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Kokain

Kokain ist eine Droge, die aus den Blättern der Koka-Pflanze, die hauptsächlich in Südamerika wächst, hergestellt wird. Dabei wird durch ein chemisches Verfahren Kokainhydrochlorid gewonnen, welches heute auch künstlich hergestellt wird. Die Bezeichnung Kokain gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert, als die Wirksubstanz extrahiert wurde. Der Konsum von Kokain ist jedoch bereits von den Inkas bekannt. Kokain gab Coca-Cola seinen Namen und war bis 1903 wegen seiner aufputschenden Wirkung tatsächlich in dem Getränk enthalten. Erst dann wurde Kokain verboten, da man merkte, welch fatale Wirkungen es hat.

Kokainhydrochlorid ist ein weißes Pulver, welches durch die Nase geschnieft, geraucht, gespritzt oder auf die Schleimhäute aufgetragen werden kann. Ein Abkömmling des Kokains ist Crack, welches geraucht wird.


Wie wirkt Kokain?


Kokain hat eine aufputschende Wirkung. Die Stärke des Effekts hängt von der Form des Konsums ab. Am schnellsten und heftigsten setzt die Wirkung beim Spritzen ein. Allerdings klingen die Effekte bereits nach zirka zehn Minuten wieder ab. Am häufigsten wird Kokain durch die Nase geschnieft. Dabei kommt es nach wenigen Minuten zum Eintritt der Wirkung, die etwa 20 bis 60 Minuten anhält.

Die aufputschende und euphorisierende Wirkung des Kokains beruht auf einer Ausschüttung von Neurotransmittern. Dies sind Botenstoffe, die das zentrale Nervensystem stark stimulieren. Die Wirkung führt auch zu einem gehobenen Selbstwertgefühl und senkt sexuelle Hemmungen. Konsumenten werden außerdem hyperaktiv, der Puls, der Blutdruck, die Körpertemperatur und die Atemfrequenz steigen merklich an.


Welche Risiken birgt der Konsum von Kokain?

Der Körper stellt sich auf eine höhere Leistungsfähigkeit ein und verbraucht Kraftreserven. Da er aber keine Energie zugeführt bekommt, kann es zu folgenden Problemen kommen:

  • Übererregung, aus der Krampfanfälle entstehen können
  • Bewusstseinsstörungen, die zum Koma führen können
  • erhöhte Aggressivität, Wahnvorstellungen und Halluzinationen
  • erhöhte Körpertemperatur, Herzklopfen und Bluthochdruck, Schock
  • Lähmung des Atemzentrums
  • Herzinfarkt

Typisch ist außerdem, dass nach Abklingen der aufputschenden Wirkung sich ein gegenteiliges Gefühl einstellt. Dies kann sich durch Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, Angstzustände, Schuldgefühle und Selbstmordgedanken bemerkbar machen.

Bei regelmäßigem Kokainkonsum drohen Depressionen. Häufig sind auch Paranoia und Verfolgungswahn. Bei Männern droht Impotenz. Zudem verlieren Betroffene oft an Gewicht, da sie durch das Kokain kein Hungergefühl verspüren und ihre Ernährung vernachlässigen. Auch die Persönlichkeit verändert sich. Konsumenten stumpfen emotional ab. Zudem leidet die Nasenscheidewand dauerhaft, da das Kokain die Schleimhäute der Nase angreift und zerstört.


Kann man von Kokain abhängig werden?

Kokain hat bereits beim ersten Konsum ein hohes Abhängigkeitspotenzial, weshalb es auch unter das Betäubungsmittelgesetz (BTM) fällt. Es kann sehr schnell und sehr stark abhängig machen. Auf das Hoch nach dem Konsum folgt das Tief, welches mit erneutem Konsum überdeckt werden soll. Allerdings folgt darauf sicher wieder ein Tief. So geraten Konsumenten schnell in einen Strudel, aus dem so schnell nicht mehr herauszukommen ist. Die Dosis muss immer weiter erhöht werden, um das euphorische Gefühl zu verspüren. Es wird eine körperliche und psychische Abhängigkeit erzeugt. Dabei ist besonders die psychische Komponente nicht zu unterschätzen. Viele Abhängige befinden sich jahrelang in psychotherapeutischer Behandlung.

Quellen:
Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.drugcom.de (Stand: April 2008)
Online-Information der Diakonie Friedrichshafen: www.pille-palle.net (Stand: April 2008)

 

Autor: Miriam Funk 
Letzte Änderung am: 19.05.2008
 
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