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Depotpräparate

Depotpräparate sind Hormonpräparate, die zur Verhütung einer Schwangerschaft verabreicht werden und nicht täglich eingenommen werden müssen.
Im deutschsprachigen Raum stehen außer den lang wirksamen Depot-Gestagenen in mikrokristalliner oder öliger Injektionsform auch noch subkutane Mikrokapseln in Form kleiner Hormonstäbchen, die unter die Haut gepflanzt werden, zur Verfügung.

Hormon-Injektionen
Depotpräparate in Spritzenform zählen aufgrund der zahlreichen unerwünschten Nebenwirkungen zu den umstrittenen Empfängnisverhütungsmitteln. Das Präparat wird in einem Dreimonatsrhythmus zwischen dem 1. und 5. Zyklustag in den Gesäß- oder Oberarmmuskel gespritzt. Aus dem "Depot" im Muskel werden die Hormone langsam ins Blut freigesetzt und zu den Zielorganen (Hypothalamus, Hypophyse, Gebärmutter) transportiert.

Man unterscheidet derzeit zwei Arten von Depotpräparaten, die gespritzt werden:

  • Einmonatsspritze (ein Kombinationspräparat aus Östrogen und Gestagen): Sie wird 1-Mal monatlich jeweils am siebten Zyklustag verabreicht.

  • Dreimonatsspritze (ein hochdosiertes Gestagenpräparat wie die Minipille): Sie wirkt bis zu drei Monaten.

Wirkung
Durch die Depot-Gestagene soll der Eisprung unterdrückt und somit eine Empfängnis unterbunden werden. Gleichzeitig atrophiert das Endometrium, d.h. die
Gebärmutterschleimhaut wird schmaler mit verkleinerten Drüsen.

Vor- und Nachteile
Bei Depotpräparaten entfällt die tägliche, zeitlich genau abgestimmte Einnahme der Pille. Die lange Wirkdauer hat den Vorteil, dass sie eine relativ sichere Verhütung ohne die Möglichkeit von Einnahmefehlern (Vergessen der Pille) bewirkt.

Nachteile
Nachteilig ist, dass bei auftretenden Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen ein schnelles Absetzen nicht möglich ist, sondern bis zum Abklingen der Wirkung gewartet werden muss.
Bei 50% bis 80% der Anwenderinnen treten Veränderungen der Zyklen auf, mit einem Ausbleiben der Blutung, Schmierblutungen oder unregelmäßigen Blutungen. Der Monatszyklus bricht praktisch vollständig zusammen. Es kann zu völlig irregulären Blutungen kommen, manchmal auch zu Dauerblutungen, die Abbruchblutungen können ganz ausbleiben oder besonders lang und heftig auftreten.
Nach 10 Injektionen tritt bei mehr als 50 % der Frauen eine Amenorrhoe (Ausbleiben der Regelblutung) auf. Nach Absetzen der Dreimonatsspritze kann es bis zu 22 Monate bis zur Wiederkehr eines normalen Zyklus und der Fruchtbarkeit dauern.
Diese Form der Kontrazeption sollte nicht über mehrere Jahre fortgesetzt werden, da es aufgrund der starken Östrogenverarmung des Organismus zur Entwicklung osteoporotischer Veränderungen am Skelettsystem kommen kann.

Die Dreimonats-Spritze wird auf Grund der unerwünschten Nebenwirkungen nur in sehr speziellen Fällen verordnet.

Der Pearl-Index zur Beurteilung der Sicherheit von Empfängnisverhütungsmitteln und -methoden beträgt für Depotpräparate, die gespritzt werden, 0,5.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2007
 
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