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Divertikulose

Um einer Divertikulose vorzubeugen, ist eine ballaststoffreiche Ernährung sinnvoll

Um einer Divertikulose vorzubeugen, ist eine ballaststoffreiche Ernährung sinnvoll
(Foto: BananaStock)

Divertikulose ist eine Darmerkrankung, bei der sich mehrere ballonartige Ausstülpungen (Divertikel) in der Darmschleimhaut befinden. Meistens bilden sich Divertikel im letzten Abschnitt des Dickdarms, dem Sigma-Bereich, sie können aber prinzipiell im gesamten Darm entstehen. Divertikel haben einen Durchmesser von drei bis 15 Zentimetern. Sehr große Divertikel (Riesendivertikel) sind allerdings eher selten. Ab dem 40. Lebensjahr sind bei etwa zehn Prozent der Bevölkerung Divertikel im Dickdarm zu finden, bei Personen über 60 Jahren ist jeder Zweite betroffen.


Ursachen der Divertikulose

Ursachen der Divertikulose sind eine ballaststoffarme Ernährung, mangelnde Flüssigkeitsaufnahme und die altersbedingte abnehmende Widerstandskraft der Darmwand. Durch das Zusammenziehen der Darmmuskeln wird der Druck im Darminneren erhöht und kann an Schwachstellen zu einem Einreißen der Muskelschicht des Darms führen. Dort tritt dann die Darmschleimhaut aus und bildet die ballonartigen Ausstülpungen.


Symptome der Divertikulose

Divertikulose verläuft meistens ohne Symptome und wird häufig eher zufällig im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie) entdeckt. Bei einigen Betroffenen kommt es jedoch zu Beschwerden wie Bauchkrämpfen, Durchfall, Verstopfung, Blähungen oder Blut im Stuhl. Sammelt sich Stuhl in den Ausstülpungen an, kann es außerdem zu einer Entzündung der Divertikel (Divertikulitis) kommen.


Diagnose der Divertikulose

Divertikulose kann durch eine Darmspiegelung, Röntgen mit Kontrastmitteln oder mithilfe der Computertomographie diagnostiziert werden. Bei Blut im Stuhl kann eine Angiographie dabei helfen, die Ursachen der Blutung festzustellen.


Behandlung der Divertikulose

In leichten Fällen lässt sich Divertikulose durch eine ballaststoffreichere Ernährung behandeln. Denn eine größere Masse im Dickdarm sorgt dafür, dass der Druck durch die Muskelkontraktionen auf die Darmwand geringer wird. Daher können, wenn nötig, auch bestimmte Quellstoffe, wie Flohsamenschalen oder Guarkernmehl, bei der Therapie der Divertikulose helfen. Auch ausreichendes Trinken ist wichtig, um einen regelmäßigen Stuhlgang zu erreichen. In sehr schweren Fällen, beispielsweise wenn Riesendivertikel auftreten, kann eine operative Entfernung von Teilen des Dickdarms sinnvoll sein.


Verlauf der Divertikulose

In den meisten Fällen verläuft die Divertikulose ohne Beschwerden und kann bei leichten Symptomen in der Regel durch eine Ernährungsumstellung gut behandelt werden. Mögliche Komplikationen sind wiederkehrende Blutungen oder selten ein Aufplatzen von Riesendivertikeln.


Vorbeugen der Divertikulose

Zum Vorbeugen einer Divertikulose ist eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung von entscheidender Bedeutung. Auch durch ausreichendes Trinken lässt sich ein regelmäßiger und darmschonender Stuhlgang erreichen und so das Risiko der Bildung von Divertikeln verringern.


In der Hausarzt-Expertenrat können Sie persönliche Fragen zum Thema Divertikulose direkt an unsere Experten richten.

Quellen:
Renz-Polster H. et al.: Basislehrbuch Innere Medizin, Urban & Fischer, München 2008
Beers, M.H. (Hrsg.).: MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Goldmann, München 2005

 

Autor: Christian Emmerling 
Letzte Änderung am: 20.01.2010
 
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