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Halluzinogene


(Quelle: Gerd Altmann/PIXELIO)

Unter dem Begriff Halluzinogene werden verschiedene psychoaktive Substanzen zusammengefasst. Halluzinogene können tiefgreifende psychische Veränderungen hervorrufen. Typisch dabei ist ein stark verändertes Erleben von Raum und Zeit. Stoffe, die halluzinogen wirken, sind beispielsweise LSD, Zauberpilze und DXM (Detromethorphan). Da ständig neue Halluzinogene synthetisiert werden, wächst auch die Liste der Halluzinogene. Den Rauschzustand durch Halluzinogene bezeichnet man als Trip. Auch Naturdrogen, wie Pilze (Psylocybin, Meskalin), Engelstrompete oder Stechapfel, zählen zu den Halluzinogenen. Diese sind zwar nicht illegal und frei zugänglich, bergen aber gerade deshalb eine hohe Gefahr. Sie sind häufig hochgiftig und sehr schwer zu dosieren, da die Wirkstoffmenge nicht erkennbar ist. Bei Überdosierung sind sie tödlich!


Wie wirken Halluzinogene?

Halluzinogene verzerren die akustische sowie die optische Wahrnehmung. Die Wirkung ist unter anderem von der Grundstimmung und der Erwartung des Konsumenten abhängig. Außerdem wirken sie bei jedem Menschen anders und die Wirkung ist nicht vorhersehbar. Die Hauptgefahr liegt in der psychischen Wirkung und dem dadurch beeinträchtigten Urteilsvermögen, was zu gefährlichen Situationen führen kann. So kann jemand beispielsweise nach der Einnahme eines Halluzinogens davon überzeugt sein, fliegen zu können und sich zum Beweis aus dem Fenster stürzen. Das Bewusstsein der Person wird durch Halluzinogene stark beeinflusst und die Wahrnehmung verändert, was zu Sinnestäuschungen führt.


Gefahren durch Halluzinogene

Nach der Einnahme können Angst- und Panikzustände auftreten, sodass sich der Konsum zum Horrortrip entwickelt. Einen solchen Zustand dann zu beenden, weil er unangenehm ist, ist nicht möglich. Durch solche Erlebnisse kann sich eine Psychose entwickeln, die anhält, obwohl die Wirkung des Halluzinogens längst abgeklungen ist ("Hängenbleiben").

Neben den psychischen Wirkungen können auch körperliche Probleme wie Blutdruckanstieg, Herzrasen, Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen und Mundtrockenheit auftreten. Todesfälle, beispielsweise durch Atemlähmung sind zwar selten, aber möglich.

Eine besondere Gefahr besteht in der Kombination von DXM mit Ecstasy. Beide Stoffe werden vom gleichen Enzym in der Leber abgebaut, daher kann bei einem Mischkonsum DXM nicht schnell genug abgebaut werden - was zu einer stark erhöhten Wirkung des Stoffes Detromethorphan und möglicherweise zum Herzinfarkt führt.. Andere Kombinationen können ebenfalls körperliche Schäden hinterlassen, zum Erbrechen führen oder tödlich enden, da eine Kombination unterschiedlicher Wirkstoffe meist zu unberechenbaren Wechselwirkungen führt. Die Substanzen können sich in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen und Effekte oder gefährliche Nebenwirkungen verstärken.

Kann man von Halluzinogenen abhängig werden?

Bei häufigem Konsum von Halluzinogenen kann es zu einer psychischen Abhängigkeit kommen. Auch irreparable Gehirnschäden und Depressionen sind möglich. Eine länger anhaltende Psychose nach dem Konsum von Halluzinogenen kann eine psychiatrische Behandlung erforderlich machen.


Quellen:
Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.drugcom.de (Stand: März 2008)
Beers, M.H. (Hrsg.): MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Wilhelm Goldmann Verlag, München 2005

 

Autor: Miriam Funk 
Letzte Änderung am: 31.05.2010
 
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