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Depressionen in der Schwangerschaft

Depressionen in der Schwangerschaft sind oft die Folge von Ängsten in Bezug auf die veränderte Lebenssituation

Depressionen in der Schwangerschaft sind oft die Folge von Ängsten in Bezug auf die veränderte Lebenssituation
(Foto: DAK/Wigger)

Im ersten und letzten Drittel der Schwangerschaft gelten werdende Mütter als besonders anfällig für Stimmungsschwankungen. Etwa sechs bis zwölf Prozent aller Frauen leiden während der Schwangerschaft unter depressiven Verstimmungen oder Depressionen. Ungefähr genauso häufig kommen aber auch euphorische Stimmungslagen vor.


Was sind die Ursachen für Depressionen in der Schwangerschaft?
Wie werden Depressionen in der Schwangerschaft diagnostiziert?
Wie können sich Depressionen in der Schwangerschaft äußern?
Wie werden Depressionen in der Schwangerschaft therapiert?
Wie verlaufen Depressionen in der Schwangerschaft?
Gibt es Möglichkeiten Depressionen in der Schwangerschaft vorzubeugen?

Was sind die Ursachen für Depressionen in der Schwangerschaft?

Zu Beginn der Schwangerschaft ist die Ursache für Depressionen häufig die veränderte Lebenssituation, mit der Frauen, zum Teil relativ plötzlich, konfrontiert sind. Der Gedanke an die Schwangerschaft und die neue Rolle als zukünftige Mutter kann gemischte Gefühle und Ängste hervorrufen.

Im letzten Schwangerschaftsdrittel machen sich im Zuge der immer näher rückenden Geburt nicht selten Sorgen und Ängste in Bezug auf die Entbindung breit. Auch die Zunahme der körperlichen Beschwerden kann sich negativ auf das seelische Befinden auswirken.


Wie werden Depressionen in der Schwangerschaft diagnostiziert?

Die Diagnose von Depressionen in der Schwangerschaft unterscheidet sich prinzipiell nicht im Vergleich zur Diagnose von Depressionen im Allgemeinen. Jedoch gibt es einen spezialisierten Fragebogen für Wochenbettdepressionen (postpartale/postnatale Depressionen), der auch bei Depressionen in der Schwangerschaft zur Anwendung kommt. Die "Edinburgh Postpartum Depression Scale" hilft bei der Beurteilung der Frage, ob Anzeichen einer Depression vorliegen. Der Fragebogen umfasst zehn Fragen zum persönlichen seelischen Befinden.


Wie können sich Depressionen in der Schwangerschaft äußern?

Depressionen in der Schwangerschaft können sich, neben allgemeinen Anzeichen einer Depression, durch eine Vernachlässigung der Schwangerschaftsvorsorge äußern.

Die Besonderheit bei Depressionen in der Schwangerschaft ist, dass sich die Symptome nicht nur bei der Mutter bemerkbar machen, sondern sich auch beim ungeborenen Kind zeigen können. So kann ein verzögertes Wachstum des Kindes oder eine Frühgeburt auf Depressionen zurückzuführen sein.


Wie werden Depressionen in der Schwangerschaft therapiert?

Bei leichten depressiven Verstimmungen in der Schwangerschaft ist eine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung größtenteils nicht notwendig. Eine unterstützende Beratung von Geburtshelfern oder Gynäkologen genügt in den meisten Fällen.

In schweren Fällen sind, wie bei schwangerschaftsunabhängigen Depressionen auch, psychotherapeutische Maßnahmen notwendig. Zu beachten ist jedoch, dass einige Medikamente das ungeborene Kind schädigen können, was bei der Behandlung berücksichtigt werden muss.


Wie verlaufen Depressionen in der Schwangerschaft?

Depressionen in der Schwangerschaft sind oft schwer zu erkennen, da es manchmal sehr schwierig sein kann, die Anzeichen einer Depression von normalen schwangerschaftsbedingten Stimmungsschwankungen abzugrenzen. So lassen sich nur etwa 18 Prozent der Frauen, die tatsächlich unter Depressionen leiden, behandeln.

Spätere Folgen von Depressionen in der Schwangerschaft können Wochenbettdepressionen und eine beeinträchtigte Mutter-Kind-Beziehung sein.


Gibt es Möglichkeiten Depressionen in der Schwangerschaft vorzubeugen?

Allgemeingültige Möglichkeiten Depressionen in der Schwangerschaft vorzubeugen gibt es nicht. Wenn aber depressive Verstimmungen länger anhalten und der Verdacht auf eine Depression besteht, ist besonders auch in der Schwangerschaft eine möglichst frühzeitige professionelle Beratung sinnvoll, um mögliche Folgen abzuwenden.



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Quellen:
Rohde A.: Rund um die Geburt eines Kindes: Depressionen, Ängste und andere psychische Probleme, Kohlhammer, Stuttgart 2004
Marcus, SM.: Depression during Pregnancy: Rates, Risks and Consequences, Can. J. Clin. Pharmacol. 22. Januar 2009
Pressemitteilung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg: Höchster Preis für Erlanger Forscher. Wegweisende Erforschung der Schwangerschafts-Depression. 21. August 2008

 

Autor: Christian Emmerling 
Letzte Änderung am: 29.12.2015
 
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