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Gürtelrose (Herpes zoster)

 An Gürtelrose erkranken überwiegend Senioren

An Gürtelrose erkranken überwiegend Senioren
(Quelle: Jerzy/PIXELIO)

Die Gürtelrose ist eine virusbedingte Infektionskrankheit, verbunden mit einem schmerzhaften, bläschenbildenden Hautausschlag entlang verschiedener Nervenbahnen (Dermatome). Sie zeigt sich meist an nur einer Seite des Kopfs oder Oberkörpers. Gelegentlich sind auch eine Gesäßhälfte und ein Bein betroffen.

Am häufigsten erkranken Menschen über 60 Jahren. Vor dem 50. Lebensjahr tritt die Gürtelrose eher selten auf. Wenn, dann sind vor allem Personen mit einem geschwächten Immunsystem betroffen.

Die rechtzeitige Diagnose und frühzeitige medikamentöse Behandlung tragen maßgeblich dazu bei, schwere Verläufe zu verhindern oder zu mildern.

Ursachen der Gürtelrose

An einer Gürtelrose erkranken kann nur, wer die Erreger der Windpocken in sich trägt. Dabei handelt es sich um eine späte Reaktivierung der so genannten Varizellen (Varicella zoster), die bei Erstkontakt die Windpocken hervorrufen. Nach überstandener Krankheit ist man weitgehend immun gegen eine erneute Infektion mit Varizellen, doch verbleiben die Viren in den Nervenknoten der Wirbelsäule und/oder der Hirnnerven. Hier können sie aufgrund eines geschwächten Abwehrsystems reaktiviert werden.

Die genaue Ursache des Ausbruchs einer Gürtelrose ist in den meisten Fällen jedoch unbekannt. Insbesondere HIV-Erkrankte und Leukämiekranke haben aufgrund ihres geschwächten Immunsystems ein erhöhtes Risiko, an Gürtelrose zu erkranken.

Wie äußert sich die Gürtelrose?

In manchen Fällen gehen dem akuten Stadium der Gürtelrose einige Tage mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen voraus. Dann kommt es zu einem Kribbeln und Jucken bestimmter Hautpartien entlang der betroffenen Nervenbahnen, wo sich bald gruppiert stehende und hochinfektiöse Bläschen bilden.

Insgesamt rötet sich die Haut in den betroffenen Regionen und ist äußerst schmerzempfindlich bei Berührungen jeglicher Art. Nach etwa einer Woche beginnen die Bläschen zu verkrusten, bis sie nach weiteren ein bis zwei Wochen ausheilen.

In rund zehn Prozent der Fälle entstehen bei den Betroffenen mehr oder minder starke Schmerzen entlang der betroffenen Nerven (Zosterneuralgie), die sich wie eine Bahn über eine Körperhälfte ziehen.

Die Diagnose der Gürtelrose

Im Stadium der Bläschenbildung kann der Arzt eine Gürtelrose aufgrund ihres typischen Erscheinungsbilds meist per Augenscheinnahme diagnostizieren. Ein anderer wichtiger Hinweis auf eine Gürtelrose sind die meist schon vor der Bläschenbildung auftretenden Schmerzen entlang der betroffenen Nervenbahnen, charakteristisch auf nur eine Köperhälfte begrenzt.

Verschiedene Blutuntersuchungen können bei Unklarheit die Diagnose absichern beziehungsweise Hinweise auf andere Erkrankungen liefern.

Die Behandlung der Gürtelrose

Bei Personen mit einem gesunden Abwehrsystem heilt die Gürtelrose in der Regel ohne eine besondere medikamentöse Therapie aus. Meist reichen eine austrocknende und antiseptische Behandlung der mit Bläschen bedeckten Hautpartien sowie eine ausreichende Schmerzbehandlung aus.

Eine antivirale Therapie kann den Krankheitsverlauf unter Umständen abkürzen beziehungsweise abmildern und einen schlimmeren Verlauf verhindern. Bei immungeschwächten Personen ist der Einsatz von antiviralen Medikamenten, meist intravenös verabreicht, in jedem Fall erforderlich.

Das Ziel der Behandlung besteht zum einen darin, die oft quälenden neuralgischen Schmerzen zu bekämpfen. Zum anderen gilt es, die Ausdehnung und Dauer der Bläschenbildung einzudämmen und das Chronischwerden der Erkrankung zu verhindern.

Wie verläuft eine Gürtelrose?

Bei Betroffenen mit einem stabilen Immunsystem heilt eine Gürtelrose im Allgemeinen nach zwei bis drei Wochen aus. Danach besteht in den überwiegenden Fällen eine lebenslange Immunität gegen weitere Ausbrüche.

In einigen Fällen kann es zu Komplikationen wie einer Hirnhautentzündung (Meningitis) kommen beziehungsweise zu chronischen Verläufen mit immer wieder anfallsweise auftretenden Nervenschmerzen (Postherpetische Neuralgie).

Weitere Komplikationen, die im akuten Stadium auftreten können, sind zusätzliche bakterielle Infektionen der betroffenen Hautpartien, Lähmungserscheinungen im Bereich betroffener Nerven, Bindehautentzündungen sowie verschiedene Beschwerden innerer Organe.

Im Bläschenstadium ist eine Gürtelrose per Schmierinfektion hochinfektiös. Bei ungeschützten Personen, die weder gegen Windpocken geimpft sind noch bereits eine Varizelleninfektion durchlaufen haben, führen sie mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Windpocken-Erkrankung.

Wie kann man vorbeugen?

Eine unmittelbare Verbeugung gegen den Ausbruch der Gürtelrose gibt es nicht. Einige Studien haben Hinweise gezeigt, dass die Impfung gegen Windpocken einen gewissen Schutz vor dem späteren Ausbruch einer Gürtelrose bietet. Immungeschwächte Personen müssen grundsätzlich vor Infektionen jeglicher Art geschützt werden.

Erkranken Schwangere an Gürtelrose, besteht anders als bei einer Windpockeninfektion kaum Gefahr für das ungeborene Kind. Während des Bläschenstadiums sollten sie sich jedoch unbedingt von anderen schwangeren Frauen fernhalten, da sie gegebenenfalls keinen eigenen Immunstatus gegen Varizellen haben und deshalb an Windpocken erkranken können.


Weitere Fragen zur Gürtelrose können Sie an die Experten in der Hausarzt-Expertenrat richten.

Quellen:
Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Infektiologie. Zoster und Zosterschmerzen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/023 (Stand 07/2005)
RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte: Varizellen (Windpocken), Herpes zoster (Gürtelrose). Robert Koch-Institut, Berlin (Stand 08/2006)

 

Autor: Peter Gelhard 
Letzte Änderung am: 16.04.2012
 
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