Endoskopische Kapsulotomie bei Brustimplantaten
Die endoskopische Erweiterung (Kapsulotomie) einer Kapselfibrose bei einem Brustimplantat ist eine elegante Methode, die zum Glück insgesamt zahlenmäßig weniger werdende Komplikation operativ zu beseitigen. Die Silikonimplantate mit glatter Oberfläche und oberflächlicher Lage auf dem Brustmuskel, haben in bis zu 20% der Fälle zu einer Fremdkörperreaktion geführt, in deren Folge sich festes Bindegewebe um die Brustprotheseneinlage gebildet hat, die im weiteren Verlauf narbig geschrumpft ist und so zu Beschwerden geführt hat. Wenn sich die Größe, Form, Festigkeit, Farbe oder Temperatur der Brust ändert, kann das auf eine Kapselfibrose oder auf das Austreten des Füllmaterials aus dem Brustimplantat hinweisen.
Minimal-invasiv
Mit einem nur 2 cm langen Schnitt in der unteren Brustfalte oder
seitlich in der Achselfalte, wird ein speziell für diesen
Eingriff weiterentwickeltes Endoskop durch die verhärtete
Bindegewebskapsel vorgeschoben und das Implantat unter direkter
Sicht auf Undichtigkeit geprüft. Ist diese nicht gegeben, dann
wird das derbe Bindegewebe, das das Implantat wie eine Kapsel eng
umschließt, nach einem bestimmten Muster mit einem Messer
streifenförmig und zirkulär eingeschnitten, wodurch das
Implantat wieder Platz bekommt. Der kreisförmige Schnitt
erfolgt an der Basis der Verhärtung, während die
streifenförmigen Einschnitte den kuppelartigen Bereich der
Fibrose betreffen. Gelegentlich muss der Hautschnitt noch
aufgeweitet werden.
Das Messer ist in das
Endoskop integriert und schneidet durch das Narbengewebe ohne die
Silikonprothese zu gefährden. Man kann es leicht gegen eine
Elektrode zur Stromanwendung bei Blutungen austauschen. In einigen
Fällen genügt das Einschneiden nicht für ein gutes
Ergebnis und die gesamte Narbenbildung muss entfernt werden
(Kapsulektomie). Das ist dann notwendig, wenn sich Kalkablagerungen
gebildet haben. Dabei wird die Prothese auch ausgewechselt.
Die Operation kommt ohne das Einfüllen von Gas oder
Spüllösung aus und ist sehr schonend. Die betroffenen
Patientinnen haben den Eingriff als wenig belastend empfunden. Der
stationäre Beobachtungszeitraum beträgt im Mittel drei
Tage.
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 17.09.2007
