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Gonorrhö (Tripper)

Die Verwendung von Kondomen kann eine Gonorrhö verhindern

Die Verwendung von Kondomen kann eine Gonorrhö verhindern
(Quelle: Tomziak/PIXELIO)

Die Gonorrhö (Tripper) ist die häufigste der sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie ist meldepflichtig und verdankt ihren Namen den Gonokokken, eine Bakterienart, die fast ausschließlich bei sexuellen Kontakten beziehungsweise bei der gemeinsamen Benutzung von Sexspielzeug übertragen wird. Möglich ist außerdem, dass eine infizierte Schwangere das Neugeborene während der Geburt ansteckt.

Häufig treten bei der Gonorrhö keine oder nur schwache Symptome auf, sodass sie nicht bemerkt wird. Gleichwohl können die Betroffenen die Infektion weitergeben. Unbehandelt greift die Erkrankung schnell auf andere Organe über und führt dann zu schwerwiegenden Komplikationen, in vielen Fällen mit einer Unfruchtbarkeit als Spätfolge.

Sexuell übertragbare Krankheiten haben insgesamt in den vergangenen Jahren zugenommen. Jährlich infizieren sich schätzungsweise 20.000 bis 30.000 Männer und Frauen in Deutschland mit Gonokokken.


Wie wird die Gonorrhö verursacht?

Erreger der Gonorrhö (Tripper) sind Gonokokken, ein Bakterienart, die meist bei ungeschützten sexuellen Kontakten übertragen wird. Die Gefahr besteht bei Vaginal-, Anal- und Oralverkehr gleichermaßen. Infiziert werden vor allem die Schleimhäute der Scheide, der Harnröhre, des Enddarms und des Rachens. Gelegentlich ist auch die Bindehaut der Augen betroffen ("Augentripper"). Da die Gonokokken sehr empfindlich sind, ist eine Übertragung auf der Toilette, durch Handtücher oder Waschlappen sehr unwahrscheinlich. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit liegen meist zwei bis fünf Tage (Inkubationszeit), mitunter mehrere Wochen.


Wie macht sich eine Gonorrhö bemerkbar?

Die Symptome der Gonorrhö äußern sich bei Männern und Frauen teilweise unterschiedlich. In vielen Fällen bereitet eine Infektion jedoch keine Beschwerden, sodass sie unbemerkt bleibt und unwissentlich weitergegeben wird.

In den meisten Fällen zeigen sich zwei bis fünf Tage nach der Infektion bei Frauen ein vermehrter grünlich-weißer Ausfluss und eventuell Schmierblutungen. Auch ein Brennen beim Wasserlassen gehört zu den häufigen Symptomen. Insgesamt entwickeln Frauen oft geringere Beschwerden als Männer, weshalb Infektionen bei ihnen häufiger unentdeckt bleiben oder erst spät bemerkt werden.

Bei Männern treten meist mehr oder weniger starke Schmerzen beim Wasserlassen auf, gefolgt von einem bald permanenten Harndrang. Aus dem Penis tritt häufig eitriges Sekret aus. In vielen Fällen ist der Penis gerötet und die Eichel insgesamt geschwollen.

Für beide Geschlechter gilt: Ist der Enddarm betroffen, tritt oft eitriges Sekret aus dem After aus. Ist der Rachen infiziert, kommt es zu Halsschmerzen.

Gonorrhö und Schwangerschaft

Eine Gonorrhö kann in der Schwangerschaft zu einem frühzeitigen Blasensprung und so zu einer Fehlgeburt führen. Wird das Ungeborene infiziert, kann dies zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung (Sepsis) führen. Aus diesen Gründen wird bei einer Schwangerschaft im Rahmen der ersten Vorsorgeuntersuchung routinemäßig ein Abstrich genommen und auf Gonokokken untersucht.

