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Elektrokardiogramm (EKG)

Kleine Elektroden messen die elektrische Spannung

Bei der EKG-Untersuchung wird die elektrische Spannung über kleine Elektroden gemessen, die auf der Haut angebracht werden
(Quelle: Jens Goetzke/PIXELIO)

Mit einem Elektrokardiogramm (EKG) wird die elektrische Aktivität des Herzens dargestellt. Beim Pumpen des Herzens entsteht eine elektrische Spannung, die mithilfe von am Körper befestigten Elektroden an der Körperoberfläche gemessen werden kann und in Form von Kurven dargestellt wird. Anhand des Kurvenverlaufs lassen sich Herzkrankheiten (zum Beispiel Herzrhythmusstörungen, Koronare Herzkrankheit oder Herzinsuffizienz) erkennen. Eine EKG-Untersuchung ist einfach und schmerzlos.

Bei einem Elektrokardiogramm werden drei Untersuchungsverfahren unterschieden: Das Ruhe-EKG, welches in der Regel nur wenige Minuten dauert, das Belastungs-EKG, welches unter körperlicher Aktivität aufgezeichnet wird und das Langzeit-EKG, welches die elektrische Herzaktivität über 24 Stunden beobachtet.


Vorbereitungen

Bevor das Elektokardiogramm durchgeführt wird, ist es ratsam dem Arzt mitzuteilen, wenn Medikamente eingenommen werden, da einige Wirkstoffe den Herzrhythmus verändern können.


Ablauf

Eine EKG-Untersuchung kann in jeder Arztpraxis mit dem entsprechenden Gerät durchgeführt werden. Das Standardverfahren ist das Ruhe-EKG. Bei dieser Untersuchung liegt man ruhig und entspannt. Die Messung der elektrischen Spannung erfolgt über Elektroden, die auf der Haut der Hände und Füße und des Brustkorbs angebracht werden. Bei starker Behaarung wird der Brustkorb eventuell teilweise rasiert. Auf die Messelektroden wird vorher ein Gel aufgetragen, das den Kontakt zwischen Haut und Elektroden verbessert. Im Reizbildungs- und -leitungssystem im Herzen bildet sich die elektrische Erregung - durch diese pumpt das Herz das Blut durch den Körper. Die elektrischen Impulse gelangen zu den Muskelzellen und können so mit einem EKG dargestellt werden. Die Veränderungen werden bei einem Elektrokardiogramm auf einem Monitor oder mithilfe eines Schreibers als Kurven dargestellt. Die Ausschläge im EKG geben durch ihre Breite, Höhe und Richtung Auskunft über die Herzaktivität.

Während das Ruhe-EKG nur eine Momentaufnahme darstellt, zeichnet das Langzeit-EKG im Gegensatz dazu die elektrische Aktivität des Herzens über 24 Stunden auf. Für diese Untersuchung wird ein kleines Aufnahmegerät einen Tag lang während der Alltagsaktivitäten am Körper getragen.

Das Belastungs-EKG ist ein Elektrokardiogramm, das unter körperlicher Aktivität aufgezeichnet wird. In der Regel wird ein stationäres Fahrrad oder ein Laufband verwendet. Dadurch werden Unregelmäßigkeiten der elektrischen Erregung deutlich, die nur bei Anstrengungen und nicht in Ruhe auftreten.


Anwendungsgebiete

Ein Elektrokardiogramm gibt Auskunft über die Tätigkeit der Muskulatur des Herzens, den Herzrhythmus und die Reizleitung. Das Verfahren wird in Zusammenhang mit Gesundheitschecks, bei Verdacht auf eine Herzerkrankung sowie zur Überprüfung der Herzfunktion vor, während und nach Operationen durchgeführt.

Anhand des Kurvenverlaufs eines Elektrokardiogramms kann der Arzt verschiedene Herzerkrankungen wie einen Herzinfarkt, Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Herzrhythmusstörungen, eine Koronare Herzkrankheit (KHK), Vorhofflimmern oder -flattern sowie Kammerflimmern oder -flattern, eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis) diagnostizieren. Darüber hinaus können eine fehlerhafte Dosierung bestimmter Medikamente sowie ein Mangel oder Überfluss bestimmter Mineralstoffe, welche die Reizleitung beeinflussen, festgestellt werden.


Komplikationen und Risiken

Ein Ruhe-Elektrokardiogramm ist eine einfache, ungefährliche Untersuchung. Ein Belastungs-EKG ist in der Regel ebenfalls ungefährlich, sollte jedoch nicht bei Personen, die an einer Herzschwäche leiden, kürzlich einen Herzinfarkt hatten, oder von einer instabilen Angina Pectoris betroffen sind, durchgeführt werden.


Alternativen

Neben einem Elektrokardiogramm können zur Erkennung von Herzerkrankungen eine Echokardiographie oder eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt werden.


Sie haben noch weitere Fragen zum Thema Elektrokardiogramm? Dann wenden Sie sich an unsere Expertenrat.

Leiden Sie auch an einer Herzerkrankung? Auf www.patienten-erfahrungen.de - Ihrem Erfahrungsaustausch im Internet können Sie sich mit anderen Betroffenen und Angehörigen austauschen.

Quellen: F.A. Brockhaus (Hrsg.).: Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus GmbH, Leipzig/Mannheim 2006
Trappe, H.-J.: Herzkrank: Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Herzschwäche. TRIAS, Stuttgart 2004
Hamm, C.W.; Willems, S.: Checkliste EKG. Georg Thieme, Stuttgart 2001

 

Autor: Theresa Nikley 
Letzte Änderung am: 11.12.2008
 
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