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Flüssigkeit aus der Brustwarze

Flüssigkeitsabsonderungen aus der Brustwarze, auch Galaktorrhoe genannt, können verschiedene Ursachen haben. In der Brustwarze liegen die Ausgänge der Milchkanäle und der talgabsondernden Drüsen. In der Schwangerschaft oder Stillzeit ist der Austritt von milchartiger Flüssigkeit normal, aber auch sonst kann die Brustwarze kleinste Mengen an Sekret absondern, das häufig harmlos ist und nur in der Unterwäsche als kleine gelb-bräunliche Flecken entdeckt wird. Zum Ausschluss krankhafter Veränderungen sollte eine Flüssigkeitsabsonderung außerhalb der Schwangerschaft immer ärztlich abgeklärt werden.

Harmlose Ursachen
In der Schwangerschaft oder während der Stillzeit ist eine Flüssigkeitsabsonderung aus einer oder beiden Brustwarzen physiologisch. Die Hormone, die die Milchbildung anregen, werden nicht nur durch den mechanischen Saugreiz an der Brustwarze, sondern sogar auch durch den bloßen Gedanken an das Baby oder an das Stillen ausgeschüttet - und das manchmal noch Monate nach dem Abstillen. Bei der aus der Brust austretenden Flüssigkeit kann es sich so auch nach dem Abstillen einfach um Muttermilch handeln.
Mechanische Reize der Brust und Brustwarze wie Drücken oder Stoßen an einem harten Gegenstand können manchmal eine einseitige Flüssigkeitsabsonderung auslösen. Aber auch die Einnahme der Antibaby-Pille oder einiger Medikamente kann die Brustsekretion fördern. Hormonumstellungen des Körpers, zum Beispiel während der Pubertät oder in den Wechseljahren, können mit einer vermehrten Sekretion aus den Brustwarzen einhergehen. Bei Neugeborene findet man manchmal auch eine Flüssigkeitsabsondern: die so genannte Hexenmilch.

Anzeichen und Diagnose von krankhaften Veränderungen
Eine spontane Flüssigkeitsabsonderung aus der Brust außerhalb der Schwangerschaft, die häufiger auftritt, kann ein Hinweis auf eine Krankheit sein und sollte ärztlich untersucht werden. Vor allem, wenn das Sekret nicht nur klar oder bernsteinfarben, sondern auch rötlich oder bräunlich erscheint. Es sollte dann ein Abstrich und Untersuchung des Sekretes erfolgen, ob es auch Blut oder veränderte Zellen enthält. Mit Hilfe der Galakotgrafie kann festgestellt werden, ob und wo sich eventuell ein Milchgangspapillome befinden, das eine Ursache für die Sekretabsonderung sein kann. Eine beidseitige Flüssigkeitsabsonderung tritt eher selten auf und kann mit einem erhöhten Prolaktinspiegel zusammenhängen, der durch Stress, Schilddrüsenhormonstörungen oder auch einen Tumor in der Hirnanhangsdrüse verursacht werden kann.
Eine klare, klebrige oder sogar blutige Flüssigkeit, die aus einer Brustwarze austritt, kann verschiedene Ursachen haben:

  • Ein Milchgangpapillom. Dies ist primär eine gutartige, leicht blutende Wucherung im Milchgang.

  • Eine Papillomatose. Hier sind mehrere Papillome vorhanden.

  • Ein Karzinom des Milchganges, das sogenannte intraductale Carcinoma in situ.

  • Brustkrebs. Eine spontane, blutige Absonderung aus der Brustwarze geht mit einem höheren Risiko einher, an Brustkrebs zu erkranken.


Galaktorrhoe

Galaktorrhoe ist die medizinische Bezeichnung für das Austreten von klarer oder bernsteinfarbener Milch aus den Brustdrüsen, und zwar sowohl in der Schwangerschaft in Stillpausen als auch nach der Stillzeit Dieser Milchfluss wird normalerweise verursacht durch das Hormon. Prolaktin, das von der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet wird.

Mögliche Ursachen
Während der Schwangerschaft und der Stillzeit ist eine Galaktorrhoe ganz normal. Außerhalb dieser Phasen kann die Galaktorrhoe bei einigen Frauen zwar ohne krankhafte Veränderungen auftreten, aber auch ein Hinweis auf eine Erkrankung wie zum Beispiel ein Milchgangpapillom oder ein ductales Carcinoma in situ darstellen.
Eine weitere mögliche Ursache, insbesondere für eine beidseitige Milchsekretion, ist ein erhöhter Prolaktinspiegel. Der Prolaktinspiegel lässt sich durch eine Blutuntersuchung bestimmen. Stress, Schilddrüsenstörungen oder ein Tumor in der Hirnanhangdrüse oder die Einnahme bestimmter Medikamente können einen erhöhten Prolaktinspiegel verursachen.
Sie sollten bei einer Flüssigkeitsabsonderung aus einer oder beiden Brustdrüsen mögliche krankhafte Ursachen durch weiterführende Untersuchungen bei Ihrem behandelnden Arzt ausschließen lassen.


