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Crack

 Crack-Konsum kann zu lebensbedrohlichen Gesundheitszuständen führen

Crack-Konsum kann zu lebensbedrohlichen Gesundheitszuständen führen
(Quelle: DAK/Scholz)

Crack ist eine illegale Droge, die durch die chemische Umwandlung von Kokain hergestellt wird. Die klümpchenartige Substanz wird in kleinen Pfeifen geraucht und hat eine schnell auftretende und intensive Wirkung. Der rasch abklingende Rauschzustand führt häufig zu einem sofortigen erneuten Konsum von Crack, woraus sich schnell eine psychische Abhängigkeit entwickeln kann. Crack hat seinen Namen von dem knisternden und knackenden Geräusch, welches bei der Erhitzung zur Inhalation entsteht. In der Szene wird Crack auch als Rocks, Steine oder Roxanne bezeichnet.


Geschichte des Crack

Crack ist eine Droge der letzten Jahrzehnte. Mitte der 1980er ging man in den USA zu der deutlich preiswerteren Variante von Kokain über und verkaufte es in gestreckter und rauchbarer Form. 1983 von der Polizei in Los Angeles zum ersten Mal entdeckt, entwickelte sich, wegen seiner billigen Herstellung, binnen kürzeste Zeit eine Crack-Szene in den Staaten. Unter anderem entstanden Crack-Häuser, in denen sich Süchtige tagelang zu Rausch-Sessions niederließen. Schwerpunkte waren Kalifornien, die Ostküste und vor allem New York. Es dauerte nur wenige Jahre bis diese neue Droge in Deutschland ankam. Köln war der erste Fundort - 1986 wurde das erste Untergrund-Labor von der Polizei sichergestellt. Auch in deutschen Städten entwickelten sich Crack-Szenen. Dazu zählen unter anderem Frankfurt am Main und Hamburg. Dort ist die Zahl an Crack-Konsumenten deutlich höher als in anderen deutschen Städten.


Herstellung von Crack

Crack ist nichts anderes als Kokain. Durch das Mischen mit anderen Substanzen wird nur seine Darreichungsform verändert. Die Grundsubstanz Kokainhydrochlorid (Kokain) wird mit Wasser und Natriumhydrogencarbonat (Natron) oder Ammoniak aufgekocht bis eine bröcklige Substanz entsteht. Dieser Vorgang dauert nur wenige Minuten. Crack sieht aus wie kleine Salzklümpchen oder Steinchen und hat eine gelblich-weiße, rosa, beige oder braune Farbe.


Konsum von Crack

Crack wird geraucht, in seltenen Fällen auch gespritzt. User rauchen es mittels kleinen Glas- oder Metallpfeifen, die mit einem Feuerzeug erwärmt werden. Die inhalierte Menge an Kokain liegt bei einem Stein zwischen 50 und 150 Milligramm. Durch den billigen Preis, im Vergleich zum deutlich teureren Kokain, gehen auch manche Konsumenten dazu über, die Substanz in Wasser und Ascorbinsäure aufzulösen und in injizierbares Kokain zurück zu verwandeln.


Wirkung von Crack

Das Rauchen von Crack stimuliert das zentrale Nervensystem und wird über die Lunge viel schneller vom Körper aufgenommen, als durch die nasale Einnahme von Kokain. Die Wirkung setzt bereits nach fünf bis zehn Sekunden ein. Das stärkste Empfinden tritt nach zehn bis 15 Minuten auf, gefolgt von einem unmittelbar rapiden Abfall des Rauschs. Im Vergleich dazu, setzt bei einer Injektion von Kokain die Wirkung nach 30 bis 120 Sekunden ein, bei einer nasalen Einnahme erst nach 15 bis 60 Minuten.

Dieser starke, schlagartige Rausch wird auch als Flash bezeichnet und wirkt kurzfristig euphorisierend, steigert das Selbstwertgefühl und die sensorische Wahrnehmung. Sinneseindrücke wie Hören, Sehen, Fühlen, aber auch sexuelle Empfindungen werden deutlich verstärkt wahrgenommen. Dieser Rauschzustand geht aber auch einher mit unangenehmen Symptomen wie Aggressivität, Rastlosigkeit, Depressionen, Angst, Misstrauen, Wahnvorstellungen und einem verminderten Appetit und Schlafbedürfniss.

