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Schultersteife (Frozen Shoulder)

Rückenschmerzen sind eine häufige Folge der Schultersteife

Rückenschmerzen sind eine häufige Folge der Schultersteife
(Foto: BananaStock)

Frozen Shoulder kommt aus dem Englischen und bedeutet etwa "eingefrorene Schulter". Sie wird auch als Schultersteife bezeichnet. Die Schultersteife beschreibt eine oftmals massive Bewegungseinschränkung der Gelenkkapsel des Schultergelenks. Periarthrosis humero scapularis (PHS) ist die medizinisch übliche Definition. Schulterfibrose oder Periarthritis ankylosans sind andere gängige Begriffe für diese Problematik, deren Ursache oft nicht auszumachen ist. Die meist einseitig auftretende Schultersteife kommt häufig vor. Das Bewegungsausmaß des Schultergelenks ist bei einer Frozen Shoulder eingeschränkt, der Bereich unter dem Schulterdach und die Gelenkkapsel sind verklebt. Die Schultersteife kann nach einem stumpfen Trauma, nach langer Ruhigstellung infolge einer Verletzung (Fixieren am Körper) oder nach einer Entzündung als Folgeproblematik im Rahmen einer rheumatischen Erkrankung auftreten.


Welche Symptome zeigt eine Schultersteife?

Die aktive und passive Bewegung im Schulter-Arm-Gelenk ist schmerzhaft eingeschränkt, nicht selten sind diese Beschwerden chronisch. Betroffene haben Probleme den Arm überhaupt, egal in welche Richtung, zu bewegen. Durch die komplizierten Mechanismen des Schultergelenks und dessen komplexen Aufbau entstehen oft Begleitbeschwerden im Sinne von Nacken- oder Rückenschmerzen, schmerzbedingte Schlafstörungen und manchmal erhebliche Einschränkungen im Alltag. Die Schultersteife kann Aufgrund von Immobilität entstehen, sie selbst führt aber auch zu einer solchen.


Wie verläuft die Diagnostik bei Schultersteife?

Die Diagnostik der Schultersteife ist relativ schwierig. Der Arzt erhebt zunächst die Krankengeschichte (Anamnese) und kann daraus mögliche Rückschlüsse ziehen. Ein Röntgenbild zeigt meist keinen auffälligen Befund. Mittels Angiographie oder Ultraschall-Untersuchung lassen sich Verklebungen von Gelenkkapsel nachweisen. Manchmal ist die so genannte Rotatorenmanschette gerissen. Dies sind Ansatzstellen von Muskeln, die das Schultergelenk stabilisieren. Das Schultergelenk hat seine Stabilität in erster Linie durch Muskulatur, die beide Gelenkpartner aneinander fixiert.

Der wichtigste Teil der Diagnostik ist jedoch die funktionelle Untersuchung der aktiven und passiven Bewegungsausmaße. Um den Arm zu heben, braucht man nicht nur ein Gelenk sondern mehrere. Auch Schlüsselbein, Schulterdach, Schulterblatt und Brustbein sind Bestandteile, die in eine Armbewegung miteinbezogen werden. Bei einer Schultersteife sind also mehrere Gelenke in ihrer aktiven Beweglichkeit eingeschränkt.


Welche Therapie hilft bei Schultersteife?

Schmerzmittelgabe bei Bedarf und Physiotherapie als mobilisierende Maßnahme sind bei Schultersteife gängige Therapiemethoden. Insbesondere die manuelle Therapie ist im Rahmen der Physiotherapie ein wichtiger Aspekt. Ziel der Therapie ist die Schmerzlinderung ebenso wie die Bewegungserweiterung. Sollte sich trotz dieser Behandlungen kein Erfolg einstellen, man spricht hier von Therapieresistenz, wird nicht selten eine Schultermobilisation unter Narkose durchgeführt. Hierbei wird unter massivem Gewalteinsatz der Arm mobilisiert und die verklebte Gelenkkapsel wird zerrissen, um den Bewegungsausmaß zu erweitern. Aufgrund der Schmerzen, die diese Behandlung mit sich bringt, bekommt der Betroffene eine Vollnarkose.


Verlauf der Schultersteife

Nach der operativen Schultermobilisation einer Frozen Shoulder erfolgt erneut eine physiotherapeutische Behandlung, um nun die weitere Mobilisation voranzutreiben. Dies kann mehrere Monate dauern und ist für den Betroffenen oft mit Schmerzen verbunden. Die weitere Mobilisation ist jedoch sehr wichtig, um erneuten Verklebungen und Schrumpfungen des umgebenden Gewebes zu verhindern. Diese Rehabilitationsphase kann drei bis sechs Wochen dauern, danach können Betroffene in der Regel wieder ihre berufliche Tätigkeit aufnehmen.


Kann man einer Schultersteife vorbeugen?

Man kann einer Schultersteife vorbeugen. Hat der Betroffene am vorbelasteten Schultergelenk beispielsweise eine weiteres Trauma (Sturz oder ähnliches), sollte er konsequent an einer Erhaltung der Beweglichkeit arbeiten. Die physikalische Therapie ist dabei enorm wichtig. Mit vielen Techniken der Physiotherapie wie Mobilisation, Massage und Kräftigung des aktiven Bewegungsapparates in Verbindung mit Kälte- oder Wärmetherapie kann hier einer erneuten Kapselverklebung und somit einer erneuten Schultersteife vorgebeugt werden. Somit bleibt die Beweglichkeit des Schultergelenks erhalten und bei ausreichendem Training ist man in Zukunft etwas besser besser vor Verletzungen geschützt.


In der Expertenrat "Schulterschmerzen" auf QualiMedicPlus können Sie weitere Fragen zum Thema Schultersteife direkt an unseren Experten richten.

Quellen:
Niethard, F. , Pfeil, J.:Orthopädie. Thieme Verlag, Stuttgart 2005
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und des Berufsverbandes der Ärzte für Orthopädie (BVO): Rotatorenmanschettenruptur. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 033/041 (Stand Dezember 2003)

 

Autor: Christian Fiala 
Letzte Änderung am: 12.03.2014
 
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