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Ersatznahrung für Säuglinge

Das Essen spielt auch bei Babys eine wichtige Rolle

Das Essen spielt auch bei Babys eine wichtige Rolle
(Foto: BananaStock)

Ersatznahrung für Säuglinge kommt zum Einsatz, wenn das Stillen nicht klappt beziehungsweise die Ernährung des Babys mit Muttermilch nicht möglich ist. Die Zusammensetzung dieser so genannten Anfangsmilch ähnelt der der Muttermilch.


Welche Arten von Ersatznahrung für Säuglinge gibt es?
Zubereitung von Ersatznahrung für Säuglinge
Babyfläschchen: die richtige Reinigung

Welche Arten von Ersatznahrung für Säuglinge gibt es?

Verschiedene Produzenten bieten unzählige Arten von Fertigmilchnahrung an. Babynahrung wird in Deutschland nach strengen Richtlinien hergestellt, die Anbieter unterliegen dabei strengen Kontrollen. Deshalb ist der Einsatz von Muttermilchersatz auch unbedenklich.

Grundsätzlich unterschieden werden Pre-Nahrung, 1-er-Nahrung, Folgenahrung oder Folgemilch und Hypoallergene Milch. Sie unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung beziehungsweise sind für verschiedene Altersstufen geeignet.


Pre-Nahrung

Pre-Nahrung ist der "klassische" Muttermilchersatz: Sie ist in ihrer Zusammensetzung an die Muttermilch angepasst und enthält keine Zusatzstoffe - bis auf Laktose. Laktose ist ein natürlicher Milchzucker, der auch in der Muttermilch enthalten ist. Fertigmilchnahrung mit dem Beinamen Pre darf nach Bedarf (ad libitum) gefüttert werden.

Pre-Milch wird in der Regel in den ersten zwölf Lebensmonaten gefüttert. Sie gilt dabei in den ersten sechs Lebensmonaten als "Alleinnahrung": Die Gabe von Beikost ist unnötig und nicht empfehlenswert; erst frühestens ab dem siebten Lebensmonaten sollte mit Beikost begonnen werden.

1-er-Nahrung

Ersatznahrung mit dem Zusatz "1" entspricht in ihrer Zusammensetzung im Wesentlichen der Pre-Nahrung. Zusätzlich ist ihr aber noch Stärke beigemischt. Die 1-er-Nahrung wird damit sämiger und sättigender. Auch sie kann bis zum sechsten Lebensmonat als Alleinnahrung für Säuglinge eingesetzt werden.

1-er-Nahrung ist sättigender als Pre-Nahrung und wird deshalb häufig für überdurchschnittlich hungrigen Babys empfohlen. Generell ist es aber nicht unbedingt notwendig, sie zu füttern - Pre-Nahrung reicht als Ersatznahrung für Säuglinge in den ersten sechs Lebensmonaten völlig aus.

Folgenahrung oder Folgemilch

Folgenahrung enthält mehr Kohlenhydrate als Pre- oder 1-er-Nahrung. Sie sollte deshalb frühestens ab dem sechsten Lebensmonat gefüttert werden, denn die Getreide-Bestandteile wie Hafer oder Gerste können bei Säuglingen Darmstörungen auslösen. Zusätzlich zur Folgenahrung wird die Gabe von Beikost empfohlen.

Grundsätzlich ist es nicht notwendig, Babys mit Folgenahrung zu füttern. Durch den Zusatz an Getreide sättigt sie jedoch stärker - sie eignet sich deshalb für Babys, die sehr viel Hunger haben und mehr als einen Liter Pre- oder 1-er-Nahrung täglich trinken.

Hypoallergene Milch

Hypoallergene Milchnahrung (H.A.-Nahrung) ist eine Ersatznahrung, die speziell für zu Allergien neigende Säuglinge hergestellt wird. Eine erhöhte Neigung zu Allergien liegt vor, wenn ein oder beide Elternteile Allergien haben. Bei der H.A.-Nahrung wurden die Eiweißmoleküle der Milch verändert, sodass sie besser vertragen wird.

H.A.-Nahrung mit dem Zusatz "1" entspricht der Pre-Nahrung, sie eignet sich also als alleiniger Muttermilchersatz in den ersten sechs Lebensmonaten. Der Zusatz "2" entspricht der Folgenahrung.


Zubereitung von Ersatznahrung für Säuglinge

Muttermilchersatznahrung gibt es meist in Form von Pulver, das mit Wasser angerührt und anschließend leicht erwärmt wird. Beim Wasser sollte darauf geachtet werden, dass bestimmte Höchstgrenzen für Inhaltsstoffe nicht überschritten werden. Diese lauten wie folgt:

  • Natrium: 20 mg pro Liter
  • Nitrat: 10 mg pro Liter
  • Nitrit: 0,02 mg pro Liter
  • Flourid: 1,5 mg pro Liter
  • Sulfat: 240 mg pro Liter
  • Mangan: 0,2 mg pro Liter

Babyfläschchen: die richtige Reinigung

Das Trinkfläschchen des Babys sollte nach jeder Nutzung gründlich gereinigt werden. Ideal ist zuerst eine Reinigung unter fließendem Wasser im Spülbecken und die anschließende Sterilisation. Neben der "klassischen" Desinfektion im Kochtopf gibt es heute auch Sterilisationsautomaten, die mit Dampf oder Mikrowellen desinfizieren. Alle Arten funktionieren - richtig angewendet - gleich gut.

Im Kochtopf werden Fläschchen, Sauger und Nuckel in kochendem Wasser etwa fünf bis zehn Minuten gereinigt, anschließend kühlen die Teile im Wasser ab. In den Sterilisationsautomaten stellt man die Teile entsprechend ein und geht nach der Gebrauchsanweisung vor. Wichtig: Sterilisierte Teile des Babyfläschchens sollten nach einem Tag erneut sterilisiert werden, bevor sie zum Einsatz kommen.



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Quellen:
Compact Verlag: Das neue große Babybuch. Compact, München 2006
VGS: Gesunde Küche für Babys & Kleinkinder. Die besten Rezepte und Ernährungstipps. VGS, Köln 2008

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 16.07.2012
 
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