Tipp

Fersensporn

Bei einem Fersensporn kann in extremen Fällen nur noch der vordere Teil des Fußes belastet werden

Bei einem Fersensporn kann in extremen Fällen nur noch der vordere Teil des Fußes belastet werden
(Foto: DAK/Rickers)

Ein Fersensporn (Kalkaneussporn) ist ein kleiner, dornenförmiger Knochenauswuchs, der an der Unterseite des Fußes wächst. Er ist etwa einen bis sieben Millimeter groß und kann dem Betroffenen in manchen Fällen starke Schmerzen verursachen. Er lässt sich jedoch normalerweise gut behandeln. Ein Fersensporn wird durch Überlastung, beziehungsweise falsche Belastung der Füße verursacht und tritt in der Regel nur bei Erwachsenen und hier vor allem bei älteren Menschen auf. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung haben einen Fersensporn. Die meisten bemerken ihn nicht.


Ursachen eines Fersensporns

Verursacht wird ein Fersensporn, wenn Sehnen oder Bindegewebe zu stark am Fersenbein ziehen und es dadurch am Sehnenansatz zu einer erhöhten Zugbelastung und Überlastung kommt. Auch Fußerkrankungen oder Fehlstellungen wie beispielsweise der Knick-Senkfuß oder Plattfüße mit fehlendem Fußgewölbe und flacher Fußsohle können das Bindegewebe an der Fußunterseite so belasten, dass ein Fersensporn entsteht. Weitere Ursachen sind starkes Übergewicht und ständiges Stehen auf hartem und ebenem Untergrund, beispielsweise während der Arbeit.


Symptome eines Fersensporns

Menschen mit Fersensporn leiden nicht zwangsweise unter Schmerzen. Dennoch kann ein Fersensporn recht schmerzhaft sein. Betroffene bemerken dann vor allem beim Auftreten nach längerem Liegen oder Sitzen und beim Gehen einen teils pochenden Schmerz an der Ferse. In extremen Fällen ist es nur noch möglich, den vorderen Teil des Fußes zu belasten.


Diagnose eines Fersensporns

Der Arzt kann einen Fersensporn diagnostizieren, in dem er Druck auf die Mitte des Fersenbeins ausübt. Beim Betroffenen löst dies Schmerzen aus. Sofern sich der Fersensporn nicht erst gerade bildet, ist er auch im seitlichen Röntgenbild zu erkennen.

Jedoch sollte ausgeschlossen werden, dass es sich bei den Schmerzen um Anzeichen anderer Erkrankungen wie beispielsweise Gicht, Rheuma oder lediglich um Anzeichen einer Ermüdung handelt.


Therapie eines Fersensporns

Ziel der Therapie ist es, die Schmerzen zu lindern. Das geschieht beispielsweise mittels Einspritzen von Kortison in den schmerzenden Bereich des Fußes. Auch das Hochlagern des Fußes in Kombination mit einer Kältebehandlung kann Abhilfe schaffen. Mithilfe spezieller orthopädischer Schuheinlagen soll das Fußgewölbe gestützt, die Ferse stabilisiert und der belastende Zug auf das Bindegewebe reduziert werden. Daneben können auch gelartige, weiche Fersenkissen Stöße beim Gehen abschwächen. Die Behandlung mittels Stoßwellenanwendung (extrakorporale Stoßwellenlithotripsie, ESWL) oder Ultraschall kann ebenfalls eine Verbesserung erzielen.

Da die Symptome des Fersensporns meist von alleine verschwinden und sich Betroffene nach einer gewissen Zeit an den Schmerz gewöhnen, müssen Ärzte den Fersensporn nur selten im Rahmen einer Operation entfernen.


Verlauf eines Fersensporns

Ein Fersensporn kann unbehandelt zu sehr starken Schmerzen und Problemen beim Gehen führen. Er kann jedoch gut behandelt werden.


Kann man einem Fersensporn vorbeugen?

Einem Fersensporn kann beispielsweise vorgebeugt werden, indem Übergewicht und Überlastung der Füße vermieden werden. Bei überwiegend stehender Tätigkeit sollte versucht werden, so oft wie möglich eine Sitzpause einzulegen. Außerdem ist es ratsam, Fußfehlstellungen behandeln zu lassen, damit es nicht zu weiteren Folgeerscheinungen kommen kann.


Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen zum Fersensporn in der Orthopädie-Expertenrat.

Quellen: Buch, M. et al.: Extrakorporale Stoßwellentherapie beim symptomatischen Fersensporn - eine Übersicht. Der Orthopäde 07/2002
Wirth, C. und Zichner, L.: Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Fuß. Das Standardwerk für Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2002
Wolansky, R.: Krankheitsbilder in der Podologie: Anatomie, Bildgebende Diagnostik, Therapie. Hippokrates Verlag, Stuttgart 2006

 

Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 13.10.2009
 
Tipp