Tipp

Ernährung neugeborener Babys

In den ersten sechs Lebensmonaten erhalten Babys Mutter- oder Ersatzmilch, erst danach beginnt man mit Beikost

In den ersten sechs Lebensmonaten erhalten Babys Mutter- oder Ersatzmilch, erst danach beginnt man mit Beikost
(Foto: BananaStock)

Ernährung Neugeborener ist in den ersten sechs Lebensmonaten relativ simpel: Sie besteht ausschließlich aus Milch. Lediglich bei der Art der Milch gibt es Wahl- beziehungsweise Auswahlmöglichkeiten. Neben Muttermilch kann ein Neugeborenes auch mit Ersatznahrung für Säuglinge ernährt werden.


Muttermilch: Brust oder Flasche?
Abgepumpte Muttermilch hat auch ein Haltbarkeitsdatum
Ersatznahrung für Säuglinge: statt Muttermilch
"Pre-Nahrung", "1-er-Nahrung" und "Folgemilch"
Sind 1-er- und Folgenahrung notwendig?
Pflege und Reinigung der Fläschchen: Sterilisieren
Säuglingsnahrung: Feste Nahrung als kleine Mahlzeiten
Ernährungsempfehlungen für die ersten zwölf Lebensmonate auf einen Blick
Säuglingsnahrung: Feste Nahrung als kleine Mahlzeiten

Muttermilch: Brust oder Flasche?

Muttermilch wird in den Milchdrüsen der Brust gebildet. Durch das Saugen des Neugeborenen fließt sie durch die Brustwarze aus der Brust heraus - im Idealfall beim Stillen direkt in den Mund des Babys.

Es kann aber auch vorkommen, dass das Stillen Probleme bereitet, etwa durch entzündete Brustwarzen. Dann haben Mütter die Möglichkeit, ihre Milch mithilfe einer Milchpumpe aus der Brust manuell abzupumpen. Die Gabe von Muttermilch aus der Flasche eignet sich auch, wenn ein Stillen nicht immer möglich ist, zum Beispiel wenn die Mutter bald nach der Geburt wieder arbeitet.

Darüber hinaus haben auch Väter durch das Füttern des Neugeborenen mit der Flasche die Gelegenheit, diesen innigen Moment mit ihrem Baby zu verbringen.


Abgepumpte Muttermilch hat auch ein Haltbarkeitsdatum

Ähnlich wie andere Milcharten ist auch Muttermilch nur begrenzt haltbar. Bei Zimmertemperatur bleibt sie beispielsweise nur bis zu acht Stunden frisch, danach ist sie nicht mehr für die Ernährung Neugeborener geeignet. Im Kühlschrank bei vier Grad Celsius hält sie sich zwischen 24 und 72 Stunden. Auch hier gilt: Im Zweifelsfall lieber auf die Fütterung verzichten, wenn die Frische nicht mehr sichergestellt ist. Auch zum Einfrieren eignet sich Muttermilch; sie ist dann bis zu sechs Monate haltbar. Wie alle empfindlichen Lebensmittel wird auch die Muttermilch sanft, am besten im Kühlschrank, aufgetaut.

Die Haltbarkeit von Muttermilch auf einen Blick:

  • bei Zimmertemperatur: bis zu acht Stunden
  • im Kühlschrank bei vier Grad Celsius: 24 bis 72 Stunden
  • im Gefrierschrank: bis zu sechs Monate

Ersatznahrung für Säuglinge: statt Muttermilch

Manchmal kann es vorkommen, dass eine Mutter nicht genügend Milch zum Stillen hat, nicht stillen möchte oder aus anderen Gründen keine Muttermilch zur Verfügung steht. Dann stellt Fertigmilchnahrung einen durchaus adäquaten Ersatz für die Muttermilch dar.

Dabei können Eltern mittlerweile aus einer Reihe verschiedener Anbieter und Produkte auswählen. Welches Produkt verwendet wird, ist dabei Geschmackssache: Säuglingsnahrung unterliegt in Deutschland strengen Richtlinien. Wichtig ist: In den ersten zwölf Lebensmonaten wird Fertigmilchnahrung mit dem Beinamen "Pre" verwendet.


"Pre-Nahrung", "1-er-Nahrung" und "Folgemilch"

Während Pre-Nahrung in den ersten zwölf Lebensmonaten des Neugeborenen verwendet werden kann, eignen sich 1-er-Nahrung und Folgemilch erst ab dem sechsten Lebensmonat als Ernährung für das Baby.

Die Milchersatz-Arten unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung. Pre-Nahrung enthält lediglich den Milchzucker Laktose und gilt als Muttermilchersatz - sie kann also nach Belieben gefüttert werden, genau wie die Muttermilch.

1-er-Nahrung enthält weitere Kohlenhydrate (Stärke) und sättigt stärker als Pre-Nahrung. Sie kann theoretisch von Anfang an als Ernährung für das Neugeborene eingesetzt werden.

