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Ernährung von Kleinkindern

Verschiedene Obstsorten


Bei der Ernährung von Kleinkindern ist viel Obst und Gemüse ratsam
(Foto: BananaStock)

Der Übergang von der Säuglingskost zur Ernährung von Kleinkindern beginnt mit dem zweiten Lebensjahr. Das Kind nimmt zunehmend feste Nahrung zu sich, die morgendliche reine Milchmahlzeit wird durch ein Brot mit Aufstrich oder Zerealien mit Milch ersetzt. Immer häufiger isst das Kleinkind zudem gemeinsam mit den Eltern.

Der Appetit ist bei Kleinkindern individuell sehr verschieden. Einige Kinder- beispielsweise besonders aktive Kinder – haben mehr Hunger, andere Kinder interessieren sich weniger für das Essen. Ausschlaggebend für eine gesunde Ernährung ist nicht die Menge der Nahrung, sondern die Qualität. Es ist wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, die das Kind mit den verschiedenen Nährstoffen ausreichend versorgt.


Ausgewogene Mischkost
Regelmäßige Mahlzeiten für Kleinkinder
Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung

Ausgewogene Mischkost

Die Ernährung von Kleinkindern sollte schmackhaft und abwechslungsreich sein, in der Zubereitung und Zusammenstellung unkompliziert. Das Beachten von drei einfachen Regeln reicht bereits aus, um Kleinkindern eine gesunde Mischkost zu bieten:

  • Reichlicher Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten,
  • mäßiger Verzehr von tierischen Lebensmittel wie Fleisch, Wurst und Käse und
  • sparsamer Verzehr von fettreicher Kost und Süßigkeiten.

Es ist ratsam, Kindern so früh und oft wie möglich unbekannte gesunde Lebensmittel – wie verschiedene Obst- und Gemüsesorten – anzubieten. Denn ihre Vorlieben für bestimmte Lebensmittel sind noch zu prägen. Die vielfältigen Gerüche, Farben, Konsistenzen und Geschmäcker unbekannter Lebensmittel wecken ihre Neugier und lassen sie ihren Geschmack erweitern.


Regelmäßige Mahlzeiten für Kleinkinder

Kleinkinder benötigen mehrere, über den Tag verteilte Mahlzeiten, um ausreichend mit Energie und Nährstoffen versorgt zu werden. Es ist ratsam, die Mahlzeiten täglich ungefähr zur gleichen Zeit zu reichen. Eine warme und zwei kalte Mahlzeiten sowie mindestens zwei weitere Zwischensnacks sind sinnvoll.

Kleinkinder essen am liebsten gemeinsam mit ihren Eltern. Neben der Nähe zu den Eltern gibt ihnen das die Möglichkeit, die Speisen der Erwachsenen zu probieren. Dies ist ohne Bedenken bei allen Speisen möglich.

Die warme Mahlzeit

Die warme Mahlzeit wird in der Regel zur Mittagszeit verzehrt, aber auch abends können Kleinkinder eine warme Mahlzeit zu sich nehmen. Gekochte Kartoffeln, Naturreis oder Vollkornnudeln bilden den idealen Hauptbestandteil der Mahlzeit. Zusätzlich ist gekochtes oder rohes Gemüse zu gleichem Anteil ratsam. Ungefähr zwei- bis dreimal pro Woche ist für Kleinkinder ein kleines Stück Fleisch, einmal pro Woche Fisch empfehlenswert. Es ist wichtig, Fleisch und Fisch möglichst fettarm zuzubereiten.

Die kalten Mahlzeiten

Für das Frühstück und – je nachdem, wann die warme Mahlzeit verzehrt wird – das Mittag- oder Abendessen ist ein Müsli aus Vollkornflocken und Nüssen ohne Zuckerzusatz ideal. Gesüßte Zerealien enthalten bis zu 40 Prozent Zucker und sind nicht zu empfehlen. Das Müsli können die Kleinkinder mit Joghurt oder Milch verzehren. Je nach Geschmack kann das Müsli mit frischem, klein geschnittenem Obst ergänzt werden.

Statt des Müslis können Kleinkinder bei den kalten Mahlzeiten ein Vollkornbrot mit Margarine oder Butter und Käse essen. Bevorzugt das Kind Wurst, empfiehlt sich eine fettarme Wurst. Bei süßen Brotbelägen können kleinere Mengen Marmelade oder Honig verwendet werden. Es ist ratsam, zu den kalten Mahlzeiten reichlich Obststücke oder bunte Gemüsestifte anzubieten.

Die Zwischensnacks für Kleinkinder

Die Zwischensnacks sind sinnvoll zwischen den drei Mahlzeiten als zweites Frühstück und Nachmittagssnack. Ideale Snacks für Zwischendurch sind selbst zubereitete Milch-Obst-Shakes, Früchtequarks oder Gemüsestifte mit Quark. Kleinkinder mögen besonders gerne Süßigkeiten, Gebäck und Kuchen. In sparsamen Mengen spricht nichts gegen den Verzehr von diesen Lebensmitteln, es empfiehlt sich jedoch, dass das Kleinkind sich nach dem Verzehr die Zähne putzt.


Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung

Für die gesunde kindliche Entwicklung spielen neben der Ernährung auch Bewegung und Stressbewältigung eine große Rolle. Diese drei Faktoren bedingen sich gegenseitig. Regelmäßige körperliche Aktivität reguliert die Ernährung des Kindes auf eine natürliche Weise, da ein gesundes Hunger- und Sättigungsgefühl eintritt. Für das gesunde Bewegungsverhalten des Kleinkindes ist die Ernährung mit allen wichtigen Energielieferanten wichtig. Ernährt sich ein Kleinkind nicht ausgewogen und isst beispielsweise sehr fettreich, kommt es zu einer Gewichtszunahme, welche zu einer verminderten Bewegung führt. Dadurch nimmt zudem das Stressempfinden zu. Dieses Abzubauen bedarf es jedoch körperlicher Aktivität.

Eine ausgewogene Ernährung schafft somit die Grundlage für eine gesunde Entwicklung des Kindes.



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Quellen:
Gahr, M.; Speer, C.P.: Pädiatrie. Springer, Berlin 2004
Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.kindergesundheit-info.de (Stand: Oktober 2008)

 

Autor: Theresa Nikley 
Letzte Änderung am: 16.07.2012
 
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