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Brustkrebs (Mammakarzinom)

 Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebsart bei Frauen

Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebsart bei Frauen
(Quelle: BananaStock)

Unter Brustkrebs versteht man eine bösartige Gewebeneubildung der Brustdrüse.

Die weibliche Brustdrüse besteht aus Drüsenläppchen (Lobuli). Ihre Funktion ist die Bildung von Muttermilch, die über die Gänge (Ductuli) zur Brustwarze gelangt. Brustkrebs kann von den Läppchen ausgehen und wird dann als lobuläres Karzinom bezeichnet. Einen bösartigen Tumor der Brust, der von den Milchgängen ausgeht, nennt man duktales Karzinom.

Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebsart bei Frauen. Bei etwa 27 Prozent der neu diagnostizierten Fälle von Krebs handelt es sich um Brustkrebs, bei Frauen unter 60 Jahren sogar 40 Prozent. Dagegen wird Brustkrebs bei nur etwa einem von 100 Männern im Jahr festgestellt. In Deutschland erkranken nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts pro Jahr etwa 55.000 Frauen an Brustkrebs, davon etwa 23.000 im Alter unter 60 Jahren. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 62 Jahren.


Ursachen von Brustkrebs

Die genauen Ursachen von Brustkrebs sind noch nicht geklärt, ein Teil der bösartigen Tumoren der Brust ist aber genetisch bedingt. Mehrere Genmutationen, die Brustkrebs hervorrufen können, sind bekannt (BRCA1- und BRCA2-Gen). Es gibt Familien, in denen Brustkrebs sehr gehäuft vorkommt. Mitglieder solcher Familien kann man auf Genveränderungen untersuchen und in gewissem Maße Vorhersagen über die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, treffen.

Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen fördert die Entstehung von Brustkrebs. Wirkt Östrogen lange auf den Körper - wie beispielsweise bei langjähriger Einnahme von Hormonpräparaten bei Wechseljahrsbeschwerden - ist das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöht. Auch eine frühe erste Monatsblutung und später Eintritt in die Wechseljahre sowie Kinderlosigkeit gelten als Risikofaktoren für Brustkrebs. Alkohol fördert die Entstehung von Brustkrebs, vor allem in Verbindung mit Nikotin, ebenso wie Übergewicht und mangelnde Bewegung.


Symptome bei Brustkrebs

Symptome treten bei Brustkrebs oft erst spät auf. In manchen Fällen kann ein Knoten in der Brust oder seltener ein vergrößerter Lymphknoten in der Achselhöhle von der Betroffenen selbst oder vom Arzt bei der Tastuntersuchung gefühlt werden. Selten sind diese Knoten schmerzhaft. Befindet sich ein bösartiger Tumor dicht unter der Haut, kann er zu Hauteinziehungen führen, die ähnlich aussehen können wie die so genannte Orangenhaut. Auch Veränderungen der Brustwarze, z.B. eine Einziehung nach innen, sind möglich. Selten wird Sekret oder Blut aus der Brustwarze abgesondert.

Wie bei anderen Arten von Krebs kann es bei Brustkrebs zu allgemeinen Beschwerden wie starker Müdigkeit und Abgeschlagenheit kommen. Auch abnorme Gewichtsabnahme, starkes Schwitzen oder Fieber können Anzeichen für Brustkrebs sein.


Diagnose von Brustkrebs: Inspektion, Sonographie, Mammographie und Biopsie

Erster Schritt der Diagnose von Brustkrebs ist zunächst ein ausführliches Arztgespräch (Anamnese). Hinzu kommen die Begutachtung (Inspektion) und Tastuntersuchung der Brust. Ein Knoten in der Brust kann in manchen Fällen getastet werden - entweder durch die Frau selbst oder durch den Arzt. In vielen Fällen können Knoten vom Frauenarzt durch eine Ultraschall-Untersuchung der Brust (Sonographie) oder eine Röntgenuntersuchung (Mammographie) entdeckt werden. Ein verdächtiger Knoten muss feingeweblich (histologisch) von einem Pathologen untersucht werden. Hierzu kann man eine Gewebeprobe (Biopsie) aus dem verdächtigen Gebiet entnehmen oder den Knoten im Ganzen entfernen und im Labor untersuchen. Der Pathologe kann im Labor feststellen, ob der Tumor gut- oder bösartig ist und bei Bösartigkeit den genauen Typ des Tumors bestimmen. Im Labor wird auch untersucht, ob der Tumor bestimmte Hormonrezeptoren besitzt, die für die spätere Therapie bedeutsam sind.

Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss darüber, ob die Erkrankung Veränderungen verschiedener Blutwerte hervorruft. Um eine mögliche Ausbreitung des Brustkrebses im Körper (Metastasen-Bildung) festzustellen, werden verschiedene Untersuchungen angewandt wie die Röntgenuntersuchung der Lunge, eine Szintigraphie des gesamten Skeletts, eine Ultraschalluntersuchung der Leber und eine Computertomographie des Kopfes, möglicherweise auch der Brust- und Bauchorgane. Auch die Magnetresonanztomographie (MRT oder Kernspintomographie) kommt häufig zum Einsatz.


Therapie von Brustkrebs

Die bedeutendste Therapie von Brustkrebs ist die Operation. Diese erfolgt zunehmend brusterhaltend, sodass eine Amputation der Brust (Mastektomie) vermieden werden kann. Der operierende Arzt muss von Fall zu Fall entscheiden, ob die Brust erhalten werden kann oder ob eine vollständige Entfernung notwendig ist. Dies hängt vor allem von der Größe des Tumors und dem Größenverhältnis von Brust und Tumor ab.

