Tipp

Grüner Star (Glaukom)

Vorsorge beim Augenarzt

Ab dem 40. Lebensjahr sind regelmäßige Glaukom-Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt sinnvoll
(Quelle: BananaStock)

Grüner Star (Glaukom) ist ein Überbegriff für Erkrankungen des Auges. Sehnervschäden führen unbehandelt zu Gesichtsfeldstörungen und zur Erblindung. Das Glaukom ist in den Industrieländern einer der häufigsten Gründe für Erblindung. Bei etwa einem Prozent der Erwachsenen besteht ein Grüner Star oder das Risiko, an ihm zu erkranken. Es werden vier Formen des Glaukoms unterschieden:

  • Primäres Offenwinkelglaukom
  • Primäres Winkelblockglaukom (akutes Glaukom)
  • Primäres kongenitales Glaukom (angeborenes Glaukom)
  • Sekundärglaukom.

Das Primäre Offenwinkelglaukom ist mit Abstand die häufigste Form. Es betrifft vor allem ältere Menschen. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung ist bei 70- bis 80-Jährigen etwa zehn Mal so hoch wie bei 30- bis 40-Jährigen. Das akute Glaukom tritt plötzlich auf und verursacht im Gegensatz zu den anderen Formen des Grünen Stars akute Beschwerden. Es wird durch einen vollständigen Verschluss des Kammerwinkels ausgelöst. Sehr selten ist das angeborene Glaukom. Es tritt meist bereits im ersten Lebensjahr auf. Das Sekundärglaukom entwickelt sich als Folge anderer Erkrankungen.

Wie wird ein Grüner Star verursacht?

Der Auslöser des Grünen Stars ist in den meisten Fällen ein erhöhter Augeninnendruck. Ursache des hohen Augeninnendrucks ist die Behinderung des Kammerwasserabflusses im Auge. Das Kammerwasser ist für die Nährstoffversorgung von Linse und Hornhaut zuständig und erhält die Form des Augapfels. Es wird hinter der Linse in der Hinterkammer gebildet und fließt über Regenbogenhaut und Linse in die Vorkammer des Auges. Ist der Abfluss des Kammerwassers gestört, erhöht sich der Innendruck im Auge, was langfristig zur Unterversorgung und Schädigung des Sehnervs führt.

Auch Durchblutungsstörungen zählen zu den Ursachen des Grünen Stars. Die verminderte Durchblutung des Sehnervenkopfs führt zu dessen Schädigung.

Bestimmte Risikofaktoren können die Entstehung von Glaukomen begünstigen. Dazu zählen neben fortgeschrittenem Alter Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus, Gefäßkrankheiten und bereits aufgetretener Grüner Star innerhalb der Familie. Auch ein zu kurzer Augapfel zählt zu den Risikofaktoren für eine Erkrankung.

Welche Symptome verursacht ein Grüner Star?

Im Gegensatz zum Grauen Star (Katarakt) treten bei den meisten Formen des Grünen Stars kaum Symptome auf. Das Primäre Offenwinkelglaukom entwickelt sich meist über Jahre und wird häufig durch Zufall entdeckt. Es verursacht erst Beschwerden, wenn der Sehnerv bereits geschädigt ist. Diese äußern sich durch zunehmende Gesichtsfeldausfälle.

Die Symptome des akuten Glaukoms sind einseitige Sehstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Das Auge färbt sich rot, man nimmt Farbringe um Lichtquellen herum wahr. Da es sich hier um einen medizinischen Notfall handelt, ist es ratsam, bei diesen Beschwerden sofort einen Arzt aufzusuchen.

Bei Kindern, die am angeborenen Glaukom leiden, zeigen sich auffallend große Augen und vermehrter Tränenfluss. Lichtscheue und eine Trübung der Hornhaut sind weitere Hinweise auf einen angeborenen Grünen Star.

Die Beschwerden des Sekundärglaukoms sind immer abhängig von der ursächlichen Erkrankung. Grundsätzlich können aber auch die Symptome aller anderen Glaukom-Formen auftreten.

Wie wird ein Grüner Star diagnostiziert?

