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Darmpolypen

Darmpolypen kommen meistens im Dickdarm vor

Darmpolypen kommen meistens im Dickdarm vor
(Quelle: LifeArt)

Darmpolypen sind gutartige Erhebungen der Darmschleimhaut. Art, Größe und Form können unterschiedlich sein. Bei den meisten Darmpolypen handelt es sich um Adenome. Adenome sind gutartige Tumoren, die sich in Drüsen und an Schleimhäuten entwickeln. Adenome kommen vor allem im Dickdarm vor. Etwa 90 Prozent aller gutartigen Tumoren im Dickdarm sind Polypen. Da die Zellen der Adenome entarten können, gelten sie als Vorstufe von Darmkrebs.

In den westlichen Industrieländern sind Darmpolypen vergleichsweise weit verbreitet: Etwa ein Zehntel aller Menschen entwickeln hier im Laufe ihres Lebens Darmpolypen. Dabei sind Männer und Frauen gleich häufig betroffen. In Asien und Afrika kommen Darmpolypen eher selten vor.


Welche Ursachen haben Darmpolypen?

Bislang ist noch nicht eindeutig geklärt, welche Ursachen für die Entstehung von Darmpolypen verantwortlich sind. Vermutet wird eine genetische Veranlagung, weil Darmpolypen meist familiär gehäuft auftreten. Auch die Ernährung scheint eine Rolle zu spielen. Vor allem fettreiche, ballaststoffarme Ernährung, wie sie in den westlichen Industrieländern vorkommt, wird als Auslöser vermutet. Dazu kommen übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum und der Genuss von Schweine- und Rindfleisch. Für diese Theorie spricht, dass Darmpolypen in Asien und Afrika vergleichsweise selten vorkommen.

Mit zunehmendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit, an Darmpolypen zu erkranken: Sie kommen bei etwa der Hälfte aller 70-Jährigen in Europa, den USA, Kanada und Australien vor. Frauen und Männer sind gleich häufig betroffen.


Darmpolypen verursachen meist keine Symptome

In den meisten Fällen machen sich Darmpolypen nicht durch Beschwerden bemerkbar. Deshalb werden sie eher zufällig entdeckt, wenn Untersuchungen aufgrund anderer Beschwerden durchgeführt werden. Selten kommt es bei Darmpolypen zu unspezifischen Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen und unregelmäßigem Stuhlgang. Einige Arten verursachen Durchfall (Diarrhö).

Gelegentlich verursachen Darmpolypen Blutbeimengungen im Stuhl.


Wie werden Darmpolypen diagnostiziert?

Meist werden Darmpolypen zufällig bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) entdeckt. Bei einer Darmspiegelung besteht der Vorteil, dass dabei direkt eine Gewebeprobe entnommen und anschließend im Labor untersucht werden kann (Biopsie). So wird eine mögliche Entartung der Zellen frühzeitig erkannt.

Größere Darmpolypen lassen sich bei der Untersuchung auf Blut im Stuhl gut erkennen, bei kleineren Polypen ist diese Methode eher unzuverlässig.


Therapie von Darmpolypen: Entfernung

Die Therapie von Darmpolypen umfasst deren vollständige Entfernung. Bei der Polypektomie werden die Darmpolypen abgetragen. Häufig geschieht das bei einer Darmspiegelung: Durch das Endoskop wird eine Drahtschlinge (Diathermieschlinge) in den Darm eingeführt. Anschließend wird Strom durch die Drahtschlinge geleitet, wodurch sich die Polypen leicht abtragen lassen. Gleichzeitig werden die Blutgefäße verschlossen.


Welchen Verlauf haben Darmpolypen?

Darmpolypen sind gutartige Tumoren und verursachen häufig keine Beschwerden. Es besteht jedoch das Risiko einer Entartung der Zellen zu Darmkrebs (Kolonkarzinom). Besonders große Darmpolypen sowie bereits aufgetretene Fälle von Darmkrebs innerhalb in der Familie gelten als Risikofaktor. Bis sich aus Darmpolypen ein Kolonkarzinom entwickelt hat, vergehen zwischen fünf und zehn Jahren.

Zwar entsteht nicht aus allen Darmpolypen ein Darmkrebs, aber andersrum entwickeln sich 90 Prozent aller Kolonkarzinome aus Darmpolypen. Deshalb ist es wichtig, entdeckte Darmpolypen vollständig zu entfernen, um das Risiko einer Entartung der Zellen zu vermindern.

Darmpolypen: Wie kann man ihnen vorbeugen?

Da die genaue Ursache für Darmpolypen bislang noch unklar ist, kann man ihnen nicht gezielt vorbeugen. Es wird aber vermutet, dass die Lebensweise bei der Entstehung von Darmpolypen eine Rolle spielt. Das betrifft vor allem die Ernährungsgewohnheiten. Übergewichtige Menschen haben demnach ein größeres Risiko für die Entstehung von Darmpolypen. Aber auch Normalgewichtige können Darmpolypen bekommen, vor allem, wenn sie sich fettreich und ballaststoffarm ernähren. Deshalb ist es ratsam, sich zur Vorbeugung gegen Darmpolypen ballaststoffreich und fettarm zu ernähren. Zudem ist es sinnvoll, den Verzehr von Rind- und Schweinefleisch einzuschränken und Geflügel zu bevorzugen. Sport sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin wirken sich ebenfalls positiv aus. Das gilt insbesondere für Menschen, bei denen Darmpolypen oder Darmkrebs in der Familie bereits vorgekommen sind.

Wenn in der Familie bereits Fälle von Darmpolypen oder Darmkrebs aufgetreten sind, ist es ratsam, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen vornehmen zu lassen. Empfehlenswert ist eine jährliche Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr. Kleine Darmpolypen lassen sich im Rahmen einer endoskopischen Untersuchung leicht und risikoarm entfernen.


Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen zum Thema Darmpolypen in der Magen-Darm-Expertenrat.

Quellen:
Classen, M., Diehl, V., Kochsiek, K.: Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2004
Online-Informationen des Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: August 2003)
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 10.08.2009
 
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