Steckt eine infizierte Schwangere ihr Kind während der Geburt an, sind vor allem die Augen des Neugeborenen gefährdet. Unbehandelt kann es innerhalb weniger Tage erblinden. Aus diesem Grund erhielten bis vor wenigen Jahren alle Babys gleich nach der Geburt vorsorglich Augentropfen mit dem Wirkstoff Silbernitrat. Heute ist dieses jedoch nicht mehr üblich und stattdessen werden Antibiotika eingesetzt. Ist eine werdende Mutter erwiesenermaßen nicht an Gonorrhö erkrankt, kann sie die Geburtshelfer entsprechend informieren und verlangen, dass keine Augenprophylaxe durchgeführt wird.


Wie wird eine Gonorrhö festgestellt?

Verursacht eine Gonorrhö typische Symptome, kann sie der Arzt in den meisten Fällen allein schon daran erkennen. Letzte Sicherheit gibt ein Abstrich aus Harnröhre, Rektum oder Rachen, bei Frauen auch aus der Scheide und vom Gebärmutterhals. Unter dem Mikroskop lassen sich Gonokokken recht gut erkennen. Besteht weiterhin Unklarheit, kann eine bakterielle Kultur angelegt werden, um die Erreger im Labor näher zu bestimmen. Mittels eines Bluttests lassen sich Gonokokken nicht nachweisen. Er kann jedoch dazu dienen, andere sexuell übertragbare Erkrankungen wie HIV oder Syphilis auszuschließen.


Die Behandlung einer Gonorrhö

Die Behandlung der Gonorrhö ist mit Antibiotika heute meist problemlos möglich, auch wenn sich der Erregertyp in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat und Penicillin-resistente Bakterienstämme entstanden sind. Wichtig ist wie bei den meisten sexuell übertragbaren Krankheiten, auch den Sexualpartner zu behandeln, damit es nicht zu einer gegenseitigen Wiederansteckung ("Ping-Pong-Effekt") kommt.


Verlauf

Unbehandelt kann eine Gonorrhö auf andere Organe übergreifen und zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Sind beim Mann die Erreger in die Harnröhre und die Vorsteherdrüse eingedrungen, ist ein Übergreifen auf Hoden und Nebenhoden möglich. Oft schwellen dann die Lymphknoten der Leistengegend schmerzhaft an.

Bei der Frau kann die Infektion auf den Gebärmutterhals übergreifen. Werden auch die Eileiter und Eierstöcke in Mitleidenschaft gezogen, führt dies meist zu hohem Fieber und starken Unterleibschmerzen.

Da eine Gonorrhö bei beiden Geschlechtern häufig ohne Symptome auftritt, können die Erreger in späteren Stadien Fieberschübe, Hautausschläge und Gelenkbeschwerden verursachen. Je nachdem, wo die Erreger zuerst in den Körper eingedrungen sind, kommt es auch zu einer Rachen- oder Mastdarmentzündung.

Zu den möglichen Spätfolgen einer unbehandelten Gonorrhö zählt sowohl bei der Frau als auch beim Mann die Unfruchtbarkeit.


Wie kann man vorbeugen?

Bei häufig wechselnden Sexualpartnern ist grundsätzlich der Gebrauch von Kondomen angeraten. Auch bei Fellatio und Cunnilingus (Mundverkehr) empfiehlt sich die Verwendung von Kondomen beziehungsweise speziellen Latextüchern.

Bei bestehenden Infektionen ist es wichtig, den direkten Kontakt mit den Schleimhäuten im genital-analen Bereich zu vermeiden. Im Allgemeinen wird Infizierten jedoch empfohlen, so lange auf sexuellen Verkehr zu verzichten, bis die Erkrankung vollständig ausgeheilt ist.


Quellen:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln: Ach übrigens... - Informationen über sexuell übertragbare Krankheiten. (Stand: 2007)
Leitlinien der Deutschen Urologen: Synopse der sexuell übertragbaren Erkrankungen (STDs) mit Primärsymptomen im männlichen Genitale. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 043/073 (Stand: November 2002)

 

Autor: Peter Gelhard 
Letzte Änderung am: 17.07.2012
 
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