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Clomifen

Viele Paare haben unerfüllten Kinderwunsch - Clomifen kann dabei helfen, schwanger zu werden


Viele Paare haben unerfüllten Kinderwunsch - Clomifen kann dabei helfen, schwanger zu werden
(Foto: Photodisc)

Clomifen ist ein Wirkstoff, der in Medikamenten zur Fruchtbarkeitsbehandlung eingesetzt wird. Er stimuliert die Hirnanhangsdrüse, sodass diese vermehrt Hormone produziert, die zu einem Eisprung führen sollen.

Vor allem bei Frauen, die einen unregelmäßigen Zyklus und keinen oder seltenen Eisprung haben, ist Clomifen das Mittel der Wahl. Auch seine unkomplizierte Anwendung spricht für das Mittel: Fünf Tage hintereinander - ab dem dritten bis zum siebten Zyklustag - wird jeweils eine Tablette Clomifen eingenommen.



Der Eisprung - Voraussetzung für die Befruchtung
Die Behandlung mit Clomifentabletten
Welche Nebenwirkungen können bei der Behandlung mit Clomifen auftreten?
Schwanger nach einer Clomifenbehandlung



Der Eisprung - Voraussetzung für die Befruchtung

Jede Frau trägt seit der Geburt eine große Anzahl an Eibläschen (Follikeln) in den Eierstöcken in sich. Bis zu 100 dieser Eibläschen reifen ab der Geschlechtsreife monatlich in den Eierstöcken heran. Verantwortlich dafür ist das Follikelstimulierende Hormon (FSH), welches in der Hirnanhangsdrüse produziert wird. Die heranreifenden Eibläschen wiederum schütten das weibliche Geschlechtshormon Östrogen aus, dessen Konzentration in der Zyklusmitte, durchschnittlich etwa zwei Wochen nach dem ersten Tag der Periode, stark ansteigt.

Der starke Anstieg des Östrogens führt zu einer vermehrten Ausschüttung des Luteinisierenden Hormons (LH) und des Gestagens Progesteron. Beide lösen gemeinsam den Eisprung aus: Eine, gelegentlich auch mehrere, reife Eizelle löst sich aus dem Eibläschen und wandert im Eileiter in Richtung Gebärmutter. Während dieser etwa zwölf bis 24 Stunden anhaltenden Wanderung kann die Eizelle durch Spermien befruchtet werden.


Die Behandlung mit Clomifentabletten

Wann werden Clomifentabletten eingesetzt?

Clomifen kommt im Rahmen einer Fruchtbarkeitsbehandlung zum Einsatz. Es ist häufig Teil der ovariellen Stimulationstherapie, die zum Beispiel beim PCO-Syndrom angewendet wird. Unter ovarieller Stimulationstherapie fasst man alle Behandlungsmethoden zusammen, bei denen Hormone verabreicht werden, um das Heranreifen von Eibläschen in den Eierstöcken und einen Eisprung stimulieren. Häufig folgt auf solch eine Stimulation eine Insemination (Samenübertragung).

Wie wirkt Clomifen?

Clomifen wirkt auf die Hirnanhangsdrüse ein und stimuliert diese, vermehrt LH und FSH zu produzieren. Die verstärkte Ausschüttung dieser Hormone soll dann den Eisprung auslösen. Wie genau Clomifen im Gehirn wirkt, ist noch nicht restlos aufgeklärt. Wahrscheinlich ist aber, dass in der Hirnanhangsdrüse die Rezeptoren für Östrogen blockiert werden. Weil die heranreifenden Eibläschen das - vermeintlich fehlende - Östrogen produzieren, wird vermehrt LH und FSH ausgeschüttet, um den Reifungsprozess zu beschleunigen und zu verstärken.

Ablauf der Behandlung

Der größte Vorteil einer Behandlung mit Clomifen ist die einfache Handhabung: Im Gegensatz zu vielen anderen Präparaten wird das Präparat als Tablette eingenommen; Spritzen sind nicht erforderlich.

Wann und wie beginnt die Behandlung?

