Gallensteine
Bestimmte Medikamente stellen Risikofaktoren für die Entstehung von Gallensteinen dar
(Quelle: BananaStock)
Gallensteine entstehen recht oft, 15% aller
Männer und 30% aller Frauen über 40 Jahren sind
Gallensteinträger. Die Anzahl der Betroffenen nimmt mit
steigendem Alter zu. Etwa 60 bis 80% der Steine bleiben stumm (=
asymptomatisch) und ohne Symptome. Sie werden oft zufällig bei
Ultraschalluntersuchungen aus anderen Gründen entdeckt.
Gallensteine, die keine Beschwerden verursachen, erfordern keine
Behandlung!
Nur bei 20% aller Patienten mit Gallensteinen treten im Laufe ihres Lebens Beschwerden auf. Der Arzt spricht dann von einer "symptomatischen Gallensteinerkrankung". Diese Beschwerden können sich sehr unterschiedlich äußern und werden von Patienten auch in ihrer Ausprägung sehr unterschiedlich empfunden.
Stumme Gallensteine nicht-chirurgisch zu behandeln (medikamentöse Steinauflösung oder Ultraschallzertrümmerung) oder zu operieren (offene oder laparoskopische Operation) bietet keinen Vorteil und wiegt nicht die geringe Wahrscheinlichkeit von 2 bis 4% auf, im Verlauf der folgenden 10 Jahre Beschwerden zu bekommen.
Die Entstehung der Gallensteine ist das Ergebnis einer großen Menge zusammengehörender Einzelelemente. Da die Galle verschiedene Bestandteile hat, können sich abhängig von einer veränderten Zusammensetzung auch unterschiedliche Gallensteinarten bilden. Der gesamte Ablauf ist nicht in allen Einzelheiten geklärt. Aber es gibt einige Risikofaktoren, bei denen eine Gallensteinbildung vermehrt vorkommt.
Entstehung
Die Entstehung der Gallensteine hängt von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren ab. Im wesentlichen läuft der Vorgang der Gallensteinbildung in drei Schritten ab.
Die Zusammensetzung der Galle verändert sich derart, dass eine Übersättigung eines bestimmten Stoffes entsteht. Durch das Mehrangebot können sich Kristalle bilden.
Innerhalb der Gallenblase müssen Bedingungen gegeben sein, die eine Kernbildung gestatten, damit sich ein Stein bilden kann. Das sind häufig Schleim (Glukoproteine = Muzin) oder Calciumsalze. Somit sind Voraussetzungen geschaffen, damit sich die Kristalle anlagern und wachsen können.
Damit sich größere Kristalle ausbilden, muss der veränderte Gallensaft eine verlängerte Verweildauer in der Gallenblase haben. Dadurch wird die Zusammenballung der Kristallisationskerne ermöglicht und die Steine können an Größe zunehmen.
Verschiedene Formen, Farben und Zusammensetzungen sind
möglich
Gallensteine sind in ihrer Form und Farbe
sehr unterschiedlich, wie Gries, Senfkörner,
maulbeerähnlich, bucheckernartig, walnuss- oder
tonnenförmig.
Außerdem werden sie nach ihrer Zusammensetzung unterschieden.
Risikofaktoren
Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die Gallensteine in ihrer Entstehung begünstigen. Das wurde in älteren Lehrbüchern mit einer familiären Veranlagung und mit den "fünf F" zusammengefasst: female, fat, fertile, forty, fair (weiblich, übergewichtig, mehrere Kinder, vierzig, hellhaarig).
Aber es sind noch einige andere Umstände oder Krankheiten, die eine Gallensteinbildung fördern:
-
Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus),
-
erhöhte Blutfette (Hyperlipidämie),
-
Leberschrumpfung (Leberzirrhose),
-
Erkrankungen des unteren Dünndarms (Verlust von Gallensalzen),
-
rasche Gewichtsabnahme,
-
krankhafter Abbau von roten Blutkörperchen (chronische Hämolyse),
-
künstliche Ernährung,
-
Gallengangsanomalien, -verengungen, -entzündungen,
-
bestimmte Medikamente (Ceftriaxon, Cholestyramin, Clofibrat, Octreotid, Östrogene),
-
Schwangerschaft (erhöhte Cholesterinausscheidung durch Östrogenabbau).
