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Empfängnisverhütung

Empfängnisverhütung oder Kontrazeption aus sozialen, wirtschaftlichen oder medizinischen Gründen hat zunehmend an Bedeutung gewonnen. Auf dem Gebiet der Empfängnisverhütung wie auch der Geburtenregelung werden ständig neue Methoden und Hilfsmittel entwickelt.

  • Hormonelle Kontrazeption
    Abgesehen von der sexuellen Enthaltsamkeit gehört heute die hormonelle Kontrazeption zu den sichersten Formen der Empfängnisverhütung. Am bekanntesten ist die so genannte Antibabypille, die, regelmäßig eingenommen, den Eisprung verhindert. Grundsätzlich gleichartig wirken Depotpräparate, die ebenfalls die Ovulation hemmen, aber nicht täglich verabreicht werden müssen. Die Zufuhr von Hormonen bedeutet einen immensen Eingriff in den Hormonhaushalt und hat mehr oder weniger starke Nebenwirkungen.

  • Mechanische Kontrazeption
    Als mechanische Kontrazeption wird die Schwangerschaftsverhütung durch so genannte Barrieren, wie zum Beispiel ein Diaphragma oder eine Portiokappe bezeichnet, oder aber durch einen in den Uterus (Gebärmutter) eingeführten Fremdkörper wie zum Beispiel die Spirale (Pessar), die es auch als Hormonspirale gibt.

  • Chemische Kontrazeption
    Chemische Verhütungsmittel wie zum Beispiel Spermizidcremes oder Vaginalschwamm gelten als nicht sehr sichere Verhütungsmittel und werden nur im Zusammenhang mit der Benutzung eines Kondoms empfohlen.

  • Natürliche Verhütung oder Kontrazeption ohne Hilfsmittel
    Die natürliche Familienplanung (NFP) ist heute bei vielen Frauen wieder beliebt, weil sie keinerlei Nebenwirkungen besitzt. Allerdings lässt die Sicherheit dieser Methode meist zu wünschen übrig, sie steigt allerdings, umso besser eine Frau ihren Körper und das Verfahren der NFP kennen lernt. Für einige Frauen können die verschiedenen Gerätschaften und spezialisierte Rechner und Kleincomputer, die die natürlichen Anzeichen der Fruchtbarkeit auswerten helfen, hilfreich sein.
    Die natürliche Familienplanung ist keine Verhütungsmethode - sie zeigt im besten Fall die unfruchtbaren Tage an, an denen ungeschützter Geschlechtsverkehr nicht zu einer Schwangerschaft führen kann. An den fruchtbaren Tagen hingegen müssen Sie, wenn Sie Geschlechtsverkehr haben wollen, ein anderes Verhütungsmittel (Diaphragma, Kondom, Spermizide o.ä.) einsetzen.

Zykluscomputer
Mit Hilfe von kleinen Taschencomputern kann man heutzutage mehr oder weniger sicher die fruchtbaren bzw. die weniger fruchtbaren Tage errechnen lassen. Diese Computer basieren auf unterschiedlichen Messverfahren und werten entweder die Basaltemperatur einer Frau aus, ihre Hormone im Urin, den sich verändernden Zervixschleim oder aber eine Kombination hiervon.

Vergleichbarkeit der verschiedenen Methoden - der Pearl-Index
Um die Wirksamkeit und Sicherheit der einzelnen Empfängnisverhütungsmethoden vergleichen zu können, gibt es den Pearl-Index. Der Indexwert verschiedener Methoden kann leicht verglichen werden.


Verhütung nach einem Geschlechtsverkehr


Pearl Index

Der Pearl-Index ist die Verhältniszahl zur Beurteilung der Sicherheit von Empfängnisverhütungsmitteln und -methoden.

Er wird nach der Formel P= V · 1200/A berechnet
V = "Versager", d.h. eingetretene Schwangerschaften trotz sachgemäßer Anwendung
A = Anzahl der Anwendungsmonate
Ausgegangen wird von 100 "Frauenjahren" = 1200 Anwendungsmonaten.

Formel Pearl-Index

Der Pearl Index bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr wird mit 80 festgesetzt - je kleiner der Pearl Index ist, umso sicherer ist die Methode zur Empfängnisverhütung

Methode Pearl-Index
Basaltemperaturmethode** 1-2
Billingsmethode 20
Bio self 1,5*
Cycle View 0,5*
Cyclotest 2 Plus 3*
Depotpräparate 0,5
Diaphragma 5**
Diaphragma und Spermizid 2**
Dreistufenpräparate 0,5
Einphasenpräparate 0,5
Intrauterinpessar / Spirale 2
Knaus-Ogino-Methode 15-30
Koitus interruptus >25
Koitus reservatus >25
Kondom 3,3
Ladycomp 0,7*
Minipille 3
Mini sophia 0,5*
Mikropille 0,5
Morning-after-pill 1
Morning-after-Spirale 1
Persona Computer 6,5
Portiokappe 7
Spermizide 8-36
Symptothermale Methode 0,5
Tubenligatur < 0,2
Vaginalschwamm 15
Zweistufenpräparate 0,7

* laut Hersteller
** abhängig von Kenntnis und dem richtigen Umgang


Empfängnisverhütung früher

Empfängnisverhütung ist so alt wie die Zeugung

Verhütung bei den Ägypterinnen
Über Verhütungsmethoden der Frühzeit kann zwar viel spekuliert werden, sicher ist aber lediglich, dass es sie gab. Das erste schriftliche Zeugnis sind 4.000 Jahre alte Papyrusrollen, in denen beschrieben wird, wie junge Ägypterinnen Leinenläppchen mit zerstoßenen Akazienknospen und Honig bestrichen und kurz vor dem Verkehr in die Scheide einführten. Interessanter noch war der Granatapfel: Die Kerne wurden zerstoßen und in Wachs gerollt; das ergab Scheidenzäpfchen.

Beide Methoden sind bis heute Grundsteine der moderner Verhütung:

  • Akazienknospen enthalten Gummi arabicum, das sich in der Scheide in Milchsäure umwandelt; Milchsäure wirkt samenabtötend. Noch heute ist Milchsäure wesentlicher Bestandteil mancher Verhütungsgels.

  • Der Granatapfel enthält hohe Mengen eines pflanzlichen Östrogens; ähnlich wie das Östrogen der Antibabypille könnte es den Eisprung verhindert haben.

Als Vorläufer des Pessars gelten die Verhütungsmethoden der Beduinen, die sie an ihren Kamelen praktizierten. Um zu verhindern, dass auf langen Reisen durch die Wüste die weiblichen Kamele schwanger wurden, legten die Beduinen den Tieren ein Steinchen in die Gebärmutter ein. Dieses verursachte eine permanente leichte Reizung und Veränderung der Gebärmutterschleimhaut, so dass sich kein befruchtetes Ei einnisten konnte.

Das Diaphragma gibt es bereits seit mehr als hundert Jahren.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 03.09.2008
 
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