absaugen von Flüssigkeiten kann es allerdings zu Komplikationen wie beispielsweise Blutungen oder einem Pneumothorax kommen. Auch Verkrampfungen der Atemwege oder Herzrhythmusstörungen zählen zu den möglichen Folgen.

Bei einer Bronchoskopie entstehen Komplikationen jedoch weniger häufig durch die Untersuchung an sich, sondern vielmehr durch die verwendete Narkose. Bei einer Bronchoskopie können starre oder flexible Instrumente eingesetzt werden. Daher wird auch von einer starren oder flexiblen Bronchoskopie gesprochen. Beide Arten von Instrumente bringen verschiedene Vor- und Nachteile mit sich. So macht der Einsatz starrer Instrumente beispielsweise eine Vollnarkose - mit ihren möglichen Risiken - notwendig, während bei flexiblen Instrumenten meist nur eine lokale Betäubung erforderlich wird. Der Arzt wird im individuellen Fall festlegen, für welche Instrumente er sich entscheidet.


Alternativen zur Bronchoskopie

Alternativ zur Bronchoskopie kann eine Computertomographie oder eine Magnetresonaz-Tomografie durchgeführt werden, um die Atemwege bildlich darzustellen. Letztlich existiert jedoch keine Alternative zur Bronchoskopie, wenn beispielsweise ein Fremdkörper entfernt werden soll.

Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen zur Bronchoskopie an unsere Experten der Chirurgie-Expertenrat.

Quellen:
Drings P. et al.: Management des Lungenkarzinoms. Berlin, Springer 2003
Klöss, T.: Anästhesie: Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie. München, Elsevier 2003
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie: Tracheo-Bronchoskopie. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 017/061 (Stand: 05/2009)
Walter de Gruyter (Hrsg.): Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch, Berlin, Walter de Gruyter 2007

 

Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 02.09.2009
 
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