Verschiedene Arten
Für die Entstehung der unterschiedlichen Gallensteinarten spielt die Zusammensetzung und die einzelnen Anteile der Galle eine Rolle. Rund drei Viertel der Gallensteine bestehen aus Cholesterin, während der Rest aus Bilirubin und Calciumsalzen entsteht.
Cholesterinsteine
Normalerweise wird das sonst
wasserunlösliche Cholesterin von den Phospholipiden in
Lösung gehalten. Bildet sich ein Überschuss an
Cholesterin im Verhältnis zu den Phospholipiden und
Gallensäuren, dann kommt es durch Ausfällen von
Cholesterinkristallen zur Steinbildung.
Einem wissenschaftlichen Bericht zufolge, hat man kürzlich DNS (Erbgutanteile) von Helicobacter-Bakterien, die auch für Magengeschwüre verantwortlich sind, in Cholesterinsteinen gefunden. Da dies fast alle untersuchten Cholesterinsteine betrifft, liegt die Vermutung nahe, ob nicht die Besiedlung der Gallenblase mit diesen Bakterien eine Ursache für die Steinbildung ist.
Schwarze Pigmentsteine
Sie entstehen, wenn es einen
Überschuss an Bilirubin gibt, einem Abbauprodukt der roten
Blutkörperchen. Zunächst verbinden sich Calciumsalze mit
Bilirubin und bilden danach kleine Kristalle, die dann zu Steinen
heranwachsen.
Braune Pigmentsteine
Wenn die Gallenwege in
irgendeiner Form verengt oder verschlossen sind, entsteht oft eine
Entzündung durch die Besiedlung mit Darmbakterien. Es wird
angenommen, dass bakterielle Enzyme die Ausfällung der
Gallensaftbestandteile bewirken.
Sludge
Seit es Ultraschalluntersuchungen gibt und
diese Geräte immer schärfere Abbildungen liefern, findet
man häufig vermehrt eingedickte Galle, die winzige Steinchen
enthält (Mikrolithiasis). Dieser "Schlamm" kann sich von
selbst wieder zurückbilden und verschwinden oder sich
verdichten und zur Steinbildung führen. Das konnte im Verlauf
mehrerer Jahre bei einem kleinen Teil der Betroffenen beobachtet
werden.
Beschwerden
Charakteristische Symptome für Gallenblasensteine sind kolikartige Schmerzattacken von mehr als 15 Minuten im mittleren und rechten Oberbauch, die auch in den Rücken und in die rechte Schulter ausstrahlen können (Head'sche Zonen). Dazu können Übelkeit, gelegentlich Erbrechen, Blähungen und Verdauungsstörungen kommen. Aber diese typischen Beschwerden sind nicht immer so deutlich und die Ärzte sollten bei nur schwachen Anzeichen sicher stellen, dass nicht Erkrankungen anderer Bauchorgane oder des Herzens deren Ursache sind.
Häufig werden die Schmerzen durch fettreiche Mahlzeiten,
Eierspeisen oder Kaffee ausgelöst.
Die Ausprägung der Schmerzen kann sehr unterschiedlich sein.
Einige Patienten berichten von einem leichten, unspezifischen
Druckgefühl nach einem großen Festessen, andere
berichten von vernichtenden, kolikartigen Schmerzen, die sie
wie aus heiterem Himmel befallen.
Parallel können unspezifische Symptome wie
Völlegefühl, Appetitlosigkeit und
Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten auftreten.
Gallenkolik
Wenn Gallensteine aus der Gallenblase in das Gallengangssystem gelangen und
dort einklemmen, versucht die Muskulatur des Gallenganges,
diesen Gallenstein in den Zwölffingerdarm
weiterzutransportieren.
Dieses Arbeiten der Muskulatur gegen das Hindernis führt zu
typischen krampfartigen Schmerzen, die in Wellen auftreten und
Koliken genannt werden. Dabei können zusätzlich
Übelkeit und Schweißausbrüche auftreten.