Die Stimulation durch Crack hat keine lang anhaltende und nachhaltige Wirkung im Körper. Der Konsument fühlt sich deswegen nie gesättigt. Das führt zu Frustration und dem Bedürfnis dieses Hochgefühl sofort wieder erleben zu wollen. Häufig wird so in kürzester Zeit eine größere Menge an Crack geraucht. Diesen Zustand ständig aufrechterhalten zu wollen, führt schnell zu einer großen psychischen Abhängigkeit. Körperliche Abhängigkeiten sind beim Crackkonsum eher unbekannt, wobei die psychische Anhängigkeit nicht zu unterschätzen ist.


Gefahren von Crack

Neben der emotionalen Abhängigkeit birgt Crack noch weitere Risiken. So kann die Einnahme zu Schlaganfall, Atemlähmung und Tod durch Überdosierung führen. Da es sich bei der Einnahme von Crack selten um einen Monokonsum handelt, verstärken sich diese Gefahren in Kombination mit anderen Drogen.


Anzeichen für eine Crackabhängigkeit


Psychische und körperliche Anzeichen:


Gegenstände, die mitgeführt werden:

  • Pfeife
  • Kerze
  • Angerußter Löffel
  • Papierwaage
  • Plastiksäckchen
  • Zigarettenpapier
  • Salmiak (Ammoniumchlorid)


Dies sind alles Anzeichen, die auch andere Ursachen und Gründe haben können. In Kombination werden sie allerdings als Zeichen für Crackkonsum gedeutet. Sollte man diese oder ähnliche Anzeichen bei Freunden, Verwandten oder Kindern feststellen, ist es ratsam, das Gespräch zu suchen, bevor ein Verdacht geäußert wird.


Verbreitung von Crack in Deutschland

Der Konsum von Crack ist in Deutschland relativ gering ausgeprägt und konzentriert sich auf einige Städte wie Frankfurt am Main, Hamburg und Hannover. Eine Szenenbefragung in Frankfurt ergab, dass 80 Prozent der Szene-Junkies Crack konsumieren. 60 Prozent der Crackabhängigen rauchen täglich und ein exzessiver Konsument mehr als acht Einheiten am Tag. Ein Gramm Crack kostet circa 55 Euro. Der Verkaufspreis richtet sich aber nach der Größe der Steine und kann zwischen fünf bis 50 Euro liegen. Im ersten Moment scheint Crack eine günstige Droge zu sein, aber durch das ungestillte Bedürfnis, das euphorische Hochgefühl wieder herzustellen, kann es zu einer teuren Sucht werden.


Rechtslage in Deutschland

Crack zählt zu den illegalen Drogen und fällt unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Sein Besitz, Verbreitung, Herstellung, Verkauf etc. sind verboten und werden mit Geldstrafen und Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren geahndet.


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Quellen:
Schneyder, W.: Das Drogenlexikon, Greifenverlag, Rudolstadt 1993
Schmidbauer, W., vom Scheidt, J., Handbuch der Rauschdrogen, Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2004
Haasen, C., Prinzleve, M., Zurhold, H., Schmolke, R., Ilse, J.: Körperliche und psychische Folgen des Kokain- und Crackkonsums, Suchttherapie, Georg Thieme Verlag, Online-Publikation (2002)
Haasen, C., Springer, A.: Kokain und Crack: Big Bang, Teufelsdroge oder Schnee von gestern?, Suchttherapie, Georg Thieme Verlag, Online-Publikation (2002)
Langer, A., Behr, R., Hess, H.: Was dir der Stein gibt, kann dir keine Nase geben - Crack auf der Frankfurter Drogenszene, Forschung Frankfurt, Online-Publikation (2004)

 

Autor: Antje Fischer 
Letzte Änderung am: 22.01.2009
 
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