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Fieber

Fieber ist ein häufiges Krankheitssymptom bei Infektionserkrankungen

Fieber ist ein häufiges Krankheitssymptom bei Infektionserkrankungen
(Quelle: BananaStock)

Fieber ist die Bezeichnung für erhöhte Körpertemperatur. Man spricht bei einer Körpertemperatur von 37,8 bis 38 Grad Celsius von leichtem Fieber. Bis 39 Grad Celsius handelt es sich um mäßiges Fieber, darüber spricht man von hohem Fieber. Nur in seltenen Fällen steigt Fieber über 41 Grad Celsius an.

Als Symptom verschiedener Krankheiten hat Fieber eine wichtige Funktion: Durch den Anstieg der Körpertemperatur schafft der Körper ein ungünstiges "Klima" für Viren. Fieber hilft also bei der Bekämpfung von Krankheiten.


Welche Ursachen hat Fieber?

Fieber ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom. Genau genommen ist Fieber eine Abwehrreaktion des Körpers. Entsprechend vielfältig sind die Ursachen. Die häufigste Ursache von Fieber sind Infektionskrankheiten, zum Beispiel Grippe oder Mandelentzündung. Man unterscheidet Fieber mit oder ohne Leitsymptome. Diese Kategorisierung spielt vor allem bei der Diagnose eine Rolle; Fieber mit zusätzlichen Leitsymptomen erleichtert die Bestimmung der Ursache erheblich.

Fieber ohne und mit weiteren Symptomen

Es kann vorkommen, dass Fieber das alleinige Symptom (Leitsymptom) für eine Krankheit ist. Dann spricht man von Fieber ohne lokalisierte Symptome. Dieser Fall tritt gelegentlich bei Infektionskrankheiten oder bösartigen (malignen) Lymphomen oder Leukämie auf.

Meist zeigen sich neben Fieber aber noch weitere Symptome. Dann handelt es sich um Fieber mit assoziierten Leitsymptomen. Eine Reihe weiterer Beschwerden kommen je nach ursächlicher Erkrankung infrage:


  • Glieder-, Kopf- und Muskelschmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Hautausschlag
  • Bauchschmerzen
  • Geschwollener Hals
  • Schluckbeschwerden
  • Husten
  • Magen-Darm-Störungen

Neben Infektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen können noch andere Krankheiten, Störungen und Stoffen Fieber auslösen:



Wie äußert sich Fieber?

Fieber äußert sich durch erhöhte Körpertemperatur. Die normale Körpertemperatur schwankt im Laufe des Tages: Morgens beträgt die normale Körpertemperatur durchschnittlich 37 Grad Celsius, bis zum Abend kann sie auf bis zu 37,8 Grad Celsius ansteigen. Der individuelle Wert kann davon aber auch leicht abwechen (ca. 36,5 - 37,5 Grad Celsius).

Grundsätzlich unterscheidet sich die durchschnittliche Körpertemperatur auch je nach Alter. Mit zunehmendem Alter sinkt sie, Kinder haben eine etwas höhere Körpertemperatur als Erwachsene. Bei Frauen steigt die Körpertemperatur kurz nach dem Eisprung (etwa in der Mitte des Zyklus) leicht an. Trotzdem lassen sich keine Standardwerte daraus ableiten, ab welchem Wert genau die Körpertemperatur als Fieber gilt, ist individuell. Allenfalls kann man sich an Durchschnittswerten orientieren.

Im Durchschnitt spricht man von Fieber, wenn der Körper eine höhere Temperatur als 37,8 Grad hat. Neben der Erhöhung der Körpertemperatur zeigen sich - abhängig von Ursache und Höhe des Fiebers - noch weitere Begleiterscheinungen:


  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen
  • Warme und gerötete Haut
  • Schüttelfrost
  • Schwitzen
  • In schweren Fällen Wahrnehmungsstörungen

Wie wird Fieber diagnostiziert?

Die Diagnose von Fieber erfolgt durch die Messung der Körpertemperatur. Dafür wird ein Fieberthermometer verwendet. Gemessen werden kann die Körpertemperatur im Mund (orale Messung) oder im After (rektale Messung). Man kann die Körpertemperatur auch über die Haut, vor allem in der Achselhöhle messen. Die Ergebnisse dieser Messung sind allerdings etwas ungenauer als bei oraler oder rektaler Bestimmung der Körpertemperatur. Frauen können ihre Körpertemperatur auch in der Scheide messen.


Muss man Fieber therapieren?

Fieber hat bei der Abwehr von Krankheiten eine entscheidende Funktion: Wenn sich Krankheitserreger im Blut befinden, reagiert das für die Steuerung der Körpertemperatur zuständige Zentrale Nervensystem (ZNS), indem es die Körpertemperatur ansteigen lässt. Damit sollen die Krankheitserreger bekämpft werden. Es ist also nicht zwingend notwendig, Fieber zu behandeln. Vielmehr ist es ratsam, den Körper zunächst bei der Abwehrreaktion zu unterstützen: Dazu gehören erhöhte Flüssigkeitszufuhr und körperliche Schonung (Bettruhe).

Hält das Fieber über einen längeren Zeitraum an oder steigt es schnell, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann - wenn nötig - fiebersenkende Maßnahmen einleiten. In erster Linie geschieht das durch Medikamente, die zum Beispiel die Wirkstoffe Ibuprofen oder Paracetamol enthalten. Zudem kann der Arzt die für das Fieber ursächliche Erkrankung bestimmen und behandeln.

Wadenwickel oder kalte Umschläge sind bewährte Hausmittel, mit denen sich das Fieber ebenfalls senken lässt. Zudem ist die zugeführte Kälte bei Fieber wohltuend.


Wie verläuft Fieber?

Normalerweise klingt Fieber nach der Behandlung der eigentlichen Erkrankung wieder ab. Bei hohem oder lang anhaltendem Fieber ist es immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen.


Kann man Fieber vorbeugen?

Da Fieber ein Symptom und kein eigenständiges Krankheitsbild ist, ist es nicht möglich, ihm gezielt vorzubeugen. Häufig wird Fieber von Infektionen verursacht. Ein starkes Immunsystem hilft bei der Abwehr von Infektionen, deshalb ist eine ausgewogene Ernährung und Bewegung an der frischen Luft immer sinnvoll.


Quellen:
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007
Siegenthaler, W.: Differenzialdiagnose. Innere Krankheiten - vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 17.07.2012
 
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