In der ersten Zykluswoche, zwischen dem dritten und fünften Zyklustag, wird mit der Einnahme von Clomifen begonnen. Die genaue Dosis wird zuvor vom Arzt festgelegt, in der Regel wird täglich eine Tablette mit 25 bis 50 Milligramm eingenommen. In seltenen Fällen liegt die Dosis darüber.

Wie lange dauert die Behandlung?

Clomifen wird fünf Tage hintereinander eingenommen. Etwa eine Woche nach Einnahme der letzten Tablette sollte - bei Erfolg - der Eisprung einsetzen. Tritt er 20 Tage nach der Einnahme noch nicht auf, wird die nächste Regelblutung abgewartet oder ausgelöst und nach Beginn des nächsten Zyklus die Behandlung mit Clomifen fortgesetzt.

Während der Einnahme wird das Reifen der Eibläschen vom Arzt überwacht. Das geschieht durch mehrere Ultraschall-Untersuchungen zu Beginn und zum Ende der Einnahmezeit. Dadurch lässt sich die Menge der heranreifenden Eibläschen kontrollieren und die Clomifen-Dosis wird gegebenenfalls angepasst.

Ab dem zwölften Zyklustag wird außerdem alle zwei Tage eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt, um den Eisprung zu überprüfen. Nur so kann bestimmt werden, ob tatsächlich ein Eisprung stattfindet oder stattgefunden hat.

Der Körper reagiert sehr individuell und unterschiedlich, häufig auch von Zyklus zu Zyklus, auf Clomifen. Um die Wirksamkeit der Behandlung zu überprüfen, werden deshalb in jedem Einnahme-Intervall die Ultraschall-Untersuchungen durchgeführt. Außerdem erfolgt jedes Mal eine Blutuntersuchung, bei der die Hormonkonzentration im Blut genau bestimmt wird.


Welche Nebenwirkungen können bei der Behandlung mit Clomifen auftreten?

Da während der Einnahme von Clomifen vermehrt Eibläschen innerhalb eines Zyklus heranreifen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft erhöht. Etwa ein Fünftel aller mithilfe von Clomifen entstandenen Schwangerschaften sind Mehrlingsschwangerschaften, meist Zwillinge.

Es kann vorkommen, dass die Schleimhaut des Muttermunds sich so verändert, dass Spermien schlecht durch sie hindurch kommen. In diesem Fall verringert sich die Chance auf eine Schwangerschaft entsprechend. Außerdem ist gelegentlich die Schleimhaut in der Gebärmutter gestört. Es kann also sein, dass sich befruchtete Eizellen nicht einnisten können.

Ein erhöhtes Krebsrisiko besteht nach aktuellem Forschungsstand nicht. Trotzdem ist es ratsam, zunächst die Behandlung an höchstens sechs aufeinanderfolgenden Zyklen durchzuführen.

Während der Einnahme von Clomifen kann es außerdem zu den folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Schwindelgefühl
  • Sehstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Störungen
  • Schlafstörungen
  • Hautausschläge
  • Übellaunigkeit
  • Nervosität

In der Regel verschwinden diese unerwünschten Nebenwirkungen, sobald Clomifen abgesetzt wird.


Schwanger nach einer Clomifen-Behandlung

Die meisten Schwangerschaften, die nach der Einnahme von Clomifen auftreten, verlaufen normal, es gibt kein erhöhtes Risiko für Schädigungen oder Krankheiten. Allerdings besteht ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, weshalb eine lückenlose Vorsorge während der Schwangerschaft erfolgen sollte.

Sobald eine Schwangerschaft eingetreten ist, darf Clomifen nicht weiter eingenommen werden.



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Quellen:
Breckwoldt, M. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2008
Federspiel, K.: Kinderlos - was tun? Hirzel, Stuttgart, Leipzig, 2000
Keck, C. et al.: Endokrinologie, Reproduktionsmedizin, Andrologie. Thieme, Stuttgart 2002
Keck, C.: Neue Wege bei unerfülltem Kinderwunsch. Trias, Stuttgart 2008

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 24.01.2011
 
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