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Diabetes mellitus


Diabetes tritt auf, wenn die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder kein Insulin bildet, oder wenn sie zwar Insulin bildet, der Körper diesem gegenüber aber resistent ist. Insulin ist das Hormon, das die Verwertung von Glukose (Zucker) als Energiequelle des Körpers in den Geweben unterstützt. Ohne eine adäquate Insulinzufuhr kann ein Diabetiker den Blutzuckerspiegel nicht im Gleichgewicht halten. Eine schlechte Blutzuckereinstellung kann sowohl Hyperglykämien (überhöhter Blutzuckerspiegel) als auch Hypoglykämien (zu niedriger Blutzuckerspiegel) verursachen. Hyperglykämien können langfristige Komplikationen wie Erblindung, Nierenversagen oder Amputationen nach sich ziehen. Hypoglykämien können, wenn sie falsch behandelt werden, zum Koma oder Tod führen. Darüber hinaus ist Diabetes eine häufige Ursache von Impotenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die häufigsten Formen von Diabetes sind Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes.


Typ-1 Diabetes:

Beim Typ-1-Diabetes bildet die Bauchspeicheldrüse kein Insulin. Typ-1-Diabetes gilt häufig als Erkrankung, die bereits in der Kindheit auftritt. Hierbei greift der Körper die eigenen Insulin produzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie. Ein Mensch mit dieser Erkrankung ist nur überlebensfähig, wenn er täglich über Injektionen oder eine Pumpe Insulin zuführt. Etwa eine halbe Millionen Deutsche sind Typ-1-Diabetiker (ca. acht Prozent der Diabetiker in Deutschland).


Typ-2 Diabetes:

Ein Typ-2-Diabetes liegt vor, wenn der Körper nicht in der Lage ist, genug Insulin zu bilden oder das Insulin angemessen einzusetzen. Schätzungsweise 6 Millionen Deutsche haben Typ-2-Diabetes (ca. 90 Prozent der Diabetiker in Deutschland). Übergewicht und Gewichtszunahme gehen mit einem erhöhten Risiko von Typ-2-Diabetes einher. Typ-2-Diabetes ist häufig durch Diät, Bewegung und orale Medikamente in den Griff zu bekommen. Er kann auch mit Insulin behandelt werden.

Diabetes in Zahlen

  • Laut Weltgesundheitsorganisation leiden etwa 194 Millionen Menschen weltweit an Diabetes und es wird erwartet, dass die Anzahl bis zum Jahr 2030 auf 366 Millionen ansteigt
  • In Europa sind in der Altersgruppe 20-79 Jahre 32,2 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt.
  • Mindestens die Hälfte der Menschen mit Diabetes weiß nichts von ihrer Erkrankung. In einigen Ländern beträgt dieser Anteil bis zu 80 Prozent.
  • Diabetes ist die vierthäufigste Todesursache in den Industrieländern.
  • Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung haben Diabetiker ein 15- bis 40-mal so hohes Amputationsrisiko der unteren Extremitäten.
  • Es wird erwartet, dass sich die Häufigkeit von Diabetes bis 2025 in Europa nahezu verdoppelt.
  • Nordeuropa hat das höchste Aufkammen von Typ-1-Diabetes weltweit.
  • Die Häufigkeit von Typ-2-Diabetes steigt in Europa. Laut einer Untersuchung im Bezirk Kopenhagen (Dänemark) haben 24,7 Prozent der Männer und 17 Prozent der Frauen eine gestörte Glukosetoleranz. Dies entspricht einer Zunahme von 70 beziehungsweise 40 Prozent in einem Zeitraum von zehn Jahren.
  • Aufgrund von Umwelt- und Verhaltensveränderungen steigt die Häufigkeit von Typ-2-Diabetes bei Kindern im Zusammenhang mit Übergewicht ebenfalls an.
  • Studien haben gezeigt, dass Diabetes eine teure Erkrankung ist. Typ-2-Diabetes ist in acht europäischen Ländern für drei bis sechs Prozent der Gesamtausgaben im Gesundheitswesen verantwortlich.

Leiden Sie auch an Diabetes mellitus? Auf www.patienten-erfahrungen.de - Ihrem Erfahrungsaustausch im Internet können Sie sich mit anderen Betroffenen und Angehörigen austauschen.

Weitere Informationen erhalten Sie auch bei Diabetes-Kids: Der Selbsthilfegruppe für Kinder und Jugendliche mit Diabetes Mellitus und deren Eltern.

Lesen Sie hier weiter und erfahren Sie, wie sich der Alltag mit Typ-1 Diabetes meistern lässt.
 

Autor: Qualimedic.com AG/Medtronic 
Letzte Änderung am: 16.03.2009
 
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