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Feuchte Raumluft senkt die Aktivität von Grippeviren


Luftfeuchtigkeit & Ansteckungsgefahr

Feuchte Raumluft senkt die Aktivität von Grippeviren  


BDB Viren Jedes Jahr aufs Neue trifft es Millionen Deutsche: Die Grippe. Die Krankheitserreger werden in erster Linie beim Husten, Niesen oder Sprechen via Tröpfcheninfektion übertragen. Besonders erfolgreich schlagen die Grippeviren in der kalten Jahreszeit zu – dann kommt es oft zu einer echten Grippewelle. Als eine mögliche Erklärung wurde die trockene Raumluft in geheizten Räumen angeführt. Diese Vermutung wurde jetzt durch eine neue US-amerikanische Studie untermauert: Die Untersuchung belegt, dass das Infektionsrisiko bei geringer Luftfeuchtigkeit steigt.

Die Empfehlungen für eine gesunde Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Büroräumen liegen zwischen 40 bis 60 Prozent. Vor allem im Winter, wenn die Heizungen auf Hochtouren laufen, sinkt die Luftfeuchte häufig unter diese Werte – mit negativen Effekten auf Gesundheit und Wohlbefinden: Denn bei geringer Luftfeuchtigkeit trocknen auch die Schleimhäute leichter aus, sodass ihre Schutzfunktionen in Sachen Erregerabwehr empfindlich beeinträchtigt werden können. Zudem sind Krankheitserreger wie Bakterien und Viren bei niedriger (und besonders hoher) Luftfeuchte aktiver. Eindrückliche Ergebnisse lieferte jetzt eine aktuelle Studie der Universität von West Virginia, die den Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf die Übertragung der Viren untersuchte.

Neue Studie: Luftfeuchtigkeit & Infektiosität von Grippeviren  

In einem Modellversuch mit Versuchspuppen simulierten die US-amerikanischen Wissenschaftler folgende Situation: Ein Grippekranker hustet, während sich eine zweite, gesunde Person in der Nähe aufhält. Durch einen speziellen Hustensimulator wurde fünfmal pro Minute ein Aerosol mit Grippeviren versprüht, das durch eine spezielle Vorrichtung am Mund der „gesunden“ Puppe aufgefangen wurde. Die Forscher ermittelten dabei die Zahl und Infektiosität der Viren. Die Messungen wurden mehrfach wiederholt. Dabei stellte das Forscherteam fest, dass offenbar die Luftfeuchtigkeit der entscheidende Faktor für die Übertragung der Viren war. Zwar konnte nur ein geringer Einfluss der Luftfeuchte auf die Zahl der aufgegangen Viren dokumentiert werden – die Infektiosität der Grippeviren war allerdings bei niedriger Luftfeuchtigkeit deutlich gesteigert. Ein weiteres interessantes Ergebnis: Bei einer Luftfeuchtigkeit von 45 Prozent konnten nach einer Stunde keine infektiösen Viren mehr nachgewiesen werden. Demgegenüber waren bei einer Luftfeuchte von nur 20 Prozent sogar nach 4 bis 5 Stunden noch Krankheitserreger vorhanden. Die Autoren schließen daraus, dass die Ansteckungsgefahr mit Grippeviren durch die Aufrechterhaltung eines günstigen Feuchtigkeitsgehaltes in der Raumluft gesenkt werden kann.

Fazit

Wer sich gegen die Grippe schützen will, sollte grundsätzlich auf ein starkes Immunsystem und gründliche Handhygiene achten. Sind bereits Personen im direkten Umfeld – z. B. in der Familie oder im Job – erkrankt, sollte die Ansteckung über die Tröpfcheninfektion soweit möglich vermieden werden. Zusätzlich ist es immer sinnvoll, regelmäßig zu lüften und insbesondere in den Heizperioden verstärkt auf die nötige Frischluftzufuhr zu achten.



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Autor: Gesundheitsberatung.de 
Letzte Änderung am: 16.07.2014
 
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