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Burn-Out-Syndrom

Ein Burn-Out äußert sich häufig durch  ein Gefühl der Überlastung

Konzentrationschwäche, Müdigkeit und ein Leistungsdruckgefühl gehören zu den Anzeichen des Burn-Out-Syndroms
(Quelle: DAK/Müller)

Als Burn-Out-Syndrom (engl. to burn out: ausbrennen) bezeichnet man den Zustand innerer Erschöpfung und Kraftlosigkeit. Es ist nicht als eigenständige Erkrankung beschrieben und definiert. Häufig wird es mit dem chronischen Müdigkeitssyndrom (Chronic Fatigue Syndrom, CFS) gleich gesetzt, wobei auch diese Erkrankung wenig erforscht und beschrieben ist. Das Burn-Out-Syndrom zeichnet sich durch den Verlust an Energie und Kraft aus. Die Betroffenen sind antriebsarm, dauerhaft müde, reizbar und nicht belastbar. Zu den psychischen kommen körperliche Symptome hinzu wie beispielsweise Schmerzen und Schlafstörungen.

Da das Krankheitsbild des Burn-Out-Syndroms nicht einheitlich definiert ist, gibt es zur Häufigkeit keine genauen Angaben. Schätzungen zufolge sind in Deutschland zwischen 300.000 und 1,5 Millionen Menschen aller Altersgruppen betroffen.


Wie wird das Burn-Out-Syndrom verursacht?

Die dauerhafte psychische Überlastung wird als Hauptursache des Burn-Out-Syndroms angesehen. Vor allem Probleme am Arbeitsplatz führen zur allmählichen Entstehung der Erkrankung. Hierzu zählen sehr unterschiedliche Ursachen wie hohe Arbeitsbelastung, Überforderung, Mobbing, zu hohe Ansprüche an sich selbst oder schlechtes Arbeitsklima. Da die Grenze der Belastbarkeit individuell sehr große Unterschiede aufweist, sind auch die Gründe für die Entwicklung eines Burn-Out-Syndrom unterschiedlich.


Was sind die Symptome eines Burn-Out-Syndroms?

Das Burn-Out-Syndrom ist geprägt vom zunehmenden Gefühl des Ausgebrannt-Seins, der mangelnden Konzentration und Motivation und der Müdigkeit und Depression. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es auch zu mangelndem Selbstbewusstsein und Selbstzweifeln. Zunächst empfinden die Betroffenen in erster Linie Ärger, beispielsweise über die berufliche Situation. Sie werden zunehmend reizbarer und aggressiver, was der Umgebung häufig mehr auffällt als den Betroffenen selbst.

Im Laufe der Erkrankung nimmt der Leidensdruck zu, der Betroffene versucht, sich von der Umwelt zu distanzieren, um Ruhe und Frieden für sich selbst zu finden. Das Gefühl, dass alles zu viel wird und "über den Kopf wächst", verstärkt sich.

Schließlich steigert sich der Leidensdruck bis hin zur Depression. Selbstmordgedanken können aufkommen. Besonders in dieser Phase greifen die Betroffenen häufig auf Suchtmittel zurück. In diesem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kann es auch zu körperlichen Symptomen kommen, die auf die psychischen Ursachen zurückzuführen sind (psychosomatische Beschwerden). Hierzu zählen vor allem Schlaf-, Appetit- und Sexualstörungen, aber auch Herzprobleme, Schweißausbrüche oder Kopfschmerzen.


Wie wird das Burn-Out-Syndrom diagnostiziert?

Die Diagnose des Burn-Out-Syndroms wird vor allem anhand eines ausführlichen Gesprächs mit dem Arzt oder Therapeuten (Anamnese) gestellt. Da es sich dabei nicht um eine einheitlich definierte Erkrankung handelt, gibt es auch keine einheitlichen Richtlinien für die Diagnose. Das Chronische Müdigkeitssyndrom, das häufig mit dem Burn-Out-Syndrom gleich gesetzt wird, wird diagnostiziert, wenn Symptome länger als sechs Monate bestehen und zu einer deutlichen Einschränkung im Arbeits- oder täglichen Privatleben führen.

Zum Ausschluss organischer Ursachen für die vielfältigen Symptome sollten verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. Hierzu zählt beispielsweise die Blutentnahme zum Ausschluss einer Funktionsstörung der Schilddrüse oder der Nieren.


Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Eine gesunde Lebensführung ist die Basis der Behandlung des Burn-Out-Syndroms. Hierzu zählen eine gesunde, ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und frische Luft und ausreichend Schlaf. Individuell muss entschieden werden, was zum Wohlbefinden wichtig ist - hierzu zählen beispielsweise auch Zeit für Familie und Freunde und Hobbys.

Entspannungstechniken wie das Autogene Training und Massagen oder Anwendungen wie Kneippsche Bäder können die Behandlung unterstützen. Die psychotherapeutische Behandlung des Burn-Out-Syndroms kann zur Anwendung kommen, ebenso die medikamentöse Behandlung mit Psychopharmaka.


Wie verläuft das Burn-Out-Syndrom?

Das Burn-Out-Syndrom beginnt meist schleichend und steigert sich im Lauf der Erkrankung. In der letzten Phase der Erkrankung sind die Betroffenen nicht mehr fähig, ein normales Leben zu führen, sie werden zunehmend antriebsarm und depressiv. Nicht selten vereinsamen sie durch den Verlust an persönlichen Kontakten. Eine Suchtproblematik kann die Situation zusätzlich erschweren. Von herausragender Bedeutung für den Verlauf der Erkrankung ist die individuelle Änderung der Lebensführung oder auch die Aufnahme einer Therapie und damit die Aussicht auf Heilung. Sehr wichtig für die Betroffenen ist die Gewissheit, dass sie mit ihrer Erkrankung ernst genommen werden und behandelt werden können.


Kann man einem Burn-Out vorbeugen?

Um einem Burn-Out-Syndrom vorzubeugen, sollte man lernen, auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten und damit Stress und zu starke Belastungen insbesondere im Arbeitsleben zu vermeiden.

Eine gesunde Lebensführung mit ausreichend Schlaf und Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung tragen zum Wohlbefinden bei.


Psychologische Beratung finden Betroffene einer Depression auch im Internet unter www.meinpsychiater.de.


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Quellen:
Online-Informationen der Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Gesundheit: www.psychosoziale-gesundheit.net (Stand: Mai 2008)
Neurologen & Psychiater im Netz: www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de (Stand: Mai 2008)

 

Autor: Dr. med. Ulrike Henning 
Letzte Änderung am: 04.03.2013
 
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