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Gehirnimplantat hilft bei Parkinson

Für die Tiefe Hirnstimulation wird ein Impulsgeber unterhalb des Schlüsselbeins implantiert und mit Elektroden verbunden, die im Gehirn platziert werden. Das System liegt unter der Haut und ist von außen kaum sichtbar
(Quelle: Medtronic)

Wie funktioniert die Tiefe Hirnstimulation?

Für die Tiefe Hirnstimulation werden folgende drei Komponenten implantiert:

  • Kinetra™-Neurostimulator (oder "Hirnschrittmacher") - kleines, robustes elektronisches Gerät (ähnlich einem Herzschrittmacher). Der Neurostimulator wird subkutan unterhalb des Schlüsselbeins implantiert. Nach der Programmierung erzeugt der "Hirnschrittmacher" elektrische Impulse, die über feine Elektroden an bestimmte Hirnbereiche abgegeben werden.
  • Stimulationselektroden - bestehen aus vier dünnen, isolierten Spiraldrähten mit jeweils einem Kontaktpol an der Spitze, die im Gehirn implantiert werden.
  • Verbindungskabel - zum Anschluss der Elektroden an den Neurostimulator. Die Verbindungskabel werden unter der Haut vom Kopf über den Hals zum implantierten Gerät in der Brust geführt.

Die Implantation des Activa®-Stimulationssystems dauert bei einem erfahrenen Neurochirurgen im Allgemeinen weniger als drei Stunden.

Untersuchungen der vergangenen zwanzig Jahre haben gezeigt, dass die Tiefe Hirnstimulation eine sichere, wirksame und langanhaltende Therapie bei der Parkinson-Krankheit ist.

  • In einer weltweiten klinischen Studie, die 2000 im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht wurde, konnte bei DBS-Patienten nach sechs Monaten eine Verbesserung der motorischen Kontrolle zwischen 33 und 51 Prozent und eine Verdoppelung der Zeit mit guter Motorik (ohne Dyskinesien) festgestellt werden.
  • Eine andere Studie in Frankreich, die 2003 ebenfalls im NEJM publiziert wurde, belegte, dass Patienten nach fünf Behandlungsjahren unter DBS eine ähnliche anhaltende Verbesserung aufwiesen.
  • Eine niederländische Studie, die 2004 in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass die Hirnstimulation hinsichtlich der Senkung des Schweregrads und der Dauer von unwillkürlichen, abrupten und ruckartigen Bewegungen der Parkinson-Krankheit mehr als doppelt so wirksam war wie die ablative Operation.
  • Die elektrische Stimulation des Gehirns wird seit 1987 zur Behandlung von Bewegungsstörungen eingesetzt. Die Tiefe Hirnstimulation (Activa®-Therapie) ist seit 1995 für die Tremorbehandlung und seit 1998 für die Behandlung der fortgeschrittenen Parkinsonsymptome zugelassen. Bis heute wurden mehr als 30.000 Menschen weltweit mit der Tiefen Hirnstimulation behandelt.

Komplikationen im Zusammenhang mit dem Implantat sind selten.


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Quellen:
Medtronic GmbH
Deuschl G. et al. Aktuelle Neurologie, 2000; 27: Supp. 1 S1
Medtronic UK Deep Brain Stimulation factsheet
Rascol O et al. A Five-Year Study of the Incidence of Dyskinesia in Patients with Early Parkinson's Disease Who Were Treated with Ropinirole or Levodopa. New England Journal of Medicine, 2000; 342: 1484-1491
Krack P, Batir A, Blercome N et al. Five-Year Follow-up of Bilateral Stimulation of the Subthalamic Nucleus in Advanced Parkinson’s Disease, New England Medical Journal, 2003; 349(13): 1925-1934
Esselink RA et al. Unilateral pallidotomy versus bilateral subthalamic nucleus stimulation in PD: a randomized trial. Neurology, 2004: 62(2): E6-7
Archivdaten. Medtronic Europa (berechnet aus jährlichen Fallzahlen pro Land)

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 29.09.2008
 
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