Gelbsucht (Ikterus)
Wenn sich ein Stein im Hauptgallengang verklemmt, wird der Abfluss
des Gallensaftes blockiert und es kommt zu einem
Rückstau des Gallenfarbstoffes in die Leber und in den
Körper.
-
Dabei tritt eine Gelbfärbung der Augen und der Haut auf (Ikterus).
-
Da der Gallenfarbstoff nicht mehr in den Darm gelangt, kommt es zu einer weißlichen Entfärbung des Stuhls (Fettstuhl).
-
Der Urin färbt sich dagegen bierbraun, da der Körper versucht, den Gallenfarbstoff über die Nieren auszuscheiden.
Diagnose
Wenngleich sie sehr eng miteinander verwoben sind, kann man die Komplikationen der Gallenblasensteine in zwei Gruppen einteilen, nämlich mechanische und entzündliche Komplikationen.
Die mechanischen Komplikationen lassen sich mit der
Steinwanderung und der Steineinklemmung beschreiben. Insbesondere
kleine Steine können bei funktionsfähiger Gallenblase in den Gallenblasengang
einwandern und bereits dort Beschwerden auslösen. Sie
können wie ein Ventil wirken, wobei Galle in die Gallenblase einfließen, aber
nicht mehr ausfließen kann. Die Gallenblase füllt sich
immer mehr und es kommt zum sogenannten Hydrops (bis zum
Bersten gefüllte Gallenblase, Wassersucht).
Die kleinen Steine können aber auch in den Hauptgallengang
wandern und falls sie nicht in den Zwölffingerdarm
ausgeschieden werden, können sie die Gallenwege
vollständig verschließen. Das sind dann wieder die
typischen Beschwerden und zusätzlich noch eine
Gelbsucht (Ikterus), da sich die Galle in den Körper
zurückstaut. Wird der Staudruck zu hoch, dann kann auch die
Bauchspeicheldrüse
in
Mitleidenschaft gezogen werden (biliäre Pankreatitis).
Größere Steine, die richtig festgepresst werden,
verursachen die klassische Kolik (wehenartiger Muskelkrampf
von 15 bis 60 Minuten Dauer im rechten Oberbauch).
Überall dort, wo Gallensteine liegen, kann sich eine
Entzündung bilden. Diese kann sich sehr rasch und heftig
(akut) oder langsam schleichend entwickeln (chronisch).
Die akute Gallenblasenentzündung (akute Cholecystitis)
ist eine sich rasch entwickelnde hochgradige Entzündung der
Gallenblasenwand. Durch einen im Gallengang verklemmten Stein kann es zu einer Entzündung
(Infektion) der Gallenblase kommen. Patienten berichten dann neben
Schmerzen über Fieber und Abgeschlagenheit. Es kann auch zu
Schüttelfrost kommen. Der Arzt spricht dann von einer "akuten
Galle" bzw. einer akuten Cholezystitis. Je nach Schwere der
Entzündung, kann ein Gallenstein die Gallenblasenwand in den
anliegenden Dünndarm bzw. Magen oder Dickdarm durchwandern
(Penetration) oder durchbrechen (Perforation) und auf seinem Weg
durch den Darm, wenn er groß genug ist, noch am Übergang
vom Dünn- zum Dickdarm einen Darmverschluss (Ileus)
verursachen.
Die Gallenblase kann platzen (Gallenblasendurchbruch), die entzündeten Gewebe können soweit aufquellen, dass sie auf den Hauptgallengang drücken (Mirizzi-Syndrom) und irgendwann bildet sich eine eitrige Gallenwegeentzündung aus (Cholangitis) oder die Gallenblase selbst ist eitergefüllt (Empyem) und im schlimmsten Fall kann die Entzündung zu einer Vergiftung des ganzen Körpers führen (Sepsis).
Ansonsten können sich leichte, schwelende Entzündungen
der Gallenwege ausbilden.