Obwohl er die Hauptursache für die Entstehung eines Grünen Stars ist, leiden nicht alle Menschen mit erhöhtem Augeninnendruck an einem Glaukom. Deshalb sind neben der Augendruckmessung auch andere Untersuchungen Teil der Diagnose. Diese variieren je nach vermuteter Glaukomform. Bei allen Untersuchungsmethoden dringt kein Gerät in den Körper ein (nicht invasiv), sie sind also absolut schmerzfrei.

Messung des Augeninnendrucks

In jedem Fall wird der Augeninnendruck gemessen. Dafür bedarf es mehrerer Sitzungen, da der Druck im Tagesverlauf schwankt. Beim Erwachsenen betragen die normalen Werte bis zu 21 mmHg. Liegt der Augeninnendruck darüber, bedeutet das nicht automatisch, dass ein Glaukom vorliegt. Außerdem können leicht erhöhte Werte gerade bei älteren Menschen noch im Normbereich liegen. Deshalb reicht die Messung des Augeninnendrucks zur Diagnose allein nicht aus.

Spiegelung des Augenhintergrunds (Ophthalmoskopie)

Veränderungen des Sehnervenkopfs lassen sich mit bloßem Auge nicht erkennen. Mithilfe einer speziellen Lupe und einem Lichtstrahl können auch die hinteren Bereiche des Auges betrachtet werden.

Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie)

Das Gesichtsfeld ist der Bereich, den man mit einem oder beiden Augen überblicken kann, ohne die Augen oder den Kopf zu bewegen. Verschiedene Methoden der Perimetrie erlauben eine genaue Vermessung des Sehraums. Einschränkungen des Gesichtsfelds können auf einen Grünen Star hinweisen.

Wie lässt sich ein Grüner Star therapieren?

Im Mittelpunkt der Behandlung des Grünen Stars steht die Senkung des Augeninnendrucks. Mit Medikamenten oder Augentropfen, die die Kammerwasserproduktion mindern oder den Kammerwasserabfluss fördern, lässt sich der Innendruck senken. Lokale Carboanhydrasehemmer senken den Innendruck und wirken gleichzeitig durchblutungsfördernd.

Handelt es sich um ein akutes Glaukom oder lässt sich der Augeninnendruck beim primären Offenwinkelglaukom auf konservativem Wege nicht senken, wird eine Augenoperation oder eine Laserbehandlung durchgeführt. Beim angeborenen Grünen Star ist eine Operation in jedem Fall notwendig.

Je nach Schwere und Form wird die Verengung, die den Abfluss des Kammerwassers behindert, wieder geöffnet oder ein künstlicher Abfluss gelegt. Im Gegensatz zur Operation bewirkt die Laserbehandlung einen vergleichsweise leichten Abfluss und wirkt zeitlich begrenzt - nach etwa zwei bis drei Jahren ist eine erneute Behandlung erforderlich.

Welchen Verlauf hat ein Grüner Star?

Je eher der Grüne Star behandelt wird, desto besser ist die Prognose. Bereits vorhandene Sehnervenschädigungen lassen sich nicht mehr beheben. Das angeborene Glaukom erfordert eine ständige Nachbetreuung, da es trotz Operation wieder auftreten kann. Unbehandelte Glaukome führen langfristig zur Erblindung.

Grüner Star: Wie kann man ihm vorbeugen?

Ab dem 40. Lebensjahr oder nach Augenverletzungen empfiehlt sich die regelmäßige Glaukom-Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt. Besonders, wenn schon Fälle in der Familie aufgetreten sind, sind Vorsorgeuntersuchungen ratsam.


Haben Sie persönliche Fragen zum Thema Grüner Star? Unsere Experten in der Augenarzt-Expertenrat helfen Ihnen weiter.

Quellen:
Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2006
Hansen, Lutz L.: Augenheilkunde systematisch. UNI-MED, Bremen 2007
Online-Informationen des Bundesverband der Augenärzte Deutschland e.V.: www.augeninfo.de (Stand: 2007)

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 23.03.2012
 
Tipp