Milchgangpapillom

Das Milchgangpapillom ist primär eine gutartige Wucherung im Milchgang. Es können häufig mehrere kleine Papillome gleichzeitig auftreten, die von der Innenwand der Milchgänge ausgehen und sich in das Ganglumen vorwölben. Sie können mit einer Flüssigkeitsabsondern einhergehen und in 5 bis 10 Prozent bösartig entarten.

Symptome und Diagnose
Das Milchgangpapillom tritt überwiegend in den Wechseljahren auf. Erstes Symptom ist häufig eine spontane, oft blutige Flüssigkeitsabsonderung aus der Brustwarze. Jede einseitige Flüssigkeitsabsonderung aus der Brustwarze sollte deswegen ärztlich untersucht werden.
Zuerst wird ein Abstrich vom Sekret angefertigt und auf Blut und entartete Zellen untersucht. Mit Hilfe einer anschließenden Galaktografie und Mammografie wird der genaue Ort des Papilloms bestimmt. Vorher kann unter der Duktosonografie auch ein dünner Draht in den Milchgang geschoben werden, um die Wucherung besser zu lokalisieren. Das hört sich schmerzhafter an als es ist, denn der Milchgang ist ohnehin wegen der vermehrten Sekretabsonderungen geweitet.

Therapie: Operation oder Abwarten
Die Therapie des Milchgangpapilloms erfolgt meist durch eine Operation. Je nach Lage und Größe wird versucht, den betroffenen Milchgang mit dem Papillom von der Brustwarze her zu entfernen. Das Ergebnis ist häufig unbefriedigend, da man oft in der anschließenden histologischen Untersuchung das Papillom nicht findet. Wenn mehrere Papillome vorliegen, kann es sein, dass nicht alle operativ entfernen werden konnten.
Aufgrund des relativ geringen Entartungsrisikos plädieren einige Ärzte dafür, bei blutiger Sekretion aus einer Brustwarze von einem Papillom auszugehen und keine Galaktografie mehr durchzuführen. Dafür sollte in regelmäßigen Abständen eine Untersuchung der Brust inklusive Mammografie und Ultraschall sowie ein Zellabstrich erfolgen. Anhand der Ergebnisse wird die Notwendigkeit für eine Operation besprochen. Finden sich im Verlauf der regelmäßigen Kontrollenuntersuchungen und Abstrichen entartete Zellen, die auf ein intraduktales Carcinoma in situ oder ein invasives Carcinom hinweisen, muss eine weitere Diagnostik und gegebenenfalls eine Operation erfolgen.


Brustsekret: Risikofaktor Brustkrebs

Eine Untersuchung von Brustsekret kann Hinweise auf das Risiko für die Entwicklung von Brustkrebs geben. Wissenschaftler der University of California, San Francisco haben diesbezüglich das Brustdrüsensekret von insgesamt über 7.300 Frauen, die weder schwanger waren noch stillten, untersucht und ausgewertet.

Höheres Brustkrebsrisiko bei Brustsekret
Bisher wurde in zwei verschiedenen Studien in der USA der Zusammenhang von Brustsekret und dem Risiko, Brustkrebs zu entwickeln, untersucht. In einem Zeitraum von 1972 bis1980 wurden das Brustsekret von 4.046 Frauen abgenommen und auf histologische Merkmale untersucht. In einer anschließenden Follow-up Studie verfolgte man bis 1991, wer von den Patientinnen Brustkrebs oder andere Brustkrankheiten entwickelt hat. In einer zweiten Studie, die von 1981 bis 1991 durchgeführt wurde, wurde bei 3.271 Patientinnen das Brustsekret mit Hilfe einer modifizierten Milchpumpe abgenommen und dann histologisch ausgewertet.
In beiden Studien konnte gezeigt werden, dass die untersuchten Frauen, die Brustsekret absonderten, zu 30 Prozent mehr Brustkrebs entwickelten als Frauen ohne Absonderungen aus der Mamille. Wenn in dem Sekret abnorme Zellen gefunden wurden, neigten die betroffenen Frauen doppelt so häufig dazu, innerhalb der Nachuntersuchungszeit Brustkrebs zu bekommen als die Vergleichsgruppe ohne Brustsekret. Auch im Vergleich zu den Frauen mit normalen Zellen im Brustsekret lag die Entartungswahrscheinlichkeit 60 Prozent höher.

Nicht-invasive Methode
Die Gewinnung des Brustsekretes und die histologische Untersuchung bietet somit eine weitere Möglichkeit, das persönliche Risiko, Brustkrebs zu entwickeln, besser abschätzen zu können. Die verwendete Methode stellt zwar kein invasives Verfahren dar und das Brustsekret kann relativ einfach gewonnen werden, erfordert aber eine genaue und aufwendige zytologische Analyse des Sekretes.
Derzeit erfolgen weiterführende Studien, um andere Marker für kanzerogene und präkanzerogene Stufen des Brustkrebs zu entdecken, die sich mit noch einfacheren Methoden bestimmen lassen als mit der hier verwendeten zytologischen Analyse.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 03.01.2008
 
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