Diese chronische Verlaufsform macht selten Koliken, sie
zeigt sich mehr mit Druck- und Völlegefühl,
Oberbauchschmerzen und Nahrungsunverträglichkeit. Die Folge
kann eine Schrumpfgallenblase oder eine Porzellangallenblase
(Gallenblase mit verkalkter Wand) sein. Damit verliert die
Gallenblase ihre Speicherfunktion.
Lang liegende Steine können in manchen seltenen Fällen
dazu führen, dass in der Gallenblasenwand Krebs entsteht.
Komplikationen
Wenngleich sie sehr eng miteinander verwoben sind, kann man die Komplikationen der Gallenblasensteine in zwei Gruppen einteilen, nämlich mechanische und entzündliche Komplikationen.
Die mechanischen Komplikationen lassen sich mit der
Steinwanderung und der Steineinklemmung beschreiben. Insbesondere
kleine Steine können bei funktionsfähiger Gallenblase in den Gallenblasengang
einwandern und bereits dort Beschwerden auslösen. Sie
können wie ein Ventil wirken, wobei Galle in die Gallenblase einfließen, aber
nicht mehr ausfließen kann. Die Gallenblase füllt sich
immer mehr und es kommt zum sogenannten Hydrops (bis zum
Bersten gefüllte Gallenblase, Wassersucht).
Die kleinen Steine können aber auch in den Hauptgallengang
wandern und falls sie nicht in den Zwölffingerdarm
ausgeschieden werden, können sie die Gallenwege
vollständig verschließen. Das sind dann wieder die
typischen Beschwerden und zusätzlich noch eine
Gelbsucht (Ikterus), da sich die Galle in den Körper
zurückstaut. Wird der Staudruck zu hoch, dann kann auch die
Bauchspeicheldrüse
in
Mitleidenschaft gezogen werden (biliäre Pankreatitis).
Größere Steine, die richtig festgepresst werden,
verursachen die klassische Kolik (wehenartiger Muskelkrampf
von 15 bis 60 Minuten Dauer im rechten Oberbauch).
Überall dort, wo Gallensteine liegen, kann sich eine
Entzündung bilden. Diese kann sich sehr rasch und heftig
(akut) oder langsam schleichend entwickeln (chronisch).
Die akute Gallenblasenentzündung (akute Cholecystitis)
ist eine sich rasch entwickelnde hochgradige Entzündung der
Gallenblasenwand. Durch einen im Gallengang verklemmten Stein kann es zu einer Entzündung
(Infektion) der Gallenblase kommen. Patienten berichten dann neben
Schmerzen über Fieber und Abgeschlagenheit. Es kann auch zu
Schüttelfrost kommen. Der Arzt spricht dann von einer "akuten
Galle" bzw. einer akuten Cholezystitis. Je nach Schwere der
Entzündung, kann ein Gallenstein die Gallenblasenwand in den
anliegenden Dünndarm bzw. Magen oder Dickdarm durchwandern
(Penetration) oder durchbrechen (Perforation) und auf seinem Weg
durch den Darm, wenn er groß genug ist, noch am Übergang
vom Dünn- zum Dickdarm einen Darmverschluss (Ileus)
verursachen.
Die Gallenblase kann platzen (Gallenblasendurchbruch), die entzündeten Gewebe können soweit aufquellen, dass sie auf den Hauptgallengang drücken (Mirizzi-Syndrom) und irgendwann bildet sich eine eitrige Gallenwegeentzündung aus (Cholangitis) oder die Gallenblase selbst ist eitergefüllt (Empyem) und im schlimmsten Fall kann die Entzündung zu einer Vergiftung des ganzen Körpers führen (Sepsis).
Ansonsten können sich leichte, schwelende Entzündungen
der Gallenwege ausbilden.
Diese chronische Verlaufsform macht selten Koliken, sie
zeigt sich mehr mit Druck- und Völlegefühl,
Oberbauchschmerzen und Nahrungsunverträglichkeit. Die Folge
kann eine Schrumpfgallenblase oder eine Porzellangallenblase
(Gallenblase mit verkalkter Wand) sein. Damit verliert die
Gallenblase ihre Speicherfunktion.
Lang liegende Steine können in manchen seltenen Fällen dazu führen, dass in der Gallenblasenwand Krebs entsteht.
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 15.01.2009
