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Energiehaushalt

Der Energieverbrauch oder Energiebedarf des menschlichen Körpers besteht aus einem Erhaltungsumsatz, der für die Lebenserhaltung der Zellen erforderlich ist (Grundumsatz), der abhängig ist von Geschlecht, Größe, Gewicht, Muskelmasse, Alter, sowie einigen Hormonen, und einem Leistungsumsatz, der abhängig ist von körperlicher Aktivität, Verdauungsarbeit und Wärmeproduktion. Ein besonderer Bedarf an Energie besteht im Wachstum, bei einer Schwangerschaft und in der Stillzeit.

Grundumsatz
Damit die vielfältigen Stoffwechselabläufe in den Zellen, Geweben und Organen unseres Körpers reibungslos funktionieren, benötigen sie Energie. Ohne Energie wären die Herstellung unterschiedlichster Stoffe, die Zellerneuerung oder Wachstum mit Aufbau, Umbau oder Abbau von Substanzen nicht möglich. Auch gehen Herzschlag, Atmung, Nierentätigkeit und die Hirnleistung ständig weiter. Die Energiemenge, die benötigt wird, um alle normalen Organfunktionen aufrecht zu erhalten, unabhängig ob wir wach sind oder schlafen, nennt man Grundumsatz oder Ruheumsatz. Die Energiemenge, die ein 70 kg schwerer Mensch benötigt, um diese Grundfunktionen zu erhalten, beträgt ungefähr 1 kcal/kg Körpergewicht und Stunde, also grob 1.700 kcal am Tag. Diese Energiemenge beziehen wir aus der Nahrung oder, falls diese nicht verfügbar ist, aus dem Fettdepot unseres Körpers. Der Vorrat reicht bei einem Normalgewichtigen ungefähr für einen Monat. Dieses Fettdepot war und ist sinnvoll, weil in der Frühzeit der Menschen eine tägliche Nahrungsaufnahme nicht garantiert war. Der Grundumsatz beträgt wegen individueller Schwankungen 60 bis 70 % des gesamten Energieverbrauchs.

Leistungsumsatz
Jede körperliche Aktivität in Freizeit und Beruf, vom konzentrierten Nachdenken bis zur Schwerstarbeit, benötigt zusätzliche Energiemengen, die man Leistungs- oder Arbeitsumsatz nennt. Es ist einsichtig, dass eine sitzende Tätigkeit weniger Kalorien verbraucht als die Arbeit eines Gerüstbauers. Zur Berechnung der Energiemenge bedient man sich Erfahrungswerten für leichte, mittelschwere und schwerste Arbeit, die etwa 20 bis 40 % der Gesamttagesenergiemenge betragen sollen. Da der Leistungsumsatz eine Größe ist, die sehr schwanken und unterschiedlich sein kann, ist sie auch entsprechend leicht zu beeinflussen.
Mit zunehmendem Alter wird der Bedarf an Kalorien insgesamt weniger, denn das Wachstum ist abgeschlossen, der Körper ist "in seinen besten Jahren" und allmählich beginnen Abbauprozesse. Ein Vierzigjähriger hat deshalb im Schnitt einen um 10 % geringeren Energiebedarf.

Verdauungsverlust
Die Verdauung der von uns aufgenommenen Nahrung verbraucht ebenfalls eine gewisse Menge an Energie, damit die Nährstoffe aufgespaltet und im Darm in den Körper aufgenommen werden können. Dieser Verdauungsverlust beträgt ungefähr 10 % der Energie in unseren Speisen und Getränken.

Thermogenese (Körperwärmeerhöhung)
Nahrungsbedingte Körperwärmeerhöhung:
Während die normale Körpertemperatur dem Grundumsatz zugerechnet wird, bezeichnet die Thermogenese eine Körpertemperaturerhöhung, die nach einer Nahrungsaufnahme freigesetzt wird. Wie viel Wärme erzeugt wird, hängt auch von der Nahrung selbst ab. So wird aus Fett etwa 3 %, aus Kohlenhydraten etwa 7 % und aus Eiweiß bis über 20 % der enthaltenen Energie in Wärme umgesetzt.
Arbeitsbedingte Körperwärmeerhöhung: Sie entsteht durch Muskelaktivität und ist abhängig von der Dauer, der Kraftanstrengung und der eingesetzten Muskulatur.

Die Brennwerte der Grundnahrungsstoffe sind sehr unterschiedlich:
1 Gramm Fett entspricht 9,3 kcal
1 Gramm Eiweiß entspricht 4,1 kcal
1 Gramm Kohlenhydrate entspricht 4,1 kcal

Zur Messung der Energie dienen die Einheiten Kalorie (cal) und Kilokalorie (1 kcal = 1000 cal), oder Joule (J) und Kilojoule (1 kJ = 1000J).

Wichtig:
1 Gramm Alkohol entspricht 7,3 kcal

Umrechnung: 1 cal = 4,1868 J (1kcal = 4,1868 kJ), 1 J = 0,2388 cal (1 kJ = 0,2388 kcal)

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2007
 
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