Tipp

Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

 Magenschleimhaut

Die Magenschleimhaut kleidet die Innenseite des Magens aus
(Quelle: lifeART)

Unter einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) versteht man einen akut oder chronisch verlaufenden entzündlichen Zustand der Schleimhaut des Magens. Magenschleimhautentzündungen sind häufig - Schätzungen zufolge leiden mehr als die Hälfte der über 50-Jährigen in den Industrieländern an einer chronischen Gastritis. Etwa 80 bis 90 Prozent hiervon werden durch das Bakterium Helicobacter pylori hervorgerufen.

Ursachen: Übersäuerung, Heliobacter pylori-Bakterien, Autoimmun-Gastritiden

Eine akute Entzündung der Magenschleimhaut kann durch zuviel Magensäure hervorgerufen werden. Bestimmte Lebensmittel fördern die Übersäuerung des Magens, wie beispielsweise Kaffee, Alkohol, säurehaltige Säfte oder stark gewürzte und scharfe Speisen. Auch Stress sowie bestimmte Medikamente erhöhen die Bildung von Magensäure oder vermindern die Bildung der schützenden Schleimschicht der inneren Magenwand. Hierzu zählen beispielsweise bestimmte Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Diclofenac. Ist die Schleimschicht vermindert, kann die Magensäure die Magenschleimhaut reizen und zur Entzündung führen.

Für einen großen Teil der chronischen Magenschleimhautentzündungen sind Helicobacter pylori-Bakterien verantwortlich.

Etwa fünf Prozent der Magenschleimhautentzündungen sind so genannte Autoimmun-Gastritiden. Der Körper selbst bildet hierbei Stoffe, welche die Magenschleimhaut angreifen, sodass es zur Entzündung kommt.

Symptome einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

Chronische Entzündungen der Magenschleimhaut rufen häufig über lange Zeit keine Symptome hervor.

Bei akuten Magenschleimhautentzündungen können Schmerzen, typischerweise unter dem Brustbein in der Magengrube, auftreten. Sie sind häufig brennend oder stechend und können als Gefühl von Sodbrennen und saurem Aufstoßen auch die Speiseröhre betreffen. Es kommt zu Übelkeit, Völlegefühl, gelegentlich auch zu Erbrechen.

Ärztliche Diagnose: Anamnese, Sonographie, Gastro-Duodenoskopie, Biopsie

Erster Schritt der Diagnose einer Magenschleimhautentzündung ist zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen (Anamnese). Eine Blutuntersuchung kann andere mögliche Ursachen der Symptome ausschließen, ebenso eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Bauchorgane.

Ist die Verdachtsdiagnose einer Gastritis gestellt, sollte sie durch eine Magenspiegelung (Gastro-Duodenoskopie) bestätigt werden. Hierbei wird zunächst der Rachen mithilfe eines Sprays betäubt. Dann wird ein flexibler Schlauch durch die Speiseröhre in den Magen und Zwölffingerdarm vorgeschoben, der an der Spitze mit einer Lichtquelle und einer kleinen Kamera bestückt ist. So kann die Magenschleimhaut direkt beurteilt werden. Mit einem Zusatzinstrument kann der Arzt Gewebeproben (Biopsie) aus der Schleimhaut entnehmen. Anhand solcher Proben kann festgestellt werden, ob es sich tatsächlich um eine Entzündung der Magenschleimhaut handelt und ob diese durch Helicobacter pylori-Bakterien hevorgerufen wurde.

Therapie einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

Wird die Magenschleimhautentzündung durch zuviel Magensäure bedingt, ist es wichtig, die auslösende Ursache zu beseitigen. So sollten beispielsweise der übermäßige Genuss von Alkohol oder die Einnahme von Medikamenten eingestellt werden. In einigen Fällen ist es sinnvoll, die Betroffenen mit so genannten Protonenpumpenhemmern (z.B. Omeprazol) zu behandeln. Hierbei handelt es sich um Medikamente, welche die Bildung von Magensäure hemmen.

Ist eine Infektion mit Helicobacter pylori die Ursache der Gastritis, ist das Ziel der Therapie diesen Krankheitserreger vollkommen zu beseitigen. In der Regel werden dafür über einen Zeitraum von sieben Tagen ein Protonenpumpenhemmer und zwei verschiedenen Antibiotika eingenommen.

Bei der Autoimmun-Gastritis werden bestimmte Zellen der Magenschleimhaut zerstört, sodass der Betroffene kein über die Nahrung zugeführtes Vitamin B12 mehr aufnehmen kann. Dieses lebenswichtige Vitamin muss dann etwa einmal monatlich gespritzt werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Verlauf einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

In den meisten Fällen kann die Magenschleimhautentzündung geheilt werden. Wird die Entzündung nicht behandelt, kann es zu Blutungen und der Bildung von Magengeschwüren kommen (Ulcus ventriculi oder duodeni). Diese Geschwüre können so tief reichen, dass die Magenwand durchbrochen wird (Perforation).

Das Risiko einer Magenkrebs-Erkrankung ist deutlich erhöht, wenn eine chronische Gastritis über lange Zeit unbehandelt bleibt. Um ernsthafte Komplikationen der Magenschleimhautentzündung zu vermeiden, sind die frühzeitige Diagnose und Behandlung von großer Bedeutung.

Wie kann man vorbeugen?

Ist eine auslösende Ursache für die Magenschleimhautentzündung wie beispielsweise die regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente bekannt, sollte diese gemieden werden. So kann einer erneuten Erkrankung vorgebeugt werden.

Eine Antibiotikatherapie bei einer Helicobacter pylori-Infektion muss konsequent eingehalten werden, um die Bakterien von der Magenschleimhaut zu beseitigen und Komplikationen zu vermeiden.

Sie haben noch weitere Fragen zu dem Thema Magenschleimhautentzündung (Gastritis)? Dann wenden Sie sich an unsere Expertenrat.

Weitere Informationen erhalten sie auch unter:
www.koinae.de/Gastritis.htm


Quellen:
Leitlinien der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE): Gastritis und Ulkus. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 068/007 (Stand: April 2002)
Mader, F., .Weißgerber, H.: Allgemeinmedizin und Praxis, Springer, Berlin 2004

 

Autor: Dr. med. Ulrike Henning 
Letzte Änderung am: 10.08.2009
 
Tipp