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Gefährliches Urlaubs-Souvenir

Gefährliches Urlaubs-Souvenir

Fernreisende schleppen multiresistente Keime ein     
 

Fernreisen und Keime Sommer, Sonne, Strand – wer will da schon an multiresistente Keime denken? Doch eine aktuelle Studie an der Universitätsklinik Leipzig kommt zu alarmierenden Ergebnissen: Viele Urlauber, die von einer Fernreise zurückkehren, schleppen die gefährlichen Krankheitserreger ein. 
     

Multiresistente Keime (MRE) gelten als das neue Schreckgespenst. Dabei handelt es sich um Krankheitserreger, gegen die die meisten verfügbaren Medikamente wirkungslos sind. Diese Keime sind gegen fast alle gängigen Antibiotika resistent, also widerstandsfähig, geworden. Zur Gruppe der multiresistenten Keime zählen z. B. der weit verbreitete Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), Clostridium difficile (Hospitalkeim) und ESBL-bildende Escherichia coli.

Widerstandsfähige Problem-Keime

Die Besiedlung mit den Erregern verläuft unbemerkt und stellt für Gesunde zunächst kein Problem dar. Zur Gefahr werden sie allerdings, wenn der Träger erkrankt oder wenn er die Keime an immungeschwächte oder alte Personen überträgt. Das vermehrte Auftreten dieser Keime stellt vor allem Krankenhäuser vor große Herausforderungen. Dass Bakterien derartige Resistenzen entwickeln, liegt zum einen daran, dass Antibiotika zu häufig bzw. falsch eingesetzt wurden. Auch der übermäßige Einsatz dieser Medikamente in der Massentierhaltung hat zur Folge, dass Antibiotika gegen immer mehr Bakterien wirkungslos sind. Eine neue Studie zeigt jetzt, dass derartige Keime häufiger als gedacht auch aus anderen Ländern nach Deutschland eingeschleppt werden – vor allem Fernreisende bringen die Erreger als „Souvenir“ bei ihrer Rückkehr mit.

Neue Studie: Ein Drittel der Fernreisenden sind Träger multiresistenter Keime

Über ein Jahr lang untersuchte das Leipziger Team aus Infektiologen und Mikrobiologen das Risiko einer Einschleppung von Erregern durch Fernreisende. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass fast ein Drittel der untersuchten 225 Studienteilnehmer (Durchschnittsalter 34 Jahre) nach der Heimkehr aus Gebieten mit hoher Erregerdichte Träger von sogenannten ESBL-bildenden Bakterien war. Sechs Monate später wurde nur noch bei 8,6 Prozent der Untersuchten eine Besiedlung festgestellt.
Gut zu wissen: Einige Regionen weisen eine besonders hohe Erregerdichte auf – das heißt, die problematischen Erreger treten häufiger auf als hierzulande. Das gilt z. B. für den indischen Subkontinent, Südostasien und verschiedene Länder in Afrika, Mittel- und Südamerika.


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Autor: Gesundheitsberatung.de 
Letzte Änderung am: 12.02.2015
 
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