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Lösungsmittel

Die meisten Lösungsmittel sind flüchtige Substanzen und verdampfen an der Luft. Mit Lösungsmittelmissbrauch ist normalerweise das ÖSchnüffelnÖ von Klebstoff gemeint. Es können aber auch noch viele andere Haushaltsprodukte geschnüffelt werden (Nagellack, Sprays, etc.). Alle Lösungsmittel sind giftig - an Lösungsmittel sterben mehr Jugendliche unter 16 Jahren als an allen anderen aufputschenden Drogen zusammen.

Erscheinungsformen
Oft missbraucht und sehr gefährlich sind folgende Substanzen:

  • Klebstoffe auf Lösungsmittelbasis (Toluol und Hexan) für Modellbau und Heimwerker

  • Lösungsmittel (Benzol und Hexan) in Nagellack, Nagellackentferner, Korrekturflüssigkeit und chemischen Reinigungsmitteln

  • Flüssiggase (Butan und Propan) in Sprays, Feuerzeug-Nachfüllpackungen, Lampen und Campingkochern

Szenenamen
"Kleber", "Gas", "Spray"

Gebrauch
Beim Missbrauch von Lösungsmitteln werden immer die Dämpfe inhaliert. Man gibt sie auf ein Stück Stoff oder in eine Plastiktüte. Manche sprühen sich Sprays sogar direkt in den Mund.

Gefahren
Alle Lösungsmittel sind hoch giftig und leicht entzündlich. Die Dämpfe können explosiv sein. Das Inhalieren kann den Körper ernsthaft schädigen. Lösungsmittel bringen eine Menge körperlicher und geistiger Nebenwirkungen mit sich:

  • Übelkeit

  • Kopfschmerzen

  • Hautausschläge

  • Gewichtsverlust und Zittrigkeit

  • Verwirrtheit

  • Orientierungslosigkeit

  • Gedächtnisverlust

  • Stimmungsschwankungen

  • Depressionen

  • Bewusstlosigkeit

  • Erstickungsanfälle (bis hin zum plötzlichen Tod)

  • Organversagen (vor allem von Leber, Nieren und Herz)

ACHTUNG: niemals Spray oder Feuerzeugbenzin direkt in den Mund sprühen! Nie eine Tüte mit Lösungsmitteln über den Kopf ziehen! Lösungsmittel können bereits beim ersten Gebrauch tödlich sein!

Abhängigkeit
Da Lösungsmittel nicht körperlich abhängig machen, gibt es meist keine Entzugserscheinungen. Meist machen sie jedoch psychisch abhängig: wer regelmäßig schnüffelt, kommt ohne den Rausch oft nicht mehr klar. Wer oft schnüffelt, entwickelt außerdem eine gewisse Gewöhnung und braucht immer mehr, um den gleichen Effekt zu erzielen. Der Entzug von Lösungsmitteln führt zu starker Nervosität und Angstzuständen bis hin zu Depressionen.

Rechtslage
Lösungsmittel fallen nicht unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Ihr Besitz ist auch nicht strafbar, da es sich meist um Gegenstände des täglichen Lebens handelt. Wird man jedoch beim Schnüffeln in der Öffentlichkeit beobachtet, kann man zu seiner eigenen Sicherheit festgenommen werden.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.03.2008
 
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