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Cantharidenpflaster

Das Cantharidenpflaster als ausleitendes Heilverfahren gilt als wirksam schmerzlindernd und entzündungshemmend, das Immunsystem aktivierend und die Durchblutung anregend. Bei der Behandlung werden hautreizende Pasten (Vesikanzien) auf bestimmte Hautgebiete aufgetragen und mit einem Pflaster abgedeckt. Durch die Hautreizung entsteht eine Blase, die später punktiert wird.
Diese Reizkörpertherapie war schon in der alten indischen Medizin bekannt und wurde erfolgreich angewendet. Hier wurde Asche mit ätzender Lauge vermischt und auf die Haut gebracht oder es wurden Blasen ziehende Pflanzen, wie Hahnenfuss, Seidelbastrinde, Wolfsmilch oder Giftsumach, sowie auch Meerrettich, Pfeffer oder Senf verwendet.

Salbe und Pflaster
Hauptwirkstoff der Salbe für das Cantharidenpflaster ist eine entzündungserzeugende Substanz, die Cantharidin genannt und aus dem getrockneten "Spanischen Käfer" (auch "Spanische Fliege" genannt) Lytta vesicatoria Fabricius gewonnen wird. Das Pflaster bleibt im Normalfall etwa 8 bis 12 Stunden auf der entsprechenden Hautstelle und wird dann abgenommen. Auf der Hautoberfläche hat sich dann eine entzündliche Brandblase gebildet, die vom Arzt punktiert wird. Dadurch sollen die schädlichen Stoffe aus dem Körperinneren ausgeleitet und die Entzündung von tiefergelegenen Gelenken und Organe gebessert werden. Es gibt aber auch Theorien, die es gutheißen, dass die aus der Blase abgesaugte Flüssigkeit dem Patienten zur Steigerung des Abwehrsystems wieder gespritzt werden.
Das Pflaster wird unmittelbar auf oder direkt neben die krankhafte Stelle aufgelegt, üblicherweise nicht größer als 5 x 5 cm.
Wichtig ist die sorgfältige Wundbehandlung nach der Abnahme der Pflaster, da es sonst leicht zu Infektionen kommen kann.

Die wichtigsten Heilanzeigen
Gicht, rheumatische Erkrankungen, Arthritis, Arthrose, Wirbelsäulenleiden, Entzündungen, Neurodermitis, chronische Ekzeme, Depressionen, Ohrensausen, Bluthochdruck, Gürtelrose. Da die Cantharidenpflaster durchblutungsfördernd und lymphstrombeschleunigend wirken, sind sie als schmerzlindernd anerkannt und werden deshalb hauptsächlich bei arthritischen, rheumatischen und neuralgischen Zuständen eingesetzt.

Die wichtigsten Kontraindikationen
Entzündung der ableitenden Harnwege, arterielle Durchblutungsstörungen, schwere Herzerkrankungen, Bluterkrankungen mit Gerinnungsstörungen. Auch darf die Salbe nie auf offene Wunden, akut entzündete Gelenke und Schleimhäute gebracht werden.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 08.04.2008
 
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