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Endometriumbiopsie

Endometriumbiopsie beim Frauenarzt

Eine Endometriumbiopsie wird unkompliziert beim Frauenarzt durchgeführt
(Quelle: DAK/Wigger)

Endometriumbiopsie bezeichnet einen gynäkologischen Eingriff, der im Rahmen einer Fruchtbarkeitsuntersuchung oder bei einem Verdacht auf krankhafte Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut durchgeführt wird. Dafür wird eine Gewebeprobe an der Vorder- und Hinterwand der Gebärmutter entnommen, um diese feingeweblich zu untersuchen. Für eine Fruchtbarkeitsuntersuchung wird darüber der Östrogen- und Progesterongehalt in der Gebärmutterschleimhaut bestimmt. Krankhafte Veränderung, beispielsweise Gebärmutterschleimhautkrebs, Myome oder Polypen, können mit dieser Untersuchungsmethode ebenfalls diagnostiziert und lokalisiert werden. Die Endometriumbiopsie wird auch als fraktionierte Abrasio oder Strichkürettage bezeichnet.


Vorbereitung zu einer Endometriumbiospsie

Die Endometriumbiopsie ist nie der erste Schritt in der Diagnostikkette. Gynäkologische Untersuchungen, wie beispielsweise ein PAP-Test, gehen dem voraus. Die Zellabstrichuntersuchung am Gebärmutterhals wird im Rahmen der Krebsfrüherkennung durchgeführt. Er gibt Auskunft über den Hormonstatus, die Zyklusphase, Infektionen oder Krebsvorstufen. Allerdings lässt sich damit eine Früherkennung von entarteten Zellen in der Gebärmutterschleimhaut nicht optimal einschätzen. Weitere Hinweise über eine unregelmäßig aufgebaute Schleimhaut kann eine Vaginalsonographie liefern. Wird eine Endometriumbiopsie durchgeführt, muss vorher abgeklärt werden, dass die Frau nicht schwanger ist.


Ablauf einer Endometriumbiopsie

Die Endometriumbiopsie wird meistens in der zweiten Hälfte des Zyklus durchgeführt. Der Eingriff erfolgt ambulant unter Narkose oder Lokalanästhesie. Um eine Gewebeprobe entnehmen zu können, muss der Gynäkologe den Muttermund leicht weiten. Im Anschluss führt er ein dünnes, löffelartiges Instrument (Kürette) über die Vagina in die Gebärmutter ein. Mit der Kürette entnimmt er eine Gewebeprobe der Schleimhaut. Je nach Umfang der Untersuchung kann es auch zur kompletten Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut kommen. Die Ausschabung hat allerdings keinen belastenden Einfluss auf Körper und Gebärmutter, da sich die Schleimhaut im Zyklusverlauf wieder aufbaut. Der Eingriff dauert nicht länger als zehn Minuten. Eventuell kann es im Anschluss zu leichten Nachblutungen kommen.


Anwendungsgebiete

Die Endometriumbiopsie hat zwei Untersuchungsschwerpunkte in der Gynäkologie. Sie wird in der Sterilitätsdiagnostik eingesetzt, um Aufschluss zu erhalten, ob hormonelle Störungen ein Grund für Unfruchtbarkeit sein können. Untersucht wird dafür der Hormongehalt von Progesteron und Östrogen in der Gebärmutterschleimhaut. Diese beiden Hormone bedingen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und stellen damit die Voraussetzung für die Einnistung des Eies. Treten unklare vaginale Blutungsstörungen auf, kann das auf krankhafte Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut hinweisen. Ursachen können Polypen, Myome oder Gebärmutterschleimhautkrebs sein. Mit der Gewebeentnahme wird untersucht, ob sich dieser Verdacht bestätigt und ob es sich um eine gutartige oder bösartige Veränderung handelt.


Indikation für eine Endometriumbiopsie:

  • Hormonbestimmung bei einem Verdacht auf Sterilität
  • Unklare oder starke Blutung
  • Postmenopausenblutung
  • Nachweis von entartetem Gewebe
  • Nachweis von Polypen oder Myome

Können Komplikationen oder Risiken bei einer Endometriumbiopsie auftreten?

Die Endometriumbiopsie ist ein kleiner, schmerzfreier Eingriff, bei dem kaum Komplikationen auftreten. Trotzdem kann es vorkommen, dass durch unsachgemäße Handhabung der Instrumente Verletzungen in der Gebärmutter oder am Gebärmutterhals entstehen.


Gibt es Alternativen zur Endometriumbiopsie?

Als Nachweis von entarteten Zellen in der Gebärmutterschleimhaut ist die Endometriumbiopsie die sicherste Methode. Häufig wird sie mit einer Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) kombiniert, um gezielt Gewebeproben zu entnehmen.

Die Endometriumbiopsie findet im Rahmen von Fruchtbarkeitsuntersuchungen heute nur noch selten statt. Bei einem Verdacht auf Unfruchtbarkeit finden eine Reihe von anderen gynäkologischen Untersuchungen und Hormontests statt, die Auskunft über Sterilitätsgründe liefern können.


Weitere Fragen zum Thema Endometriosebiopsie können Sie den Experten in der Frauenarzt-Expertenrat der Gesundheitsberatung stellen.

Quellen:
Diedrich, K., Holzgreve, W., Jonat, W., Schlutze-Mosgau, A., Schneider, K.-T. M., Weiss, J. M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007
Walter de Gruyter (Hrsg.): Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch, Walter de Gruyter, Berlin 2007
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.: Diagnostik und Therapie des Endometriumkarzinom. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/034 (Stand: März 2008)
Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums: http://www.krebsinformationsdienst.de (Stand: August 2008)
Online-Informationen der Deutschen Krebshilfe e.V.: Gebärmutter- und Eierstockkrebs, www.krebshilfe.de (Stand: August 2008)

 

Autor: Antje Fischer 
Letzte Änderung am: 21.02.2017
 
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