Folgemilch ist reichhalter als Pre- und 1-er-Nahrung und enthält beispielsweise auch Getreide wie Hafer. Sie darf deshalb nicht zu früh gefüttert werden, um Unverträglichkeiten vorzubeugen. Ideal ist eine Fütterung von Folgemilch frühestens ab dem sechsten Lebensmonat.


Sind 1-er- und Folgenahrung notwendig?

Bei der Notwendigkeit der verschiedenen Nahrungsarten gibt es viele verschiedene Meinungen. Letztendlich ist die Gabe von zusätzlichen Milchersatzarten zusätzlich zur Pre-Nahrung Geschmackssache. Fest steht, dass Milch mit zugesetzten Kohlenhydraten besser und länger sättigt. In den ersten zwölf Lebensmonaten ist es aber absolut vertretbar, Neugeborene ausschließlich mit Pre-Nahrung zu ernähren und ab dem sechsten Lebensmonat zusätzlich mit der Beikost zu beginnen.


Pflege und Reinigung der Fläschchen: Sterilisieren

Das A und O bei der Ernährung mit dem Fläschchen ist die Einhaltung der Hygiene - egal, ob das Fläschchen Muttermilch oder Fertigmilchnahrung enthält. Deshalb werden alle Teile des Fläschchens, also die Flasche selbst sowie Schnuller und Sauger, nach jedem Benutzen gründlich unter fließendem Wasser gereinigt und anschließend desinfiziert. Neben der "herkömmlichen" Methode, dem Abkochen mit Wasser in einem Topf, gibt es heute Sterilisationsgeräte, die mit Dampf oder Mikrowellen sterilisieren. Auch hier ist die Entscheidung für eine Methode eher Geschmackssache.


Säuglingsnahrung: Feste Nahrung als kleine Mahlzeiten

Ab dem vierten bis sechsten Lebensmonat wird heute empfohlen, zusätzlich zur Mutter(ersatz-)milch Beikost zu füttern. Beikost wird auch als Fertignahrung im Glas angeboten. Ob Beikost selbst gekocht und püriert oder gekauft wird, ist letztlich eine Frage des Geschmacks. Säuglingsnahrung unterliegt in Deutschland strengen Gesetzen und kann deshalb unbedenklich als Ernährung für Babys gegeben werden.

Empfehlenswert ist frühestens ab dem vierten Monat die Gabe von lediglich ein paar Löffeln Beikost. Diese Menge kann im Laufe einiger Wochen auf etwa 150 bis 190 Gramm Säuglingsnahrung gesteigert werden. Wie viel Beikost es zu sich nehmen möchte, entscheidet das Baby selbst. Für den Start eignen sich allergenarme Gemüse wie Kartoffeln, Kürbis oder Zucchini. Während einer Mahlzeit ist es besonders zu Beginn der Beikost-Phase sinnvoll, nicht zu viele verschiedene Sorten Gemüse oder Obst zu mischen.

Mit Einführung der Beikost benötigen Babys zusätzlich Flüssigkeit. Etwa 200 bis 250 Milliliter Wasser täglich sind empfehlenswert.

Ernährungsempfehlungen für die ersten zwölf Lebensmonate auf einen Blick

  • Stillen oder Fläschchengabe von Muttermilch: Stillen und Fläschchen geben kann man nach Bedarf, also so oft und so viel das Neugeborene möchte. Als Faustregel gilt ein Mal Stillen oder Muttermilchfläschchen alle drei bis vier Stunden. Hat das Baby mehr oder weniger Hunger, ist das in der Regel auch völlig normal - jedes Baby is(s)t anders. Nur bei starken Abweichungen ist es hilfreich, den Kinderarzt um Rat zu fragen.

  • Muttermilchersatz: Mit Pre-Nahrung verhält es sich wie mit der Muttermilch. In den ersten zwölf Monaten kann Pre-Nahrung nach Bedarf gefüttert werden.

  • 1-er- oder Folgenahrung: Eine Ernährung mit 1-er- oder Folgenahrung ist nicht zwingend erforderlich. Ab dem sechsten Lebensmonat können ein bis zwei Fläschchen zugeführt werden.

  • Beikost: Frühestens ab dem vierten Lebensmonat eignet sich zunächst Gemüsebrei, später auch Getreide-Obstbrei oder Gemüse-Fleischbrei als zusätzliche Nahrung für das Baby. Gefüttert werden kann bei Bedarf, das Baby entscheidet selbst, wann es satt ist. Es empfehlen sich etwa drei kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt.


Diese Themen könnten Sie auch interessieren    Erstausstattung für Neugeborene
   Stillen
   Initiative Babyfreundliches Krankenhaus
Tauschen Sie sich mit anderen aus    Schwangerschaft und Geburt
   Stillen - Tipps und Hilfe von Stillenden
   Langzeitstillen - Erfahrungsaustausch

Quellen:
Compact Verlag: Das neue große Babybuch. Compact, München 2006
VGS: Gesunde Küche für Babys & Kleinkinder. Die besten Rezepte und Ernährungstipps. VGS, Köln 2008

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 12.11.2012
 
Tipp