Bei der Operation werden meist auch die Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt, da die Krebszellen sich über die Lymphflüssigkeit im Körper ausbreiten können. Durch die Entfernung der Lymphknoten versucht man, die Entstehung von Tochtergeschwulsten (Metastasen) zu vermeiden. Nach einer brusterhaltenden Operation erfolgt immer eine Bestrahlung (Radiatio). So können eventuell im Körper verbliebene Krebszellen zerstört werden. Alternativ kann eine Strahlentherapie als Haupt-Behandlungsmethode eingesetzt werden (kurativ) oder als lindernde und lebensverlängernde Maßnahme (palliativ).

Eine weitere Möglichkeit der Behandlung von Brustkrebs ist die Verabreichung von Medikamenten. Diese Chemotherapie kann vor einer Operation erfolgen, um den Tumor zu verkleinern und die Operation somit zu erleichtern (neoadjuvant), oder auch zur Unterstützung der Behandlung nach einer Operation.

Das Wachstum der meisten Formen von Brustkrebs wird durch Hormone beeinflusst. Man kann daher das Tumorwachstum hemmen, wenn man den Einfluss der Hormone mindert. Dies kann durch so genannte Anti-Hormone oder auch durch Hormonrezeptoren-Blocker erreicht werden.

Die Behandlung von Brustkrebs kann durch eine komplementäre Therapie ergänzt werden.


Verlauf von Brustkrebs

Der Verlauf der Erkrankung an Brustkrebs hängt davon ab, in welchem Stadium der Tumor entdeckt und behandelt wird. Sind bei Diagnosestellung noch keine Tochtergeschwulste entstanden und keine Krebszellen in den Lymphknoten der Achselhöhle nachweisbar, ist eine Heilung in bis zu 85 Prozent der Fälle möglich.

Nach einer Operation kann in vielen Fällen eine Rekonstruktion der Brust erfolgen. Diese ist möglich, wenn ein größerer Teil oder die gesamte Brust entfernt wurde. Die Rekonstruktion erfolgt mit körpereigenem Gewebe (z.B. Muskel- oder Fettgewebe) oder mithilfe von Implantaten.

Um den Verlauf des Brustkrebses zu kontrollieren, werden bestimmte Eiweiße im Blut bestimmt. Es handelt sich hierbei um die so genannten Tumormarker CA 15-3 und CA 125 (Cancer Antigen).

Häufig staut sich nach einer Brustoperation zunächst Lymphe im Arm der betroffenen Seite. Der Arm kann hierdurch schmerzhaft anschwellen. Auch eine Beeinträchtigung der Brustmuskeln führt in manchen Fällen vorübergehend zu Schmerzen. Durch Lymphdrainage und Krankengymnastik kann man diese Probleme in der Regel gut in den Griff bekommen. Die Nachsorge bei Brustkrebs erfolgt zunächst alle drei bis sechs Monate. Im Lauf der Jahre werden die Kontrollabstände größer. Zur Qualitätssicherung bei der Behandlung und Nachsorge von Brustkrebs ist von den gesetzlichen Krankenkassen ein so genanntes DMP (Disease Management Program) eingeführt worden. Hierdurch werden ganz bestimmte und einheitliche Kriterien festgelegt, nach denen die Betroffenen behandelt werden.


Vorbeugen vor Brustkrebs

Brustkrebs kann nicht direkt vorgebeugt werden. Jedoch können die entsprechenden Risikofaktoren vermieden werden. Eine gesunde Lebensführung mit ausgewogener Ernährung, wenig Alkohol, ausreichend Bewegung und ohne Nikotin senkt das persönliche Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Wichtig ist vor allem die regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust, mit der ein großer Teil der tastbaren Knoten früh entdeckt werden kann. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine jährliche Untersuchung der Brust durch den Frauenarzt. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren können alle zwei Jahre eine Mammographie als Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen.


Bei weiteren Fragen zum Thema Brustkrebs können Sie sich gerne an unsere Experten auf QualiMedicPlus wenden.


Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen in unserem Wartezimmer zum Thema Brust-Selbsthilfe-Forum aus.

Beratungsstellen bei Brustkrebs

Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Die Landesverbände der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. unterhalten ein bundesweites Netz von Krebsberatungsstellen.

Deutsche Krebshilfe e.V.
Der Informations- und Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe ist eine Anlaufstelle für Krebskranke, aber auch für deren Angehörige und Freunde.

Krebsinformationsdienst KID
Der KID bietet zuverlässige Informationen zum Thema Krebs

Beratungsstelle des Bundesverbandes Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.
Die Mitglieder sind an Krebs erkrankt und stehen ehrenamtlich für Beratungen zur Vergügung.

Brustkrebs Initiative, Berlin
Beratungsleistung des Vereins "Bleib gesund, Kampf dem Krebs e.V."


Studiengruppen über Brustkrebs

www.ago-online.de
Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie - AGO

www.krebsgesellschaft.de/
Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie AIO

www.bcirg.org
Breats Cancer International Research Group (Internationale Studiengruppe zur Brustkrebsbehandlung)

www.gabg.de
German Adjuvant Breast Cancer Group (Deutsche Studiengruppe zur Verbesserung der Primärbehandlung des Brustkrebses)

www.noggo.de
Nord-Ostdeutsche Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie

www.brustcentrum.de
Westdeutsche Studiengruppe - WSG

Quellen:
Online-Informationen der Deutschen Krebshilfe: http://www.krebshilfe.de (Stand: Juli 2007)
Online-Informationen des Robert Koch?Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID): http://www.rki.de, http://www.gekid.de (Stand: August 2006)
Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: August 2003)
Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft: Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms der Frau. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/045 (Stand: Juni 2004)

 

Autor: Dr. med. Ulrike Henning 
Letzte Änderung am: 16.01.2012
 
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